Sicherheitshinweise
Diese Hinweise erklären die Risiken meines Survival Trainings, was ich für deine Sicherheit tue und was ich von dir erwarte. Sie sind Bestandteil deines Vertrags. Lies sie vollständig, bevor du buchst.
1 · Einleitung
1.1Diese Sicherheitshinweise informieren dich über die Risiken meiner Kurse. Sie beschreiben, was ich als Kursleiter für deine Sicherheit tue und was ich von dir erwarte.
1.2Mein Training ist Survival Training mit Druck in Stufen. Das unterscheidet es von einem gewöhnlichen Kurs im Wald. Im Intensivkurs und in der Ausbildung arbeiten wir gezielt mit Belastung: weniger Ausrüstung, Übungen mit wenig oder ohne Essen, eingeschränkter Schlaf, Zeit allein im Wald. Das ist kein Versehen, sondern gewollter Teil des Trainings. Was genau passiert, warum und wo die Grenzen liegen, steht in diesen Hinweisen.
1.3Das Training stärkt deine Handlungsfähigkeit unter Belastung. Es ist kein Therapie-, Selbsthilfe- oder medizinisches Angebot und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung (AGB § 2 Abs. 4). Steckst du gerade in einer psychischen Krise oder brauchst therapeutische Unterstützung, ist ein Survival Training nicht der richtige Ort.
1.4Die Sicherheitshinweise sind Vertragsbestandteil (AGB § 3 Abs. 4). Bei der Buchung bestätigst du mit einem eigenen Häkchen, dass du sie gelesen hast. Du bekommst sie mit deiner Buchungsbestätigung als PDF. Für deinen Vertrag gilt die Fassung, die bei deiner Buchung angezeigt wurde. Bei einem Widerspruch zu den AGB gehen die AGB vor. Die gesetzliche Haftung für Schäden an Leben, Körper und Gesundheit bleibt immer unberührt.
1.5Sicherheitsanweisungen der Kursleitung befolgst du sofort. Missachtest du sie, kann das ein Mitverschulden begründen (§ 254 BGB, AGB § 7 Abs. 1).
1.6Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Am Tageskurs und am Wochenende kannst du ab 14 Jahren teilnehmen. Dann bucht ein Sorgeberechtigter, und beide Sorgeberechtigten willigen vor Kursbeginn in Textform ein, bei alleinigem Sorgerecht mit Nachweis. Begleitet ein Sorgeberechtigter dich den ganzen Kurs über, genügt seine Einwilligung. Die Einwilligung enthält Angaben zu Gesundheit, Allergien und Medikamenten, einen Notfallkontakt und den Nachweis einer Kranken- und Haftpflichtversicherung (AGB § 3 Abs. 5). Intensivkurs und Ausbildung gibt es erst ab 18.
1.7Veranstalter:
Hans-Marchwitza-Str. 5 · 16227 Eberswalde
Telefon: 0174 2478570
E-Mail: info@wildnisschule-lupus.de
1.8Bestätigung am ersten Tag. Im Intensivkurs und in der Ausbildung (Block 1) bestätigst du am ersten Kurstag schriftlich, dass du die Sicherheitshinweise gelesen hast, dass sich an deiner Gesundheit seit der Buchung nichts geändert hat oder was sich geändert hat, und dass du freiwillig an den beschriebenen Belastungen teilnimmst.
2 · Was dich in welchem Kurs erwartet
2.1Nicht jeder Kurs bringt dieselben Belastungen. Die Übersicht zeigt, was zu deinem Kurs gehört. Die genauen Tage nennt das Leistungsblatt, das du mit der Buchungsbestätigung bekommst. Preise und Zahlung stehen in der Kursbeschreibung und in den AGB, bei der Ausbildung mit Monatsbeiträgen.
| Tageskurs | Wochenende | Intensivkurs | Ausbildung | |
|---|---|---|---|---|
| Dauer | ein Tag | Freitag bis Sonntag, zwei Nächte | sieben Tage am Stück, Montag 10:00 bis Sonntag 14:00, April bis Oktober | zwölf Monate, sechs Blöcke, 27 Präsenztage |
| Mindestalter | 14 (unter 18 mit Einwilligung, 1.6) | 14 (unter 18 mit Einwilligung, 1.6) | 18 | 18 |
| Nächte im Freien | nein | ja | ja, auch bei Hitze oder Kälte | ja, in allen Jahreszeiten, Frostnächte in Block 5 und 6 |
| Weniger Ausrüstung | nein | nein | ab dem vierten Tag | von Block zu Block, in Block 6 bis Messer und Schnürsenkel |
| Wenig oder kein Essen | nein | nein | Übungen ab dem vierten Tag | Block 4: 48 Stunden nur Nahrung aus der Natur · Block 6: Grundration |
| Zeit allein | nein | nein | 24 Stunden, Samstag 10:00 bis Sonntag 10:00 | 48 Stunden in Block 4 · 24 Stunden in Block 6 |
| Nachtübungen und Stressübungen | nein | am Samstag Aufgaben unter Zeitdruck, Kälte und Müdigkeit | ja | ja, dazu ein Ausweich-Szenario über 12 bis 18 Stunden in Kleingruppen |
| Gesundheitsfrage | keine | keine | eine Frage bei der Buchung, kein Attest | eine Frage bei der Buchung, kein Attest |
2.2Dieses Dokument gilt für alle Kurse. Die Abschnitte 11 bis 13 betreffen nur Intensivkurs und Ausbildung. Abschnitt 6 gilt für alle Kurse mit Nächten im Freien, Abschnitt 10 auch für die Aufgaben unter Druck am Wochenende. Pausenwort und Abbruch (10.6, 10.7) gelten in allen Kursen.
