Die Entscheidung

 

Ziviles Ausweichen · Band 1

Die Entscheidung: Das Denkgerüst der Krisenvorsorge

Von Maurice Ressel, 15 Jahre Fotojournalist in Kriegs- und Krisengebieten

Bleiben oder gehen, wenn Feuer, Hochwasser oder ein großer Ausfall deinen Ort trifft? Ich zeige dir, warum Menschen dann oft zu lange bleiben, auch die Geübten und gut Ausgerüsteten.

Am Ende schreibst du deinen eigenen Satz, der in der Lage gilt: Wenn das eintritt, dann gehen wir.

Buchcover „Die Entscheidung: Das Denkgerüst der Krisenvorsorge“ — Maurice Ressel, Ziviles Ausweichen Band 1, Zunder Verlag

Taschenbuch · 12,99 € · 150 Seiten

E-Book · 9,99 €

Erschienen im Zunder Verlag, meinem eigenen Verlag

Für wen das Buch ist: Menschen, die wissen wollen, wann sie gehen

 

„Die Entscheidung“ von Maurice Ressel ist für erwachsene, friedliche Menschen, die wissen wollen, wann sie gehen, wenn eine Gefahr ihren Ort trifft: Feuer, Hochwasser, ein großer Ausfall, im äußersten Fall Krieg. Das Buch zeigt, warum Menschen in Gefahr zu lange bleiben und welcher Satz dann gilt.

Es sagt nicht, dass Gehen immer richtig ist. Es fragt, bei welchem Zeichen du gehst.

Das Buch ist für dich, wenn eines davon zutrifft:

  • Du willst wissen, woran du erkennst, dass es Zeit ist zu gehen.
  • Du bist geübt oder gut ausgerüstet und willst verstehen, warum das allein nicht reicht.
  • Du willst einen Satz, der gilt, wenn es so weit ist.

Es ist nicht für dich, wenn eines davon zutrifft:

  • Du suchst Kampf oder Vorratslisten. Dieses Buch fängt mit einer Entscheidung an, nicht mit einem Regal.
  • Du suchst Handgriffe für den Ernstfall. Das Buch klärt, ob und wann du gehst, nicht wie.
  • Du wirst von einem Menschen gezielt bedroht. Diese Lage behandelt das Buch nicht.

Sieben Kapitel: was im Ernstfall wegbricht und welcher Satz dann gilt

„Die Entscheidung“ von Maurice Ressel folgt einer einzigen Frage: bleiben oder gehen. In sieben Kapiteln zeige ich, warum auch geübte und gut ausgerüstete Menschen zu lange bleiben, was unter Last im Kopf wegbricht und woran du ein Zeichen erkennst, das im Moment noch trägt.

Jedes Kapitel trägt einen Begriff und ein Bild:

  1. Lücke · Die Tür
  2. Feigheit · Die weiße Feder
  3. Verzögerung · Ein Zitteraal am Dreizack
  4. Aussetzen · Zehn Zentimeter vor dem Gesicht
  5. Schwelle · Ein Funkgerät am Südgipfel
  6. Einlösung · Ein quer stehender Laster
  7. Rückkehr · Ein Frachter im Landesinneren

Im Kapitel Feigheit fasst das Buch einen wiederkehrenden Befund der Katastrophenforschung zusammen:

Der typische Fehler ist die Unterreaktion; Menschen bleiben zu lange.

aus Kapitel 2, Feigheit

Das Buch sagt auch, wo das Recht beim Gehen mitspricht und welche Fragen es offenlässt. Wo die Belege dünn werden, steht das im Text dabei.

Auf dem Schwellenblatt am Ende des Buchs schreibst du an einem Tisch, in einer ruhigen Stunde, deinen eigenen Satz: Wenn das eintritt, dann gehen wir. Dazu kommen zwei Ziele und ein Mensch, der weiß, dass du kommst.

Für dein Zeichen nennt das Buch vier Sätze, die wahr sein müssen, sonst ist es keines.

Leeres Schwellenblatt mit der Zeile „Wenn … eintritt, dann gehen wir.“

So beginnt das Buch: Leseprobe aus dem ersten Kapitel

„Die Entscheidung“ von Maurice Ressel beginnt an einem Hang in den Kaskaden, im Februar 2012: sechzehn ausgebildete, gut ausgerüstete Skifahrer und ein ungutes Gefühl, das vor dem

Einstieg niemand ausspricht. Kein Feuer, kein Hochwasser, aber dieselbe Lücke zwischen Wissen und Bewegung, die man später in einem evakuierten Hochhaus und an einer Tsunamiküste vermaß.

Hier sind die ersten Seiten.

