Glossar › Krisenvorsorge

Von Maurice Ressel, Experte für Krisenvorsorge und Survival – 15 Jahre Felderfahrung in 22 Krisenländern

Krisenvorsorge: Definition, Geschichte und Bedeutung für Deutschland

Krisenvorsorge bezeichnet die Gesamtheit aller vorbeugenden und vorbereitenden Maßnahmen, die staatliche Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen ergreifen, um die Folgen von Krisen und Katastrophen zu verringern und die Handlungsfähigkeit während einer Störung zu sichern. Der Begriff umfasst sowohl den institutionellen Bevölkerungsschutz als auch die individuelle Eigenvorsorge und verbindet damit zwei Ebenen, die in der deutschen Sicherheitsarchitektur historisch getrennt sind.

Krisenvorsorge auf einen Blick

Krisenvorsorge ist kein einheitlich definierter Rechtsbegriff. Das BBK verwendet den Begriff in Pressemitteilungen, Broschüren und Kampagnen – ohne ihn in seinem eigenen Glossar formal zu definieren. Der meistgenutzte Vorsorgebegriff Deutschlands besitzt weder eine Legaldefinition noch einen Wikipedia-Artikel.

Der Begriff verbindet institutionellen Bevölkerungsschutz (Katastrophenschutz der Länder, Zivilschutz des Bundes) mit individueller Eigenvorsorge (Notvorräte, Notfallpläne, Selbsthilfefähigkeit). Deutschlands föderale Kompetenzteilung trennt beide Ebenen verfassungsrechtlich.

Drei Krisenereignisse zwischen 2020 und 2022 veränderten den deutschen Krisenvorsorge-Diskurs dauerhaft: die COVID-19-Pandemie, die Ahrtal-Flut mit mindestens 135 Toten und die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Trotzdem haben 53 Prozent der Deutschen noch keine gezielte Vorsorge betrieben (BBK, 2025).

Das Sendai-Rahmenwerk der Vereinten Nationen und die EU-CER-Richtlinie bilden den internationalen Ordnungsrahmen.

Was genau bedeutet Krisenvorsorge?

Keine deutsche Behörde, kein Gesetz und kein Fachlexikon hat den Begriff Krisenvorsorge formal definiert. Das BBK-Glossar – die maßgebliche Begriffssammlung des Bevölkerungsschutzes – enthält Einträge für Vorsorge, Notfallvorsorge, Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz. Einen Eintrag für Krisenvorsorge gibt es nicht (BBK Glossar, Band 8).

Die dort verzeichnete Definition von Vorsorge stammt aus der Naturkatastrophenforschung und beschreibt die „Summe aller vorbeugenden und vorbereitenden Maßnahmen, die zur Vermeidung, Verringerung und Bewältigung von Schadensereignissen ergriffen werden können” (Plate und Merz, 2001). Notfallvorsorge wird als Oberbegriff für Notfallplanung und vorbereitende Maßnahmen geführt. Bevölkerungsschutz umfasst „alle Aufgaben und Maßnahmen der Kommunen und der Länder im Katastrophenschutz sowie des Bundes im Zivilschutz”. Die drei Begriffe adressieren unterschiedliche Handlungsebenen, werden im institutionellen Sprachgebrauch aber häufig synonym verwendet.

Krisenvorsorge taucht in keinem deutschen Gesetz, keiner DIN-Norm und keinem ISO-Standard als eigenständiger Terminus auf.

Diese terminologische Unschärfe hat einen strukturellen Grund. Das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG, 2009) regelt den Zivilschutz als Bundesaufgabe und beschränkt sich auf den Schutz vor kriegsbedingten Gefahren. Die Konzeption Zivile Verteidigung (KZV) von 2016 spricht von „ziviler Notfallvorsorge des Bundes”. Die Deutsche Resilienzstrategie (2022) operiert mit „Katastrophenvorsorge” im Sinne des Sendai-Rahmenwerks. Krisenvorsorge taucht in keinem dieser Dokumente als eigenständiger Terminus auf – und genau das macht ihn zur sprachlichen Brücke zwischen Staat und Bürger.

Drei Verwendungsebenen lassen sich unterscheiden: Individuell meint Krisenvorsorge die persönliche Eigenvorsorge – Notvorräte, Notfallpläne, Erste-Hilfe-Fähigkeiten. Auf institutioneller Ebene bezeichnet sie die planerische Vorbereitung staatlicher Organe auf Großschadenslagen. Strategisch steht sie für die gesamtgesellschaftliche Resilienzbildung, wie sie die Bundesregierung seit 2022 verfolgt. Im internationalen Vergleich fehlt ein präzises Äquivalent: Das englische „emergency preparedness” deckt nur die operative Ebene ab, das französische „prévention des catastrophes” nur die Prävention.