3 · Sicherheit im Gelände
3.1Ich wähle die Kursbereiche aus und sehe sie mir vor dem Kurs auf erkennbare Gefahren an. Die Kurse finden teilweise auf Grundstücken Dritter statt (Wald, Privatgelände). Im Wald bleiben natürliche Risiken: unebener Boden, Wetterwechsel, Insektenstiche, Zecken und Begegnungen mit Wildtieren. Über diese Risiken kläre ich hier auf; ganz ausschließen kann sie niemand.
3.2Im Gelände gibt es Abhänge, Wurzeln, lose Steine und rutschigen Boden, besonders bei Nässe. Trag festes Schuhwerk mit griffiger Sohle und bleib in den vorgegebenen Bereichen.
3.3Nach Stürmen und bei Wind können Bäume umstürzen und Äste herabfallen. Halte dich nicht bei Bäumen mit sichtbaren Schäden oder toten Ästen auf. Bei starkem Wind oder Sturm meiden wir den Wald.
3.4Du kannst Wildschweinen, Füchsen und anderen Wildtieren begegnen. Halte Abstand, füttere und reize keine Tiere, verstaue Lebensmittel sicher. Bei einer Begegnung: ruhig bleiben, Anweisungen der Kursleitung folgen. In Brandenburg lebt die Kreuzotter. Sie ist giftig, aber scheu und selten zu sehen. Fass keine Schlange an und halte Abstand. Nach einem Biss: ruhig bleiben, die Stelle nicht abbinden oder aussaugen, Notruf 112.
3.5Verhalten bei Gewitter. Bei Gewitter im Umkreis von 10 km unterbrechen wir sofort. Offene Flächen, Gewässer und Kuppen verlassen. Einzeln stehende Bäume meiden, Schutz im Wald zwischen gleich hohen Bäumen suchen. In die Hocke gehen, Füße zusammen, nicht hinlegen. Metall ablegen. Mindestens 3 Meter Abstand zueinander.
4 · Wetter und Abbruch
4.1Survival Training findet bei jedem Wetter statt. Regen, Kälte und Wind gehören dazu (AGB § 11 Abs. 1).
4.2Besteht Gefahr für Leib und Leben, passe ich das Programm an oder unterbreche den Kurs (AGB § 11 Abs. 2), insbesondere bei:
- –Gewitter im Umkreis von 10 km
- –Sturm ab Windstärke 8 (Beaufort)
- –über 38 °C
- –unter −15 °C
- –Waldbrandgefahrenstufe 4 oder 5 (Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes oder Gefahrenstufe der Landesforstbehörde Brandenburg, maßgeblich ist der höhere Wert)
- –amtlicher Unwetterwarnung ab Stufe Orange
4.3Ich verfolge die Wettervorhersage und prüfe jeden Kurstag die Waldbrandgefahrenstufe. Die Entscheidung über Anpassung oder Abbruch liegt bei mir. Fallen Kurszeiten aus, gilt AGB § 11 Abs. 3. Sieh dir selbst die Vorhersage an und komm passend ausgerüstet.
4.4Nächte im Freien. In Brandenburg liegen die Nachttemperaturen im Frühjahr und Herbst oft um den Gefrierpunkt, im Winter deutlich darunter. Was du für die Nächte mitbringst, steht in der Packliste, die du mit der Buchungsbestätigung bekommst.
5 · Orientierung
5.1Bewege dich nur im vorgegebenen Kursgelände. Verlassen nur nach Absprache mit mir. Nimm ein geladenes Handy mit, am besten mit Powerbank, und speichere dir das Lager als Punkt ab.
5.2Wo das Handynetz schwach ist, verständigen wir uns über Funk.
5.3Verlass die Gruppe nur, wenn ich es freigegeben habe. Ich zähle die Gruppe regelmäßig durch. Wer eigenmächtig geht, gefährdet sich und andere.
5.4Hast du die Orientierung verloren: Bleib, wo du bist. Melde dich per Funk oder Handy, oder mach mit der Pfeife oder durch Rufen auf dich aufmerksam. Fehlt jemand länger als 30 Minuten ohne Abmeldung, suche ich nach ihm und alarmiere, wenn nötig, den Rettungsdienst.
5.5Intensivkurs und Ausbildung: Wir bewegen uns auch bei Dunkelheit im Gelände. Sturzgefahr und Orientierungsschwierigkeiten sind dann deutlich höher. Nachts navigieren wir in der Gruppe oder zu zweit, nie allein, außer in den Phasen allein (Abschnitt 13 und 14). Vor jeder Nachtübung gibt es eine eigene Einweisung.
6 · Nächte im Freien
6.1Eine Unterkunft stelle ich nicht. Du schläfst in einem selbst gebauten Unterstand oder mit eigener Ausrüstung (AGB § 2 Abs. 3). Ich wähle das Lagergelände aus und sehe es mir auf erkennbare Gefahren an (Totholz, Hang, Überflutung). Innerhalb des freigegebenen Bereichs wählst du deinen Schlafplatz, nicht an Abhängen, nicht unter losen Ästen.
6.2Lebensmittel lagerst du so, dass Tiere nicht drankommen: nichts zu essen am Schlafplatz, mindestens 50 Meter zwischen Kochstelle und Schlafbereich, verschlossene Behälter, Reste weit weg vom Schlafbereich.
6.3Bring die Ausrüstung nach der Packliste mit. Fehlt Pflichtausrüstung, kannst du an den betroffenen Übungen nicht teilnehmen (AGB § 7 Abs. 4). Vor der ersten Nacht sehe ich mir deine Ausrüstung an. Was du bei einer Übung nicht mitnimmst, bleibt im Lager; dafür sorgst du selbst, ich verwahre es nicht (AGB § 12 Abs. 4).
6.4Ich weise Toilettenbereiche aus, mindestens 50 Meter von Lager und Gewässern. Müll sammeln wir zentral; ich entsorge ihn.
