Unser Konzept

Die Wildnisschule Lupus ist Deutschlands erste Schule, die ihre Kurs-, Ausbildungs- und Umweltbildungsprogramme nach dem Holistic-Survival-Konzept gestaltet und durchführt. Bei uns kannst du an einem Ort alle Wildnis-Fähigkeiten und -Fertigkeiten lernen, um in der Natur leben und überleben zu können. Doch wie schaffen wir ein solch vielfältiges Angebot und was steckt hinter dem Begriff Holistic-Survival? In diesem Artikel teilen wir mit dir unsere Gedanken, Meinungen und unser Konzept eines ganzheitlichen und modernen Survival.

Reportage: Holistic-Survival - 3 Tage draußen mit Survival-Experte Maurice Ressel
Reportage: Holistic-Survival - 3 Tage draußen mit Survival-Experte Maurice Ressel

Deine Ausrüstung kannst du verlieren, aber einen starken Körper, eine flexible Psyche, deine Survival-Skills und Sinnesschärfe wirst du immer bei dir haben. Du hast also die wichtigsten Ressourcen schon in dir, um alle Herausforderungen und Abenteuer zu meistern, die im Alltag oder dort draußen in der Natur auf dich warten.

Unsere Vorstellung eines nachhaltigen Survival-Trainings geht über das reine Vermitteln von Kenntnissen hinaus. Ein überlebeskompetenter Mensch ist aufgrund der sensiblen Wahrnehmung der Umwelt und seines eigenen Verhaltens in der Lage, sich an die Vielzahl von möglichen Situationen anzupassen, dabei die unterschiedlichen Survival-Skills einzusetzen und das volle Potenzial der Vegetation und der Umwelt zu nutzen, um in der Natur leben oder überleben zu können. 

Survival (Überleben) ist somit somit viel mehr, als bloß Feuer zu entfachen und mit einem Messer durch den Wald zu streifen. Deswegen konzentrieren wir uns als Wildnisschule nicht nur auf die handwerklichen Fertigkeiten, sondern fördern alle deine Wildnis-Ressourcen wie Körper, Psyche, Sinne und Fertigkeiten. Durch die Erweiterung deiner Sinne und deines Wissens wirst du die Welt mit anderen Augen sehen: Auf einmal ist die Welt voller neuer Dinge. Ein Stein ist auf einmal kein einfacher Stein mehr, sondern ein Werkzeug. Der Gesang des Vogels ist auf einmal die Warnung vor einer Gefahr. Die Welt öffnet sich.

Wir gehen noch einen Schritt weiter und sagen, dass Survival Leben bedeutet. Um dieser Aussage ein Stück näher zu kommen, bitten wir dich, ein kleines Experiment mit uns zu machen. Versuche doch bitte, einen Punkt aus der Liste zu entfernen, ohne dass der „Kreislauf des Handelns“ unterbrochen wird:

Schnleeinfo

  • Ich lebe (Körper)
  • Ich denke (Psyche)
  • Ich nehme wahr (Sinne)
  • Ich interpretiere (intellektuelle Fähigkeit) und handle (fachliche & soziale Fähigkeiten)


Vielleicht siehst du genauso wie wir eine unabdingbare Abhängigkeit von Körper, Geist und Seele. Fehlt eine Komponente, ist es schwierig oder unmöglich Einfluss auf die Umgebung zu nehmen. Und nichts weiter ist Survival: (Über)lebensfähigkeit durch geschickte Einflussnahme auf deine Umgebung. Wir sind davon überzeugt, dass alles voneinander abhängt und dass das eine nicht ohne das andere funktioniert. Deswegen steht die Förderung aller Eigenschaften und Fähigkeiten des Menschen im Zentrum unserer Schule.

Survival ist, das Steuer seines Lebens wieder in die eigenen Hände zu nehmen und sich wieder in Ruhe und mit Geduld der Umwelt zu nähern und sie zu betrachten.

Doch wie viele Survival-Eigenschaften und -Fähigkeiten hat ein/e Einzelne/r? Um das herauszufinden, haben wir uns auf die Reise gemacht und uns einen Überblick über alle fachlichen, methodischen, persönlichen und sozialen Fähigkeiten verschafft.

Zusammen mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Survival, Wildnispädagogik, Jagd, Psychologie und Physiotherapie haben wir ein Kurs- und Ausbildungssystem entwickelt, das dich und die Natur mit all ihren Facetten und Ressourcen einbezieht. Das Ergebnis ist unser Holistic-Survival.

Die Grafik zeigt unser einzigartiges Holistic-Survival. In unserem ganzheitlichen Konzept beziehen wir die Förderung aller Elemente des Menschen und der Natur mit in unser Programmgestaltung mit ein.