Wie hat sich Krisenvorsorge in Deutschland entwickelt?

Die Geschichte der deutschen Krisenvorsorge folgt einem Dreischritt: Aufbau im Kalten Krieg, Rückbau nach 1990, Wiederaufbau seit 2020.

Ab 1958 baute die Bundesregierung über das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz eine zivile Verteidigungsinfrastruktur auf: rund 2.000 öffentliche Schutzräume, ein Netz von etwa 80.000 Sirenen und zehn Warnämter. Die Kapazität deckte drei Prozent der Bevölkerung. Nach der Wiedervereinigung folgte der systematische Abbau: Zwischen 1993 und 1998 wurden rund 20.000 Sirenen demontiert, alle Warnämter geschlossen. Das Bundesamt für Zivilschutz wurde 1999 aufgelöst. Der Zivilschutz-Etat sank um 380 Millionen D-Mark.

Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges schützten Deutschlands Bunker drei Prozent der Bevölkerung. Danach wurden fast alle abgebaut.

Die Elbeflut 2002 offenbarte die Lücken. Die Bundesregierung reagierte mit dem Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum (GMLZ) und gründete am 1. Mai 2004 das BBK. Am 24. August 2016 beschloss das Bundeskabinett die Konzeption Zivile Verteidigung (KZV) – die erste Aktualisierung seit 1995. Die Empfehlung eines Zehntagevorrats löste eine heftige öffentliche Debatte aus.

Zwischen 2020 und 2022 verdichteten sich drei Krisen zur Zäsur. COVID-19 ab März 2020 machte Lieferkettenrisiken sichtbar. Die Ahrtal-Flut vom Juli 2021 tötete mindestens 135 Menschen in Rheinland-Pfalz, zerstörte über 9.000 Gebäude und ließ 165.000 Menschen ohne Strom zurück. Der Untersuchungsausschuss des Landtags stellte fest, dass der zuständige Landrat keinen Verwaltungsstab einberufen hatte (UA Ahrtal, Drs. 18/10000, 2024). Im Kern legte die Katastrophe das strukturelle Problem der föderalen Kompetenzteilung offen: Warnmeldungen des GMLZ erreichten die Kreisebene zu spät oder gar nicht.

Krisenvorsorge ist der einzige deutsche Begriff, der staatlichen Bevölkerungsschutz und individuelle Eigenvorsorge in einem Konzept vereint – obwohl ihn keine Institution formal definiert hat.

Die Zeitenwende-Rede von Bundeskanzler Scholz am 27. Februar 2022 löste Reformprozesse aus, die über die militärische Verteidigung hinausreichten. Die Innenministerkonferenz gründete am 2. Juni 2022 das GeKoB; sechs Wochen später beschloss die Bundesregierung die Resilienzstrategie. Es folgten die Nationale Sicherheitsstrategie im Juni 2023 und das KRITIS-Dachgesetz im März 2026. Der BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen”, im Oktober 2025 erschienen, benennt Krieg erstmals als realistisches Szenario für die Bürgervorsorge.

Wer ist für Krisenvorsorge in Deutschland zuständig?

Alle – und damit niemand allein. Das BBK koordiniert den Bevölkerungsschutz auf Bundesebene, betreibt das GMLZ und veröffentlicht den Ratgeber. Das THW stellt mit rund 80.000 Ehrenamtlichen die operative Einsatzorganisation. Beide können im Katastrophenfall aber nur tätig werden, wenn ein Landkreis die Hilfe anfordert.

Die eigentliche Zuständigkeit liegt bei den 294 Landkreisen und 107 kreisfreien Städten. Die 16 Länder regeln Organisation und Ausstattung in eigenen Gesetzen. Das GeKoB soll Bund und Länder künftig besser vernetzen – als freiwillige Koordinationsplattform, nicht als weisungsbefugte Behörde.

Der Bundesrechnungshof stellte 2013 fest: Der Bund habe „weder ein Zivilschutzkonzept noch ein Gesamtkonzept zum Bevölkerungsschutz” (BRH, Beitrag Nr. 17).