6.5Intensivkurs und Ausbildung: Nächte bei Kälte gehören zum Training, in der Ausbildung auch Frostnächte in Block 5 und 6. Ich achte auf Zeichen von Unterkühlung: starkes, nicht mehr kontrollierbares Zittern, Verwirrtheit, undeutliche Sprache. Dann greife ich sofort ein.
Hört jemand auf zu zittern, der vorher stark gezittert hat, ist das keine Besserung, sondern ein Notfall. Der Körper kann keine Wärme mehr erzeugen. Sofort wärmen und Notruf 112.
7 · Werkzeug
7.1Wir arbeiten mit Messer, Beil und Säge. Werkzeug, das ich stelle, sehe ich vor dem Kurs durch. Eigenes Werkzeug benutzt du nur, wenn ich es freigegeben habe. Vor der ersten Nutzung jedes Werkzeugs gibt es eine Sicherheitseinweisung mit Vorführung. Erst danach arbeitest du damit.
7.2Mindestabstände:
- –Äxte und Beile: 3 Meter
- –Sägen: 1,5 Meter
- –Messer: 1 Meter
Wer sie nicht einhält, kann von der Übung ausgeschlossen werden.
7.3Schutzausrüstung wie Schnittschutzhandschuhe stelle ich nicht, und sie ist nicht vorgeschrieben. Wer möchte, bringt eigene mit. Ergibt das Gesundheitsgespräch eine Auflage dazu (Abschnitt 16), bringst du sie mit.
7.4Befolge meine Anweisungen zum Werkzeug genau. Tust du es trotz Anweisung nicht, kann das ein Mitverschulden begründen (§ 254 BGB).
8 · Pflanzen und Tiere
8.1Wildpflanzen isst du nur, wenn ich sie persönlich freigegeben habe. Apps zur Bestimmung helfen, ersetzen meine Freigabe aber nicht. Pflanzen aus Doldenblütlern, Hahnenfußgewächsen und Nachtschattengewächsen gebe ich nie zum Essen frei. Pilze sammeln und bestimmen wir nur unter meiner direkten Anleitung.
8.2Manche Pflanzen reizen die Haut oder lösen Allergien aus, etwa Brennnessel oder Riesenbärenklau. Zu Kursbeginn zeige ich dir die Giftpflanzen im Gebiet. Vermeide den Kontakt und trag lange Kleidung.
8.3Zecken können Borreliose und FSME übertragen. Trag lange Kleidung, nutze Insektenschutz und such deinen Körper jeden Tag nach Zecken ab. Entferne eine Zecke sofort; zeigen sich danach Rötung, Fieber oder Gelenkschmerzen, geh zum Arzt. Prüf vor dem Kurs deinen Tetanusschutz; er sollte nicht älter als zehn Jahre sein.
8.4Hast du eine schwere Allergie, bringst du deine Notfallmedikamente (zum Beispiel Antihistaminikum, Adrenalin-Pen) selbst mit und sagst mir am ersten Kurstag, wo du sie trägst. Im Intensivkurs und in der Ausbildung gehört eine schwere allergische Reaktion zur Gesundheitsfrage (Abschnitt 16).
8.5Intensivkurs und Ausbildung: Essbare Wildpflanzen bestimmen und zubereiten gehört zum Inhalt. In den 48 Stunden allein in Block 4 isst du nur Pflanzen, die du in den Blöcken davor unter meiner Anleitung bestimmt hast und die ich freigegeben habe. Was du nicht sicher kennst, isst du nicht. Pilze isst du in der Zeit allein nicht.
9 · Feuer
9.1Feuer gibt es nur unter meiner Aufsicht und nur an Stellen, an denen es erlaubt ist. Ich wähle die Feuerstelle aus: Abstand zu Brennbarem, keine tief hängenden Äste, geeigneter Boden.
9.2Brandenburg hat die höchste Waldbrandgefahr in Deutschland. Ich prüfe jeden Kurstag die Waldbrandgefahrenstufe. Ab Stufe 4 oder bei behördlichem Verbot gibt es kein Feuer (AGB § 11 Abs. 2).
9.3Bevor wir einen Lagerplatz verlassen und bevor wir schlafen gehen, wird jedes Feuer vollständig gelöscht: keine Glut, keine Funken. Löschwasser steht bereit.
9.4Intensivkurs und Ausbildung: Wir machen Feuer auch durch Reibung mit dem Bogenbohrer. Das ist harte körperliche Arbeit, und Glut entsteht schneller unkontrolliert als beim Feuerstahl. Das geschieht nur auf vorbereiteten, feuersicheren Flächen und nach einer eigenen Einweisung.
10 · Druck im Training
10.1Dieser Abschnitt betrifft vor allem Intensivkurs und Ausbildung. Am Wochenende gibt es am Samstag Aufgaben unter Zeitdruck, Kälte und Müdigkeit, ohne Phasen allein und ohne Verzicht auf Essen; 10.5 bis 10.7 gelten dort genauso. Ich setze dich gezielt Belastungen aus: Kälte, wenig Essen, wenig Schlaf, Zeit allein, Zeitdruck. Das ist gewollter Teil des Trainings, kein Nebeneffekt.
10.2Der Zweck: Du lernst, unter echter Belastung zu entscheiden und zu handeln. Die Belastung steigt in Stufen, erst einzeln, dann kombiniert. Du wirst nie ohne Vorbereitung in eine Belastung geschickt.
10.3Diese Belastungen kommen einzeln oder kombiniert vor:
- –Kälte: Nächte im Freien, in der Ausbildung auch Frostnächte in Block 5 und 6
- –wenig Schlaf: eingeschränkter Schlaf in mehrtägigen Kursen und Blöcken, in der Ausbildung ein Ausweich-Szenario über 12 bis 18 Stunden
- –wenig oder kein Essen: Abschnitt 11
- –Zeit allein: Intensivkurs 24 Stunden, Ausbildung 48 Stunden in Block 4 und 24 Stunden in Block 6 (Abschnitt 13)
- –Nachtübungen: Navigation, Unterstand bauen, Nächte allein (Abschnitt 14)
- –weniger Ausrüstung: Abschnitt 12
- –Szenarien mit Zeitdruck und Begegnungen, gelöst mit Sprache
10.4Schlaf. Übungen lassen dir in jeden 24 Stunden mindestens vier Stunden Zeit zum Schlafen. Nach höchstens drei Nächten hintereinander mit weniger als sechs Stunden Schlafzeit folgt eine Nacht mit mindestens acht Stunden.
