Memoiren
Meine Geschichte — Die Innere Ausrüstung
15 Jahre lang habe ich humanitäre Krisen in 22 Ländern dokumentiert — Feuer machen ohne Ausrüstung, Trinkwasser finden in der Wüste, Orientierung ohne Kompass. Und ich beobachtete, warum manche Menschen unter Druck handlungsfähig bleiben und andere erstarren. Aus diesen Erfahrungen habe ich ein Trainingsmodell erkannt, das ich Die Innere Ausrüstung nenne. Dieses Buch erzählt, wie es dazu kam. Kostenlos.
Warum ich dieses Buch geschrieben habe
48 Stunden lang lag ich unter einem Metalltor in Afghanistan. Durch einen zehn Zentimeter breiten Schlitz konnte ich die Füße der Menschen sehen, die nach mir suchten. Mein Puls hämmerte. Mein Körper wollte rennen. Aber ich blieb still. Nicht weil ich mutig war — sondern weil ich gelernt hatte, meinen Atem zu kontrollieren, bevor er mich kontrolliert.
Das war 2010. Ich war als Fotojournalist unterwegs, für humanitäre Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, UNICEF und GIZ. Ich dokumentierte, was Menschen in Krisengebieten durchmachen. Aber irgendwann verstand ich: Ich dokumentierte nicht nur ihre Krisen. Ich dokumentierte meine eigenen.
Ich habe nicht trainiert zu überleben — ich überlebte, weil die Arbeit es verlangte.
Ich habe nicht trainiert zu überleben — ich überlebte, weil die Arbeit es verlangte.
Dieser Satz fasst zusammen, was dieses Buch ist. Kein Ratgeber. Kein Abenteuer-Bericht. Sondern die Geschichte eines Weges. Von einer Psychiatrie in Münster über 22 Krisenländer und den Amazonas. Bis zur Gründung einer Wildnisschule in der Schorfheide.
In diesem Weg stecken Nachtbiwaks bei minus 15 Grad, Trinkwassergewinnung in der äthiopischen Wüste, Orientierung ohne GPS auf drei Kontinenten. Aber auch eine Einweisung in die Psychiatrie, der Verlust eines besten Freundes und ein Nachmittag am Berliner Landwehrkanal, an dem nichts mehr hielt. Dieses Buch verschweigt nichts davon.
Unterwegs habe ich etwas beobachtet, das die Stressforschung seit Jahrzehnten bestätigt: Ob jemand eine Krise übersteht, entscheidet sich nicht am Rucksack. Es entscheidet sich an dem, was während der Krise im Inneren passiert. An der Fähigkeit, Feuer zu machen, Wasser zu finden, einen Unterschlupf zu bauen — und gleichzeitig klar zu denken, wenn alles dagegen spricht.
Diese acht Szenen erzählen, wie ich das erkannt habe.
Für wen ich dieses Buch geschrieben habe
Für Menschen, die spüren, dass äußere Sicherheit allein nicht reicht. Die sich fragen, wie sie unter Druck handlungsfähig bleiben — körperlich und mental. Für Fach- und Führungskräfte, die ernsthafte Vorbereitung suchen, nicht Spaß-Events. Für Familien, die ihren Nächsten mehr bieten wollen als einen Notfall-Rucksack. Für Einsatzkräfte bei Feuerwehr, Polizei und THW, die wissen, dass Technik allein nicht reicht, wenn der Druck steigt.
Es ist nicht für Abenteuer-Touristen. Nicht für Leute, die sich unterhalten lassen wollen. Und nicht für die, die glauben, ein Messer und ein Feuerstahl machen sie krisenfest. Dieses Buch ist für die, die es ernst meinen. Hier ist, was dich erwartet.
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Acht Szenen. Ein Weg.
Jede Szene beginnt mit einem Bild — so, wie ich es als Fotojournalist gesehen habe. Und jede endet mit einer Erkenntnis, die mich verändert hat. Zusammen ergeben sie den Bogen von einem Menschen, der sich aufgegeben hatte, zu einem, der gelernt hat, der Wirklichkeit standzuhalten.
Prolog — 52 Grad. Danakil-Senke. Eine Türkentaube auf einem Felsen, wo nichts überleben sollte. Kein Wasser. Kein Schatten. Zwei Prozent Luftfeuchtigkeit. Sie sitzt da und atmet. Ich sitze hinter geschlossenen Scheiben und bete. Die Frage, die alles auslöst: Warum bin ich hier?
Die Glocken — Münster, 2001. Ich bin zwanzig und am Ende. Keine Ausbildung, keine Freunde, kein Schlaf seit Wochen. Meine Hand liegt am Schlüssel, aber die Glocken hinter dem Haus sind lauter. Ich gehe in eine Kirche, in der ich noch nie war. Dort wird ein Kind getauft. Es fängt gerade an. Ich bin gerade fertig. An diesem Morgen rufe ich in der Psychiatrie an.
Das Feuer — Dieselbe Woche. Hundert Bücher auf einem Scheiterhaufen am Hafen. Benzin. Ein Streichholz. Die Flammen werden grün, weil Druckerschwärze so brennt. Alles, was ich war, wird Asche. Bis auf ein Buch, das ich nicht loslassen kann. Ich werfe es trotzdem.