Die Nationale Sicherheitsstrategie 2023 entschied sich gegen eine Grundgesetzänderung und setzte auf „kooperativen Föderalismus”. THW-Präsidentin Sabine Lackner brachte die Konsequenz auf den Punkt: Der Zivilschutz stehe auf ehrenamtlichen Schultern und brauche eine auskömmliche Finanzierung (Lackner, 2023). BBK-Präsident Ralph Tiesler bezifferte den Investitionsbedarf auf rund zehn Milliarden Euro über vier Jahre (Tiesler, 2025).

Wie unterscheidet sich Krisenvorsorge von verwandten Begriffen?

Bevölkerungsschutz, Katastrophenschutz, Zivilschutz, Eigenvorsorge, Resilienz, Prepping – im alltäglichen Sprachgebrauch werden diese Begriffe oft austauschbar verwendet. Fachlich bezeichnen sie unterschiedliche Ebenen.

Begriff Kernbedeutung Reichweite Definiert?
Bevölkerungsschutz Institutioneller Oberbegriff Staatliche Maßnahmen: Katastrophenschutz (Länder) + Zivilschutz (Bund) Ja (BBK Glossar)
Katastrophenschutz Operative Gefahrenabwehr Ländersache, Kreise als untere Behörden Ja (Landesgesetze)
Zivilschutz Schutz vor Kriegsgefahren Bundessache (ZSKG) Ja (ZSKG §1)
Eigenvorsorge Individuelle Vorsorge Notvorräte, Notfallpläne, Selbsthilfe Operational (BBK)
Resilienz Widerstandsfähigkeit Strategischer Rahmen (Sendai, Resilienzstrategie) Ja (Resilienzstrategie)
Krisenvorsorge Gesellschaftlicher Oberbegriff Alle Ebenen: Staat + Bürger + Organisationen Nein
Prepping Subkulturelle Praxis Individuelle Vorsorge, teils ideologisch Nein

Bevölkerungsschutz ist der institutionell definierte Oberbegriff – er beschreibt, was der Staat tut. Krisenvorsorge ist der gesellschaftlich gelebte Oberbegriff – er beschreibt, was alle tun.

Die Abgrenzung zu Resilienz verdient besondere Aufmerksamkeit. Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Systems, Störungen zu absorbieren und sich zu erholen – ein Zustand. Krisenvorsorge beschreibt die Maßnahmen, die diesen Zustand herstellen sollen – ein Prozess. Die Resilienzstrategie formuliert es so: „In Vorsorge investieren, um die Resilienz zu stärken” (Bundesregierung, 2022). Krisenvorsorge ist das Mittel, Resilienz das Ziel.

Der Kultursoziologe Julian Genner beschreibt Prepping als Praxis, die „zwischen Bürgerpflicht, Lebensstil und Staatsskepsis” oszilliert (Genner, 2021). In der hier verwendeten Taxonomie ist Prepping eine spezifische Ausprägung individueller Krisenvorsorge – ein Subset, kein Synonym.

Auf internationaler Ebene fehlt ein präzises Äquivalent. Das Sendai-Rahmenwerk definiert „Preparedness” als Wissen und Fähigkeiten für wirksame Katastrophenreaktion (UNDRR, 2017). Die EU steuert über UCPM und CER-Richtlinie eigene Konzepte bei. Keines deckt den Bedeutungsumfang von Krisenvorsorge ab – der Begriff ist eine spezifisch deutsche Lösung für ein spezifisch deutsches Governance-Problem.

Wie gut ist Deutschland auf Krisen vorbereitet?

Nur 46 Prozent der Deutschen haben einen Notvorrat angelegt – obwohl 75 Prozent die BBK-Empfehlung von zehn Tagen für sinnvoll halten (Forsa, April 2025, n=1.001). Dieses Muster reicht weiter zurück als die aktuelle Debatte.

Vor der COVID-19-Pandemie lag die Vorsorgequote noch niedriger: Lediglich rund zehn Prozent hatten durch Bevorratung vorgesorgt (norstat/Aktion Deutschland Hilft, 2020). Die Pandemie löste Hamsterkäufe aus – Seife plus 337 Prozent, Toilettenpapier plus 211 Prozent in einer Märzwoche 2020 (Destatis). Ein nachhaltiger Vorsorgeeffekt blieb aus. Die Panik verflog. 2025 hatten 53 Prozent noch keine gezielte Vorsorge betrieben (BBK, 2025).

Krisenvorsorge ist das Mittel, Resilienz das Ziel.