10.5Ich beobachte dich in allen Belastungsphasen genau. Kippt Training in Überforderung, nehme ich sofort Druck heraus. Wie stark die Belastung ist, entscheide ich als Kursleiter.
10.6Pausenwort. Du kannst jede Übung jederzeit beenden, ohne Begründung (AGB § 8). Dafür vereinbaren wir am ersten Kurstag ein Pausenwort; es gilt für alle und steht im Merkblatt. Sagst du es, endet die Übung sofort, ohne Nachfrage und ohne Bewertung. Kannst du dich an das Wort nicht erinnern oder es nicht aussprechen, zählt jede eindeutige Abbruchäußerung genauso: „Ich will aufhören“, „Stopp“, Kopfschütteln bei Blickkontakt. Im Zweifel entscheide ich für den Abbruch. Ein Abbruch zählt nicht als Nichtbestehen; die Aufgabe kannst du nachholen. Er ist kein Rücktritt vom Vertrag und begründet keine Erstattung (AGB § 8 Abs. 3).
10.7Ich breche eine Übung selbst ab, insbesondere bei Zeichen von Unterkühlung, Erschöpfung oder Verletzung und wenn eine vereinbarte Meldung ausbleibt (AGB § 8 Abs. 2).
11 · Essen
11.1Dieser Abschnitt betrifft Intensivkurs und Ausbildung. Essen ist während des ganzen Kurses vorhanden. Bei bestimmten Übungen isst du wenig oder nichts. Dein Körper arbeitet dann mit seinen Reserven. Das ist Teil des Trainings. An welchen Tagen das Essen Teil einer Übung ist, steht im Leistungsblatt.
11.2Intensivkurs: Ab dem vierten Tag gibt es Übungen mit wenig oder ohne Essen (AGB § 22 Abs. 2).
11.3Ausbildung: In den 48 Stunden allein in Block 4 gibt es Nahrung nur aus der Natur (Abschnitt 8.5). Das Wasser für die 48 Stunden liegt in deinem Sicherheitsset. Essen liegt bei mir bereit; willst du aufhören, sagst du das Pausenwort und kommst ins Lager (AGB § 24 Abs. 4). In den 24 Stunden in Block 6 bleibt eine Grundration verfügbar.
11.4Wer eine Übung ohne Essen beendet, bekommt eine volle Mahlzeit (AGB § 2 Abs. 3). Trinkwasser hast du immer.
11.5Abbruchzeichen. Spürst du Schwindel, Konzentrationsstörungen, starkes Zittern, Sehstörungen oder Verwirrtheit, melde es sofort. Warte nicht ab. Die Übung endet dann, und du bekommst eine volle Mahlzeit.
11.6Bei Diabetes mit Insulin oder Unterzuckerungsrisiko, in der Schwangerschaft, bei einer Essstörung oder wenn das Ergebnis des Gesundheitsgesprächs oder der ärztlichen Einschätzung es ausschließt, machst du Übungen ohne Essen nicht mit (Abschnitt 16).
12 · Weniger Ausrüstung
12.1Dieser Abschnitt betrifft Intensivkurs und Ausbildung. Du lernst, mit immer weniger auszukommen: am Anfang volle Ausrüstung, dann weniger. Im Intensivkurs ab dem vierten Tag, in der Ausbildung von Block zu Block, in Block 6 bis Messer und Schnürsenkel.
12.2Ein Ausrüstungsteil fällt erst weg, wenn du gezeigt hast, was es ersetzt. Du wirst nie ohne die nötigen Fähigkeiten in eine Übung mit weniger Ausrüstung geschickt.
12.3Was nie wegfällt:
- –Rettungsdecke
- –Pfeife
- –Wasser
- –Funkgerät und Pausenwort
- –deine Notfallkarte (Abschnitt 17)
12.4Zeigst du Zeichen von Unterkühlung, bekommst du sofort Wärme und Ausrüstung zurück.
13 · Zeit allein
13.1Dieser Abschnitt betrifft Intensivkurs und Ausbildung. In den Phasen allein bist du ohne die Gruppe im Gelände: im Intensivkurs 24 Stunden (Samstag 10:00 bis Sonntag 10:00), in der Ausbildung 48 Stunden in Block 4 und 24 Stunden mit Messer und Schnürsenkel in Block 6. Davor wird die Zeit allein schrittweise länger. Du kannst jederzeit mit dem Pausenwort abbrechen.
13.2Freigabegespräch. Am Morgen vor der Phase allein spreche ich fünf Minuten mit dir: Wie geht es dir, hat sich etwas an deiner Gesundheit geändert, Wetter, Ausrüstung. Festgehalten wird nur das Ergebnis, nicht deine Antworten. Keine Phase allein gibt es, wenn einer der Gründe aus 16.5 vorliegt oder das Gespräch es ergibt. Ich sage dir dabei offen: In der Zeit allein können starke Gefühle, Erinnerungen oder Belastungsreaktionen auftauchen. Das ist nicht selten und gehört zu diesem Training. Vorher bekommst du das Merkblatt mit den Risiken, den Abbruchkriterien, dem Pausenwort und dem Notfall-Ablauf und bestätigst mit deiner Unterschrift, dass du es erhalten hast (AGB § 8 Abs. 4).