Leseprobe · Kapitel 1, Lücke

Am 19. Februar 2012, kurz vor Mittag, ließen sie sich einer nach dem anderen über die Kante fallen.

Sechzehn waren sie an diesem Morgen, hinter den geöffneten Toren am Rand des Skigebiets Stevens Pass, oben am Cowboy Mountain in den Kaskaden. Über vierzig Zentimeter Neuschnee waren gefallen. Solche Mengen legen sich als Last auf den alten Schnee. Es war windstill und klar, nach zwei Tagen Sturm, und es sah nach dem besten Tag des Winters aus. Vom Morgen bis zu dem Augenblick, in dem der Erste über die Kante ging, verging der Vormittag.

Es waren nicht irgendwelche sechzehn. Unter ihnen fuhren Profis und Leute, die in der Szene jeder kannte. Der Mann, der sie zusammengetrommelt hatte, vermarktete das Skigebiet. Ein anderer war oberster Kampfrichter der Freeskiing World Tour – ein Amt, in dem man beurteilt, wer einen schwierigen Hang beherrscht fährt. Ein dritter, Bauunternehmer aus Leavenworth, Vater zweier Töchter, fuhr diese Berge öfter, als er zählen konnte. Jeder von ihnen trug ein Verschütteten-Suchgerät, eine Sonde, eine Schaufel. Jeder war in Lawinenkunde ausgebildet. Manche waren dieses Gelände schon Dutzende Male gefahren, bei ähnlichem Schnee.

Sie teilten sich in Paare und kleine Gruppen und fielen nacheinander in den Pulverschnee. Der Erste hielt abseits des offenen Hangs, in einer Nische aus alten Fichten – einem geschützten Fleck, den er kannte.

Dann löste sich der Hang.

Eine Platte, gut sechzig Meter breit und achtzig Zentimeter dick, brach wohl auf einer Schicht Oberflächenreif und ging zu Tal. Reif ist das, was morgens auf Autoscheiben steht: ein Belag, der nichts trägt. Sie nahm vier der Fahrer mit und trug sie mehr als siebenhundert Höhenmeter tief durch eine gewundene, baumgesäumte Rinne. Drei von ihnen kamen nicht zurück: der Marketingchef, der Kampfrichter, der Bauunternehmer. Eine Fahrerin überlebte, fast ganz verschüttet; sie hatte im Sturz den Griff ihres Lawinen-Airbags gezogen.

Mehr als einer in der Gruppe hatte an diesem Morgen ein ungutes Gefühl gehabt. Eine hatte schon auf der Fahrt zum Berg gefragt, ob das heute sicher sei; die Antwort – der Mann vom Skigebiet kenne den sichersten Weg hinunter – genügte, und über das Risiko wurde nicht mehr gesprochen. Kurz vor dem Einstieg war das Gefühl wieder da: Die Gruppe war groß, sie war zuversichtlich, das Ganze hatte etwas Eiliges. Niemand sprach seine Zweifel aus. Die meisten folgten.

Der erste Blick in der Gefahr geht nicht zur Gefahr – er geht zum Nebenmann.

Warum? Sie wussten mehr über Lawinen als die meisten je wissen werden. Sie hatten die Geräte, die Ausbildung, den Hang im Gefühl. Die Geräte wirken erst, wenn der Hang schon läuft. Aufgehalten hat ihn keines. Wissen und Gefühl hatten gewarnt; was ausblieb, war der Schritt, umzukehren. Zwischen dem Wissen und der Bewegung, die aus dem Wissen hätte folgen müssen, lag eine Lücke. Und diese Lücke ist keine Eigenheit dieses Berges: Wo man sie später vermaß – in einem evakuierten Hochhaus, an einer Tsunamiküste –, fand man Minuten. Es waren das World Trade Center und die Küste von Tōhoku. Man fand sie auch bei denen, die geübt hatten.

Ende der Leseprobe

Fotojournalist und Survival-Ausbilder

 
Maurice Ressel beim Holzhacken im Winter

Ich bin Maurice Ressel und habe „Die Entscheidung“ geschrieben. Ich war 15 Jahre Fotojournalist in Kriegs- und Krisengebieten, in 22 Ländern; 2017 erhielt ich den IPA Award.

Heute leite ich die Wildnisschule Lupus in Brandenburg und bilde Menschen im Survival aus.

Von zwei Aufklärungssoldaten der Bundeswehr habe ich gelernt, eine Lage zu beurteilen. Ich bin kein Soldat; ich habe gelernt und übersetzt.

Mehr über mich

Fotojournalist und Survival-Ausbilder

 

„Die Entscheidung“ von Maurice Ressel klärt, ob und wann du gehst. Wie du gehst, lehrt das Buch bewusst nicht; das übst du draußen.