Die Füße — Afghanistan, 2010. Ich liege unter einem Metalltor. Zehn Zentimeter Spalt zwischen mir und dem Tod. Draußen suchen Männer nach jemandem, der aussieht wie ich. Ich sehe ihre Sandalen. Ich zähle die Riemen. Ich zähle meinen Atem. Ich liege still — nicht weil ich mutig bin, sondern weil mein Körper leben will, obwohl mein Kopf schon aufgegeben hat.
Die Wüste — Äthiopien, 52 Grad. Eine Kalaschnikow auf der Mittelkonsole. Doom Metal auf den Kopfhörern. Schwefel in der Kehle. 300.000 Vertriebene, eine zerstörte Klinik, und ich mittendrin mit einer Kamera. Mein erster Atemzug brennt wie Feuer. Der zweite auch. Hier lerne ich: Der Körper hört auf zu warnen, bevor er aufhört zu funktionieren.
Das Messer — Brasilianischer Amazonas. Mehrere Monate bei den Waiãpi. Sie drücken mir eine Schrotflinte in die Hand und sagen: Wer nicht jagt, isst nicht. Ein vierzehnjähriger Junge navigiert nachts durch schwarzes Wasser, ohne Licht, ohne Karte. Sein Werkzeug: ein rostiges Messer ohne Griff. Meines: eine Kamera für zwölftausend Euro. Er überlebt. Nicht wegen der Ausrüstung — wegen dem, was er weiß.
Die Eichel — Nieselregen. Schwarze Jacken. Phil ist tot. Er hatte mich gebeten, ihn mit in den Wald zu nehmen. Ich habe es nicht getan. An seinem Grab drückt mir ein Fremder eine Eichel in die Hand. In dieser Eichel steckt die Wildnisschule — gebaut aus dem Wissen, dass ich zu spät war.
Der Kanal — Berlin. Mein Sohn wird geboren. Und am Landwehrkanal bricht zusammen, was fünfzehn Jahre gehalten hat. Die Stufen. Das Wasser. Eine Stimme, die sagt: Spring. Der härteste Ort zum Überleben war nicht Afghanistan. Nicht die Danakil. Es war dieser Kanal, drei Gehminuten von der Wohnung, in der mein Kind schlief.
Das Wandbild — 2021. Beide Großeltern sterben. Ein leeres Zimmer. An der Wand: Fotos, Stecknadeln und sechs Worte in der Mitte. Auf dem Schreibtisch ein Stift, der noch nach seinem Großvater riecht. Ich schreibe zwölf Sätze. Sie werden zum Codex einer Wildnisschule.
Epilog — Sonntagmorgen. Kalter Kaffee. Streitende Kinder im Garten. Eine Hand auf meinem Unterarm — kurz, ohne Druck, dann wieder weg. Manchmal, nachts, kommt noch der Kanal. Aber morgens bin ich noch da. So sieht es aus, wenn jemand geblieben ist.
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Das Trainingsmodell hinter dieser Geschichte
In 22 Krisenländern habe ich beobachtet, dass bestimmte Menschen unter extremem Druck Feuer entzünden, Wasser finden, Schutz bauen — während andere mit derselben Ausrüstung erstarren.
Dr. John Leach (University of Portsmouth) dokumentierte, dass nur 10–15 % der Menschen in akuten Krisen sofort handlungsfähig bleiben. 65–80 % erstarren. Nicht aus Schwäche — sondern weil das Gehirn unter Stress anders arbeitet.
Die Innere Ausrüstung ist ein praxisbasiertes Trainingsmodell für Handlungsfähigkeit unter Stress. Ich habe es aus meiner Felderfahrung und der Auseinandersetzung mit Stressforschung, Überlebenspsychologie und Entscheidungswissenschaft erkannt. Fünf Dimensionen — Stabilität, Klarheit, Charakter, Tiefe, Handeln — die sich trainieren lassen. Körperlich und mental.
Mors Kochanski brachte es auf den Punkt: Je mehr du weißt, desto weniger musst du tragen. Dieses Buch erzählt, wo dieses Wissen herkommt. Das Training zeigt, wie du es aufbaust.
Wer die Szenen liest, versteht das Warum. Wer das Training durchläuft, erlebt das Wie — draußen, im Feld, unter echten Bedingungen.
Über Maurice Ressel
Ich bin Survival-Experte und Gründer der BNE-zertifizierten Wildnisschule Lupus. 15 Jahre Felderfahrung aus 22 Krisenländern. Mit Die Innere Ausrüstung verbinde ich praktische Survival-Skills mit der psychologischen Vorbereitung, die dahintersteht.
30 humanitäre Einsätze, unter anderem für Ärzte ohne Grenzen, UNICEF, GIZ, Cap Anamur und Mercy Ships. Mehrere Monate Feldforschung bei den Waiãpi im brasilianischen Amazonas. IPA Award 2017 „Best of Show”. Buchautor bei Penguin Random House. Bekannt aus ZDF Terra X und dem Weltwach Podcast (Erik Lorenz). Meine Wildnisschule ist BNE-zertifiziert und hat ihren Sitz in der Schorfheide, Brandenburg.
Vom Lesen zum Erleben
Wenn du nach dem Lesen spürst, dass du diese Dimensionen nicht nur verstehen, sondern trainieren willst — dann ist das Training der nächste Schritt. Nicht als Seminar. Nicht als Online-Kurs. Sondern draußen, in der Schorfheide, mit den Händen im Dreck und dem Kopf bei der Sache. In einem persönlichen Erstgespräch kläre ich mit dir, welches Format zu dir passt.
Persönlich mit Maurice. 30 Minuten. Ohne Verkaufsdruck