13.3So bleiben wir in Verbindung:
- –Du trägst ein Funkgerät von mir, eine Pfeife und deine Notfallkarte. Das Handy ist der zweite Weg.
- –Vor jedem Nachtelement machen wir eine Funkprobe. Wer keine Verbindung hat, geht nicht ins Gelände.
- –Du hast Funk und feste Meldezeiten, morgens, mittags und abends. Nachts bin ich über Funk da. Bleibt eine Meldung aus, rufe ich dich nach 30 Minuten über Funk und komme dann zu deinem Platz.
- –Pfeife: dreimal kurz heißt Notfall.
- –Das Pausenwort beendet die Phase allein sofort, ohne Diskussion und ohne Bewertung.
13.4Ehrlich: Ich leite die Kurse allein, es gibt keinen zweiten Trainer. Während der Zeit allein bin ich vor Ort und über Funk erreichbar, aber nicht neben dir. Dein Platz liegt fest, und ich weiß, wo er ist. Bei einem medizinischen Notfall rufe ich den Rettungsdienst (Abschnitt 17).
13.5Wenn ich ausfalle: Eine Vertrauensperson außerhalb des Kurses kennt den Notfallplan und ist telefonisch erreichbar. Falle ich im Gelände aus, alarmiert ein am ersten Tag benannter Teilnehmer den Rettungsdienst und meine Vertrauensperson; die Gruppe sammelt sich am Hauptlager.
13.6Nach deiner Rückkehr spreche ich mit dir. Taucht dabei etwas Unerwartetes auf, gibt es ein Gespräch unter vier Augen. In der Gruppe erzählst du nur, was du teilen möchtest. Es geht um die Erfahrung im Kurs, nicht um deine Lebensgeschichte.
14 · Nacht
14.1Dieser Abschnitt betrifft Intensivkurs und Ausbildung. Nachtübungen gehören zum Training: Navigation bei Nacht, Unterstand bauen bei Nacht, Nächte allein.
14.2Im Dunkeln steigen Sturzgefahr, Orientierungsschwierigkeit und psychische Belastung. Nachts navigieren wir in der Gruppe oder zu zweit. Für Nächte allein gilt Abschnitt 13. Eine Stirnlampe mit Ersatzbatterien hast du immer als Notfallausrüstung dabei, auch wenn wir ohne Licht üben.
14.3Vor jeder Nachtübung gibt es eine Einweisung: Gelände, Sammelpunkt, Notsignale, dazu das Merkblatt nach AGB § 8 Abs. 4. Eine einzelne Nachtübung kannst du ohne Bewertung auslassen.
15 · Psychische Belastung und Krise
15.1Survival Training fordert dich körperlich und psychisch. Das ist gewollt. Ich nehme die psychische Sicherheit genauso ernst wie die körperliche.
15.2Normale Reaktionen, kein Eingreifen nötig: schneller Puls und Aufregung, Frust und Gereiztheit, kurzes Erstarren (10 bis 30 Sekunden), leichtes Zittern und kurze Überforderung, Tränen im Gespräch danach. Sie zeigen, dass dein Körper arbeitet.
15.3Wann ich eingreife, vier Arten von Krise:
(a)Dissoziation: Du wirkst abwesend, leerer Blick, reagierst nicht auf deinen Namen, sprichst monoton oder gar nicht. Ich spreche dich ruhig an, suche Blickkontakt und hole dich über die Sinne zurück: Was siehst du? Was hörst du? Was spürst du unter deinen Händen? Ich berühre dich nicht ohne Ankündigung.
(b)Panikattacke: schnelles Atmen, Zittern über fünf Minuten, Todesangst, „Ich kann nicht atmen“. Ich atme langsam mit dir, mit langer Ausatmung, gebe dir Sicherheit und schließe körperliche Ursachen aus.
(c)Flashback: Du beschreibst Vergangenes, als passiere es gerade, und weißt nicht mehr, wann du bist. Ich berühre dich nicht ohne Ankündigung und gebe dir Halt: „Du bist [Name]. Wir sind in [Ort]. Es ist [Tag und Uhrzeit]. Das ist eine Erinnerung, du bist sicher.“ Ich frage nicht nach dem Inhalt.
(d)Zusammenbruch: Aussagen wie „Ich kann gar nichts“ oder „Ich will nicht mehr“, nicht als Frust, sondern als Zusammenbruch; stundenlanger Rückzug; einfache Anweisungen kommen nicht mehr an. Ich sichere Wärme, Essen und Wasser und lasse dich nicht allein. Bei Anzeichen von Suizidgedanken rufe ich sofort professionelle Hilfe (112).
15.4Was ich dann tue:
- 1.Übung sofort beenden.
- 2.Zuerst körperliche Ursachen ausschließen: Unterkühlung, Unterzucker, zu wenig getrunken.
- 3.Je nach Krise reagieren (15.3).
- 4.Decke, warmes Getränk, Sitzen ermöglichen.
- 5.Dich nicht allein lassen.
- 6.Gespräch unter vier Augen, wenn du bereit bist.
- 7.Übersteigt die Krise meine Möglichkeiten, vermittle ich professionelle Hilfe.
15.5Die Gruppe: Ich bin allein mit euch und kann mich nicht gleichzeitig um eine Krise und um die Gruppe kümmern. Bei einer Krise unterbrechen wir sofort. Alle sichern ihr Werkzeug und sammeln sich am Hauptlager; die am ersten Tag benannte Person behält die Gruppe im Blick. Ich kümmere mich zuerst um die betroffene Person und rufe, wenn nötig, den Rettungsdienst (112).
15.6Krise in der Zeit allein: Die Versorgung der betroffenen Person geht vor. Die anderen in der Zeit allein erfahren über Funk von der Unterbrechung.