Die Kluft zwischen Wissen und Handeln hat psychologische Ursachen. Der Normalitätsbias – die Neigung, die Wahrscheinlichkeit bekannter Alltagsszenarien zu überschätzen und neuartige Bedrohungen zu unterschätzen – erklärt, warum abstrakte Krisenszenarien selten in konkrete Vorsorge münden. Die Krisenpsychologie untersucht diese Mechanismen systematisch.

Daten aus Österreich schärfen den Blick. Im EY Blackout Readiness Check rechneten 2022 noch 38 Prozent mit einem großflächigen Stromausfall innerhalb von zwei Jahren; bis 2026 sank der Wert auf 29 Prozent (EY Österreich, n=1.000+). Die sinkende Erwartung korreliert nicht mit sinkender Verwundbarkeit: 49 Prozent gaben an, keine 14 Tage überstehen zu können (IFDD/Kronen Zeitung, n=1.200).

Die Versicherungswirtschaft treibt die Debatte von einer anderen Seite. Der GDV bezifferte die versicherten Naturkatastrophenschäden für 2024 auf 5,7 Milliarden Euro; die Ahrtal-Flut 2021 hatte mit 12,6 Milliarden den Rekord gesetzt. Nur rund 50 Prozent der Wohngebäude verfügen über eine Elementarschadenversicherung (GDV, 2024). Die Debatte über eine Pflichtversicherung, verankert im Koalitionsvertrag 2025, verbindet finanzielle Risikoabsicherung mit dem breiteren Thema der Krisenvorsorge.

Wer über Checklisten und Vorratsempfehlungen hinausgehen will, findet in professionellen Trainingsformaten – etwa im Bereich Survival Training – Ansätze, die neben der materiellen auch die psychologische Handlungsfähigkeit in Krisensituationen stärken.

Wo liegen die Grenzen der deutschen Krisenvorsorge?

Die föderale Fragmentierung bleibt das Kernproblem. Die Nationale Sicherheitsstrategie 2023 entschied sich gegen eine Grundgesetzänderung – und damit für kooperativen Föderalismus statt zentraler Steuerung. Die Zuständigkeitsteilung, die im Ahrtal zu tödlichen Informationsbrüchen führte, bleibt bestehen.

Die Definitionslücke spiegelt eine Governance-Lücke wider: Kein Akteur verfügt gleichzeitig über die rechtliche Zuständigkeit, die politische Deutungshoheit und die wissenschaftliche Autorität, um Krisenvorsorge als Gesamtkonzept zu definieren. Das BBK definiert Bevölkerungsschutz – seinen Bereich. Krisenvorsorge zu definieren würde implizit Autorität über den Katastrophenschutz der Länder und über individuelles Handeln beanspruchen, das laut BBK-Glossar „kein Teil der nationalen Sicherheitsarchitektur” ist.

Strategiedokumente existieren. Deren Übersetzung in operative Fähigkeiten dauert länger als die politischen Zyklen, die sie hervorbringen.

Der Bundesrechnungshof hat wiederholt festgestellt, dass die Stärkung des Bevölkerungsschutzes „nur unzureichend vorangetrieben” wird (BRH, 2021). Der Katastrophenforscher Martin Voss formulierte nach der Ahrtal-Flut eine Diagnose, die über den Einzelfall hinausweist: Die Gesellschaft erwarte solche Katastrophen nicht mehr, weil sie sich für zu hochtechnisiert und zu wohlhabend halte (Voss, 2021). Diese kognitive Distanz zwischen Risikobewusstsein und Risikorealität bleibt die zentrale Herausforderung für jede Krisenvorsorge, die über Checklisten hinausgehen will.

Häufig gestellte Fragen zur Krisenvorsorge

Was ist der Unterschied zwischen Krisenvorsorge und Katastrophenschutz?

Katastrophenschutz bezeichnet die operative Gefahrenabwehr bei Großschadenslagen und liegt in der Zuständigkeit der Länder. Krisenvorsorge ist breiter: Der Begriff umfasst neben dem staatlichen Katastrophenschutz auch die individuelle Eigenvorsorge, die unternehmerische Kontinuitätsplanung und die strategische Resilienzpolitik.

Während Katastrophenschutz primär reaktiv auf eingetretene Schadenslagen reagiert, beschreibt Krisenvorsorge den proaktiven Ansatz über alle Ebenen hinweg.

Was empfiehlt das BBK für die persönliche Krisenvorsorge?

Der BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen” (Oktober 2025) empfiehlt Lebensmittel und Getränke für mindestens zehn Tage bei zwei Litern Wasser pro Person und Tag. Die Checkliste umfasst Dokumentensicherung, Notapotheke, Energieversorgung bei Stromausfall und einen Familien-Notfallplan.