In meinen Kursen an der Wildnisschule Lupus in Brandenburg kommt ziviles Ausweichen je nach Format in unterschiedlicher Tiefe vor.

Wenn du nicht weißt, welches Format zu dir passt, komm zum Online-Infoabend: kostenlos, 50 Minuten, kein Verkaufsgespräch.

Zum Buch gibt es eine Leserseite. Dort lädst du sofort und ohne Anmeldung herunter: das Schwellenblatt als leere Druckvorlage, die Quellen des Buches und, sobald es welche gibt, die Korrekturen.

Wenn du Neues zum Buch und zu den Kursen erfahren willst, abonnier meinen Newsletter; dann kommt jeden Donnerstag eine Übung. Für das Material brauchst du ihn nicht.

 

Häufige Fragen zum Buch

 

Was kostet das Buch, und welches Format passt zu mir?

Das Taschenbuch kostet 12,99 € und hat 150 Seiten, das E-Book kostet 9,99 €. Der Preis ist gebunden, es gibt keine Rabatte, auch nicht für Kursteilnehmer. Nimm das Taschenbuch, wenn du das Buch griffbereit haben und das Schwellenblatt darin ausfüllen willst.

Das E-Book bekommst du bei Amazon. Liest du das E-Book, druckst du das Schwellenblatt als leere Vorlage von der Leserseite aus.

Beide Ausgaben sind im Zunder Verlag erschienen, meinem eigenen Verlag.

Taschenbuch: ISBN 978-3-913075-00-6. E-Book: ISBN 978-3-913075-01-3.

Nein, du brauchst weder Survival-Erfahrung noch Fachwissen über Katastrophen. „Die Entscheidung“ ist für erwachsene, friedliche Menschen geschrieben, die wissen wollen, wann sie gehen, wenn eine Gefahr ihren Ort trifft. Die Leseprobe aus dem ersten Kapitel zeigt, wie das Buch arbeitet: Es erzählt einen Fall und erklärt daran.

Wer schon geübt oder gut ausgerüstet ist, liest hier, warum das allein nicht reicht: was unter Last im Kopf wegbricht und woran du ein Zeichen erkennst, das im Moment noch trägt.

Ziviles Ausweichen ist der Name, den ich einem Wissen gegeben habe, das bisher auf vier Fachbegriffe verteilt war und in keinem ganz steckte: Selbstrettung, Ausweichen, selbstständige Evakuierung und Flucht. Im Buch lautet die Definition:

„Die Zivilperson in akuter Gefahrenlage, deren Überleben davon abhängt, wie sie sich im Gefahrenraum verhält – ob sie sich bewegt, bewegt wird oder bleibt. Bewegung bleibt der Kern; Bewegtwerden, Festsetzung und Bleiben sind die benannten Ränder.“

Band 1 behandelt den Anfang: ob und wann du gehst, wenn eine Gefahr deinen Ort trifft und noch Zeit lässt, ihn zu verlassen. Nicht gemeint ist die Lage, in der dich ein Mensch gezielt sucht.

Die ausführliche Einordnung steht im Glossar.

Nein, das Buch steht für sich, und dein Satz gilt auch ohne Kurs. Ein Kurs ist der nächste Schritt, wenn du draußen üben willst, was das Buch bewusst nicht lehrt: wie du gehst. Welcher Kurs passt, hängt davon ab, wie tief du einsteigen willst: vom ersten Ausblick im Tageskurs bis zum Anwendungs-Szenario in der [Survival-Ausbildung](#nach-dem-lesen).

Wenn du unsicher bist, welcher Kurs passt, komm zum Online-Infoabend: kostenlos, 50 Minuten, kein Verkaufsgespräch.

Auf der Leserseite zum Buch. Im Buch führen dich die Adresse maurice-ressel.de/band1 und der QR-Code auf der Rückseite des Schwellenblatts dorthin, im E-Book derselbe Link. Dort lädst du sofort und ohne Anmeldung herunter: das Schwellenblatt als leere Druckvorlage, die Quellen des Buches und, sobald es welche gibt, die Korrekturen.

Von dort führt ein Link zu meinem Newsletter. Der ist freiwillig; für die Downloads brauchst du ihn nicht.

Ja. „Die Entscheidung“ steht für sich und führt dich von der ersten Frage bis zu deinem eigenen Satz; dafür brauchst du keinen weiteren Band.

Band 2 heißt „Der Weg“ und ist in Arbeit. Wenn du erfahren willst, wann er erscheint, trag dich auf der Newsletter-Seite ein; dort sage ich Bescheid.