15.7Grenze zwischen Training und Therapie. Ein Gespräch nach der Übung ist kein therapeutisches Gespräch. Ich bin Survival-Trainer, kein Therapeut. Ich arbeite keine Traumata auf, stelle keine Diagnosen, mache keine Therapie und zwinge niemanden in ein Gruppengespräch. Taucht im Kurs etwas Unerwartetes auf, biete ich dir ein Gespräch unter vier Augen an und vermittle bei Bedarf professionelle Hilfe.
16 · Gesundheit und Teilnahme
16.1Ein ärztliches Attest wird nicht verlangt (AGB § 4 Abs. 1).
16.2Es gibt keine Gesundheitsabfrage (AGB § 4 Abs. 2). Für Minderjährige gilt 1.6. Lies die Liste in 16.4 trotzdem. Trifft etwas davon auf dich zu, sprich vor der Buchung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Notwendige Medikamente bringst du selbst mit (16.10).
16.3Was du können musst: Pfeife und Funk hören und auf Ansprache reagieren · 10 bis 15 kg tragen · mehrere Stunden im Gelände gehen · Nächte draußen, auch kalte. Ausbildung zusätzlich: 48 Stunden allein mit nur dem, was du draußen findest.
16.4Die Frage bei der Buchung. Bevor du die Frage beantwortest, willigst du mit einem eigenen Häkchen ausdrücklich ein, dass ich deine Antwort und, bei „Ja“, das Telefonat verarbeite (16.11). Dann beantwortest du selbst eine Frage: „Trifft eines davon auf dich zu?“ Du wählst „Nein, nichts davon“ oder „Ja, ich rufe dich vor dem Kurs kurz an.“ Mit einem weiteren Häkchen bestätigst du, dass du ehrlich geantwortet hast und dich meldest, wenn sich bis Kursende etwas ändert, auch eine Schwangerschaft. Die Liste:
- 1.Herz: Herzerkrankung, Herzrhythmusstörung oder Herzinfarkt — oder in den letzten zwölf Monaten Brustschmerzen, Ohnmacht oder starker Schwindel ohne geklärte Ursache.
- 2.Blutdruck in Ruhe 160/90 oder höher (mit oder ohne Tabletten) — oder du kennst deinen Wert nicht.
- 3.Diabetes mit Insulin oder Tabletten, die zu Unterzuckerung führen können (weißt du es nicht: Ja).
- 4.Krampfanfall in den letzten fünf Jahren oder Medikamente gegen Anfälle (Fieberkrämpfe als Kind zählen nicht).
- 5.Asthma oder Lungenerkrankung, in den letzten zwölf Monaten nicht gut unter Kontrolle.
- 6.Schwere allergische Reaktion (Atemnot, Kreislauf, Schwellung im Gesicht) oder Adrenalin-Pen.
- 7.In den letzten zwölf Monaten Operation, Schlaganfall, Gehirnerschütterung oder eine Verletzung, die dich länger als zwei Wochen eingeschränkt hat.
- 8.Rücken, Gelenke oder Beine schränken dich ein beim mehrstündigen Gehen im Gelände oder beim Tragen von 10 bis 15 kg.
- 9.Medikamente oder Geräte, die du draußen nicht auslassen darfst, die gekühlt werden müssen oder müde machen (zum Beispiel Blutverdünner, Notfallspray, Atemmaske gegen Schlafapnoe).
- 10.Erfrierungen, behandelte Unterkühlung, Hitzschlag — oder Finger und Zehen werden bei Kälte anfallsartig weiß oder taub.
- 11.Schwangerschaft.
- 12.Zurzeit Behandlung wegen einer psychischen Erkrankung (auch nur Medikamente) oder in den letzten zwölf Monaten Klinik oder Tagesklinik. Coaching und Beratung zählen nicht.
- 13.In den letzten zwölf Monaten: Gedanken, dir das Leben zu nehmen · Essen, Alkohol, Drogen oder Medikamente nicht mehr im Griff · Wahrnehmungen, die andere nicht haben.
- 14.Etwas anderes, bei dem du befürchtest, dass Kälte, Nässe, Dunkelheit, Schlafmangel, wenig Essen oder Alleinsein dir schwer zu schaffen machen.
Geht es dir gerade nicht gut? Die TelefonSeelsorge erreichst du rund um die Uhr kostenfrei: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Ein Ja heißt nicht, dass du nicht mitmachen kannst. Meist klärt ein kurzes Telefonat alles.
16.5Keine Teilnahme im aktuellen Kurs oder Jahrgang bei:
- –akute Suizidgedanken oder Suizidversuch in den letzten 12 Monaten
- –aktive Psychose
- –Krampfanfall in den letzten 12 Monaten
- –Herzinfarkt, Schlaganfall oder große Operation in den letzten 6 Monaten
- –schwere Essstörung, aktive Sucht
Du bekommst dann alles zurück; ein späterer Termin ist möglich (AGB § 4 Abs. 7).
16.6Das Telefonat. Hast du Ja gewählt, rufst du mich vor Kursbeginn an. Die Telefonnummer steht in deiner Buchungsbestätigung. Rufst du nicht an, sprechen wir am ersten Kurstag vor der ersten Nacht im Freien; bis dahin nimmst du am Tagesprogramm teil (AGB § 4 Abs. 4). Im Gespräch frage ich: Was genau, seit wann? Wie wird es behandelt? Wann hattest du zuletzt Beschwerden? Was hilft dir, wenn es passiert? Was soll ich draußen wissen? Ich ordne ein; eine medizinische Beurteilung nehme ich nicht vor.