Der Ratgeber ist kostenlos auf bbk.bund.de verfügbar. Wer die psychologische Handlungsfähigkeit gezielt trainieren will, findet in professionellen Survival-Trainingsformaten ergänzende Ansätze.

Ist Prepping dasselbe wie Krisenvorsorge?

Nein. Prepping ist eine spezifische Form individueller Krisenvorsorge mit subkultureller Identität, eigener Terminologie und oft ausgeprägtem Materialinteresse. Julian Genner beschreibt es als Praxis zwischen Bürgerpflicht und Staatsskepsis (Genner, 2021).

Krisenvorsorge ist der Dachbegriff, der neben Prepping auch institutionelle Vorsorge, kommunale Planung und die BBK-empfohlene Eigenvorsorge einschließt.

Wer ist in Deutschland für Krisenvorsorge zuständig?

Die Zuständigkeit ist geteilt. Katastrophenschutz im Frieden ist Ländersache; die Kreise bilden die unteren Behörden. Der Bund ist für den Zivilschutz zuständig und unterstützt über BBK, THW und Bundeswehr (Art. 35 GG).

Das GeKoB soll die Zusammenarbeit verbessern, hat aber keine Weisungsbefugnisse. Für die persönliche Eigenvorsorge ist jeder Bürger selbst verantwortlich.

Warum gibt es keine offizielle Definition von Krisenvorsorge?

Der Hauptgrund liegt in der föderalen Kompetenzverteilung. Krisenvorsorge erstreckt sich über Zivilschutz (Bundessache), Katastrophenschutz (Ländersache) und individuelle Eigenvorsorge (keine staatliche Zuständigkeit). Keine Institution besitzt die Befugnis, einen Begriff zu definieren, der alle drei Ebenen abdeckt.

Das Ergebnis: Ein Begriff, den alle nutzen, aber niemand normiert.

Quellenverzeichnis

BBK (2011ff.). Glossar – Zentrale Begriffe des Bevölkerungsschutzes, Band 8. Bonn.

BBK (2025). Vorsorgen für Krisen und Katastrophen. Ratgeber, 1. Aufl., ISBN 978-3-949117-32-9.

BBK (2025). Repräsentative Bevölkerungsbefragung zur Krisenvorsorge. Bonn.

BMI (2016). Konzeption Zivile Verteidigung (KZV). Kabinettsbeschluss 24.08.2016.

Bundesregierung (2022). Deutsche Strategie zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen. 13.07.2022.

Bundesregierung (2023). Nationale Sicherheitsstrategie. 14.06.2023.

Bundesrechnungshof (2013). Bemerkungen 2013, Beitrag Nr. 17.

Bundesrechnungshof (2021). Neuausrichtung Bevölkerungsschutz.

EY Österreich (2022–2026). Blackout Readiness Check. n=1.000+.

Forsa (04/2025). Umfrage Krisenvorsorge, RTL/ntv. n=1.001.

GDV (2025). Naturgefahrenstatistik 2024. Berlin.

Genner, J. (2021). Preppen. APuZ 10–11/2021, bpb.

Landtag RLP (2024). UA Flutkatastrophe, Drs. 18/10000.

Lackner, S. (2023). Interview. taz, August 2023.

norstat/ADH (2020). Umfrage Katastrophenvorsorge.

Plate, E. / Merz, B. (2001). Naturkatastrophen. Schweizerbart.

Tiesler, R. (2022/2025). BBK-Amtsantritt / Investitionsbedarf.

UNDRR (2017). Sendai Framework Terminology – Preparedness.

Voss, M. (2021). Ahrtal-Analyse. tagesschau.de.

ZSKG (2009). Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz.


Über den Autor

Maurice Ressel ist Experte für Krisenvorsorge und Survival mit 15 Jahren Felderfahrung in 22 Krisenländern, Fotojournalist (IPA Award 2017) und Autor bei Penguin Random House. Er leitet die Wildnisschule Lupus in Brandenburg und bildet Zivilpersonen in Krisenvorsorge, Survival und psychologischer Handlungsfähigkeit aus. Seine Arbeit verbindet militärisch-professionelle Trainingsstandards mit wissenschaftlich fundierter Krisenpsychologie.

Vollständiges Expertenprofil → /survival-experte/

Survival Training in der Praxis erleben → Kurse bei der Wildnisschule Lupus

Zuletzt aktualisiert: März 2026

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