16.7Ärztliche Einschätzung. Sie ist nötig, wenn das Telefonat einen der folgenden Umstände ergibt oder ich danach nicht sicher einschätzen kann, ob du ohne erhöhte Gefahr teilnehmen kannst (AGB § 4 Abs. 5):
- –Herzerkrankung, Rhythmusstörung, früherer Herzinfarkt; ungeklärte Brustschmerzen oder Ohnmacht in 12 Monaten
- –Blutdruck ab 160/90 oder unbekannter Wert, der nicht nachgereicht wird
- –Diabetes mit Insulin oder Unterzuckerungsrisiko
- –Krampfanfall in den letzten 5 Jahren (aber nicht in 12 Monaten) oder Medikamente gegen Anfälle
- –Asthma oder Lungenerkrankung, in 12 Monaten schlecht kontrolliert
- –Operation, Schlaganfall, Gehirnerschütterung oder Herzinfarkt vor 6 bis 12 Monaten
- –Blutverdünner zum Einnehmen
- –Kälteschaden mit Gewebeverlust oder Raynaud als Folge einer Erkrankung
- –Schwangerschaft
- –Psyche: Beginn oder Wechsel der Behandlung in 6 Monaten, Klinik in 12 Monaten, abgeklungene Krise
- –jeder Zweifel nach dem Telefonat
Gut eingestellter Bluthochdruck unter 160/90 braucht keine Einschätzung.
Die Einschätzung erfolgt auf meiner Vorlage, die du mit der Buchungsbestätigung bekommst, ohne Diagnose. Sie muss bis Kursbeginn vorliegen, bei der Ausbildung bis Beginn von Block 1. Du nennst mir das Ergebnis per E-Mail oder am Telefon und bringst das Original zum ersten Tag mit; ich sehe es ein und gebe es dir zurück. Die Kosten trägst du. Liegt die Einschätzung bei Kursbeginn nicht vor, kannst du nicht teilnehmen. Das gilt als Rücktritt zum Kursbeginn, und es gelten die Rücktrittsregeln (AGB § 4 Abs. 7, § 18, § 26 Abs. 3). Ruf mich deshalb früh an, damit genug Zeit für den Arzttermin bleibt.
16.8Das Ergebnis. Es lautet: Teilnahme, Teilnahme mit Auflage oder keine Teilnahme. Eine Auflage halte ich in Textform fest, zum Beispiel „Alleinphase mit offenem Schlafsack“. Keine Teilnahme gibt es nur bei den Gründen in 16.5, wenn die ärztliche Einschätzung die Teilnahme nicht empfiehlt oder wenn ich eine Auflage ablehne, die einen festen Bestandteil des Kurses ganz ausschließt oder eine eigene Betreuung neben der Gruppe braucht, etwa „keine Phase allein“. Dann endet der Vertrag, und du bekommst alle gezahlten Beträge ohne Abzug binnen 14 Tagen zurück (AGB § 4 Abs. 6 und 7). Das gilt nicht, wenn du einen dir bekannten Umstand bei der Frage verschwiegen hast (AGB § 4 Abs. 8).
16.9Änderungen und Freigabegespräch. Ändert sich deine Gesundheit bis Kursende, bei der Ausbildung bis zum Ende von Block 6, sagst du es mir vor dem nächsten Kurstag, auch eine Schwangerschaft (AGB § 4 Abs. 9). Vor Nächten im Freien und Phasen allein führe ich ein kurzes Freigabegespräch: in der Ausbildung vor Block 4 und Block 6, im Intensivkurs vor der Zeit allein am Samstag (13.2). Bei Schwangerschaft wird ein Intensivkurs kostenfrei umgebucht; die Ausbildung wird unterbrochen (AGB § 4 Abs. 10, § 28).
16.10Medikamente. Ich habe keine Medikamente dabei und gebe keine aus. Was du brauchst, bringst du selbst mit, auch Notfallmedikamente, und sagst mir am ersten Kurstag, wo du sie trägst und wie sie angewendet werden (AGB § 7 Abs. 3).
16.11Datenschutz bei Gesundheitsangaben (Intensivkurs und Ausbildung). Die Verarbeitung beruht auf deiner ausdrücklichen Einwilligung (Art. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO), die du an der Kasse vor der Frage mit einem eigenen Häkchen gibst. Sie umfasst deine Antwort und, bei Ja, das Telefonat. Ohne sie ist eine Buchung von Intensivkurs und Ausbildung nicht möglich. Gespeichert wird:
- –deine Antwort Ja oder Nein; welcher Punkt zutrifft, wird nicht abgefragt
- –bei Ja: Ergebnis, Auflage im Wortlaut und Datum, ohne Diagnose; was du im Telefonat sagst, wird nicht aufgezeichnet
- –eine ärztliche Einschätzung sehe ich ein und gebe sie zurück; ich kopiere sie nicht
Nach Kursende, bei der Ausbildung nach Block 6, wird die Angabe aus der Bestellung entfernt. Ergebnis, Antwort, die Versicherung ehrlicher Angaben, die Einwilligung und die Risikoaufklärungen bewahre ich zur Verteidigung von Rechtsansprüchen (Art. 9 Abs. 2 lit. f DSGVO) zehn Jahre ab Ende des Kursjahres auf, nach einem Unfall mit Verletzung bis zum Ablauf der Verjährung, höchstens 30 Jahre (AGB § 15). Die Einwilligung kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, per E-Mail an info@wildnisschule-lupus.de; danach kannst du an Nachtelementen und Phasen allein nicht teilnehmen. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
16.12Falsche oder verschwiegene Angaben zur Gesundheit können ein Mitverschulden an daraus entstehenden Schäden begründen (§ 254 BGB, AGB § 4 Abs. 11) und zum Ausschluss führen (AGB § 9 Abs. 1 Nr. 6).
16.13Essen bei Unverträglichkeit oder Allergie. Ich koche für alle gleich und nehme keine Rücksicht auf Unverträglichkeiten, Allergien oder besondere Ernährungsweisen. Kannst oder willst du etwas nicht essen, bringst du dein eigenes Essen mit und prüfst selbst, was du isst; der Preis bleibt gleich (AGB § 7 Abs. 3). Bei Übungen mit wenig oder ohne Essen gilt das auch für dein eigenes Essen; es liegt im Lager, damit du es nach dem Ende einer Übung hast. Bei einer schweren Allergie gilt außerdem 8.4.
17 · Notfall
17.1Vor Ort gibt es kein medizinisches Personal. Im Notfall leiste ich Erste Hilfe und alarmiere den Rettungsdienst. Wer selbst Erste Hilfe kann, darf im Rahmen seiner Fähigkeiten mithelfen. Die Kursgelände liegen im Wald; bis der Rettungsdienst bei dir ist, dauert es länger als in der Stadt.
17.2Erste-Hilfe-Ausrüstung habe ich im Lager und im Feldgepäck dabei.
17.3Ich trage Handy und Funkgerät, alarmiere den Rettungsdienst und weise ihn am Treffpunkt ein.
17.4Für jeden Kursort gibt es einen Notfallplan mit der Zufahrt für den Rettungswagen und dem Punkt, an dem wir ihn empfangen. Am ersten Tag gehen wir den Notfall-Ablauf gemeinsam durch und benennen die Person, die alarmiert, wenn ich ausfalle (13.5).
17.5Notfallkarte. Schreib deine wichtigsten Angaben auf eine Karte und trag sie bei dir: Notfallkontakt, Medikamente, Allergien, was Helfer wissen müssen. Ich bewahre keine Kopie auf.
17.6Melde Beschwerden sofort, besonders Zeichen von Unterkühlung oder Hitzschlag. Ich greife dann sofort ein. Verschweigst du Beschwerden oder befolgst du Anweisungen nicht, kann das ein Mitverschulden begründen (§ 254 BGB).
17.7Notruf: 112 · Giftnotruf Berlin-Brandenburg: 030 19240 · Kursleitung: 0174 2478570 (steht auch in deiner Buchungsbestätigung) · info@wildnisschule-lupus.de
18 · Alkohol und Drogen
18.1Alkohol, Drogen und andere berauschende Mittel sind während des ganzen Kurses verboten, auch nachts (AGB § 7 Abs. 2).
18.2Sie verschlechtern Reaktion, Koordination und Urteil. Bei Werkzeug, Feuer und Belastung gefährdet das dich und alle anderen.
18.3Wer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen steht, kann vom Kurs ausgeschlossen werden (AGB § 9 Abs. 1 Nr. 4). Die Abrechnung richtet sich dann nach AGB § 9 Abs. 3.
19 · Natur- und Umweltschutz
19.1Wir hinterlassen keine Spuren. Befolge meine Anweisungen zum Schutz der Natur und beschädige keine Pflanzen und Tiere.
19.2Verschmutze keine Gewässer. Waschplätze liegen mindestens 50 Meter vom Wasser entfernt. Nimm nur biologisch abbaubare Seife.
19.3Müll sammeln wir zentral; ich entsorge ihn. Lass nichts in der Natur zurück.
19.4Störe oder schädige keine geschützten Pflanzen und Tiere. Zu Kursbeginn sage ich dir, welche geschützten Arten im Gebiet vorkommen. Verstöße gegen den Artenschutz können strafbar sein.
19.5Feuer im Wald ist in Brandenburg nur mit Erlaubnis zulässig. Feuer machen wir nur an erlaubten Stellen (Abschnitt 9).
19.6Wildcampen ist in Brandenburg ohne Erlaubnis grundsätzlich verboten. Wir übernachten nur auf Flächen, deren Eigentümer zugestimmt haben.
19.7Messer. Für den rechtmäßigen Transport deiner Messer bist du selbst verantwortlich (AGB § 7 Abs. 5). In der Öffentlichkeit gelten Führverbote nach dem Waffengesetz (§ 42a WaffG). Transportiere Messer nicht griffbereit, sondern verschlossen im Rucksack. Hinweise stehen im Vorbereitungsblatt.
20 · Versicherung, Nachsorge, Recht
20.1Ich habe eine Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung über den Gruppenvertrag der TRAINERversorgung e.V. bei der R+V Allgemeine Versicherung AG, Wiesbaden: 5 Millionen Euro Deckungssumme pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden je Schadenereignis, zweifach maximiert.
20.2Teilnahmevoraussetzung sind eine Krankenversicherung und eine private Haftpflichtversicherung mit mindestens 3 Mio. € Deckungssumme. Im Intensivkurs und in der Ausbildung bestätigst du beides bei der Buchung. Einen Nachweis verlange ich von Erwachsenen nicht. Eine Unfallversicherung, die auch Bergungs- und Rettungskosten abdeckt, empfehle ich dringend. Die Kosten eines Rettungs- oder Bergungseinsatzes trägst du oder deine Versicherung, soweit ich nicht nach AGB § 12 hafte (AGB § 7 Abs. 6).
20.3Nachsorge. Das Training endet mit dem Kurs. Eine Betreuung danach gehört nicht zum Vertrag.
20.4Bemerkst du nach dem Kurs anhaltende Belastung, Schlafstörungen, Angst oder andere ungewöhnliche Beschwerden, wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt, eine psychologische Beratungsstelle oder an mich; ich helfe dir, die richtige Stelle zu finden. In einer akuten Krise: Notruf 112 oder TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, rund um die Uhr und kostenfrei.
20.5Ich hafte nach AGB § 12, für Schäden an Leben, Körper und Gesundheit bei Fahrlässigkeit und Vorsatz unbeschränkt. Diese Sicherheitshinweise schränken die gesetzliche Haftung weder ein noch schließen sie sie aus.
20.6Missachtest du schuldhaft diese Hinweise oder meine Anweisungen, kann ein Mitverschulden vorliegen (§ 254 BGB), insbesondere bei eigenmächtigem Handeln gegen eine ausdrückliche Anweisung und bei verschwiegenen Gesundheitsangaben.
20.7Bei schweren oder wiederholten Verstößen gegen Sicherheitsanweisungen kann ich dich vom Kurs ausschließen (AGB § 9).