Survival als Lebenseinstellung

Survival ist für uns eine Lebenseinstellung und die intensivste und unmittelbarste Form sich persönlich und körperlich zu entwickeln. Diesen Geist wollen wir mit dir teilen. Wir sind stolz, die erste Schule in Deutschland zu sein, die nach diesem holistischen Modell arbeitet. Die ganzheitliche Betrachtungsweise des Themas Survival bedeutet für dich in der Praxis:

  • Vollständigkeit: Ein komplettes, in sich schlüssiges Lernangebot, das dich mit all deinen Fertigkeiten und Fähigkeiten sieht und fördert.
  • Fokussierung: Damit du die effektivsten Survival-Skills der drei Hauptrichtungen des Survival (Archaik (Steinzeit), indigen, militärisch) an die Hand bekommst.
  • Motivation: Zu verstehen, dass du vielfältig bist und dort draußen alles erreichen kannst, was du willst!
  • Verbindung: Ein Survival im Einklang mit der Natur durch eine nachhaltige Handlungsweise.
  • Bodenständigkeit: Die Vermittlung von handfesten Survival-Skills durch unsere Expertinnen und Experten.

Das hört sich erstmal kompliziert an, ist es aber keinesfalls. Wie ein Brennglas fokussiert das Diagramm (siehe Bild) dieses Wissen und bringt es anschaulich auf den Punkt.

 Wir wollen die Menschen in den Wald holen und sie immer ein Stück besser nach Hause entlassen, als sie zu uns gekommen sind

Das Diagramm zeigt außen die vier Elemente (Körper, Geist, Sinne und Fähigkeiten) und in der Mitte die Fertigkeiten und Fähigkeiten. Je besser diese Fertigkeiten und Fähigkeiten ausgeprägt sind, desto effektiver wirst du eine Survival-Situation und die Herausforderungen im Beruf und Alltag bestehen können.

Die Bedeutung der Elemente im Holistic-Survival

Ein Fisch wir als Notnahrung auf einer Survival-Expedition an einem See mit dem Feuer zubereitet.

Ob wir nur einen Tag oder eine Woche draußen sind, alle Elemente durchdringen uns. Das Feuer wärmt, die Erde gibt die Nahrung, das Wasser hält dich am Leben und die Luft lässt dich atmen. Die Elemente umgeben uns und wir arbeiten, leben und lernen von und mit ihnen. Sie zu verstehen, zu nutzen und zu beherrschen ist ein zentraler Punkt in all unseren Kursen und Ausbildungen.

Die Elemente in dein Denken und Handeln mit einzubeziehen, hat für uns nichts mit Esoterik oder abgehobener Spiritualität zu tun, sondern gehört zum notwendigen Survival-Handwerkszeug.  Die Anordnungen der einzelnen Elemente zu den menschlichen Komponenten wie Psyche (Luft), Körper (Erde), Fähigkeiten (Feuer) und Sinne (Wasser) ist uralt und wird unter anderem in den chinesischen und nordamerikanischen Naturreligionen praktiziert.

In unserem Holistic-Survival ordnen wir die Elemente undogmatisch den passenden körperlichen und geistigen Eigenschaften des Menschen zu und zeigen damit seine Abhängigkeit und Verbundenheit mit der „natürlichen Welt“.

Deine Lernwelt mit rotem Faden 

Survival bedeutet, die Pflanzen- und Tierwelt zu kennen. Es bedeutet Navigation, Wetterkunde, Jagd, Ökologie, Psychologie. Kurzum: Survival ist ein ganzer Kosmos aus Fertigkeiten und Wissen. Unsere Schule schafft dabei eine ganze Lernwelt, in der sich das uralte Wissen unserer Vorfahren und der Naturvölker vereint. Das gesamte Kurs- und Ausbildungsprogramm ist dabei in die drei großen Hauptthemen Survival, Wildnispädagogik und Jagd eingeteilt. Bei der Vermittlung dieser Themen steht für uns als Umweltbildungsstätte immer der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen im Mittelpunkt.

Die Erfolgreichen unterscheiden sich von den anderen nicht darin, dass sie etwas wesentlich besser machen, sondern darin, dass sie einfach weiter machen – während andere  aufgeben. Das ist Survival! – Maurice Ressel

Was zeichnet unser Kurs- und Ausbildungsprogramm aus:

  • Das Angebot: Deutschlands umfangreichstes Survival-Angebot deckt alle Wildnisthemen von A-Z ab.
  • Die Fokussierung: Jedes Angebot fokussiert sich auf ein spezielles Thema.
  • Die Survival-Experten: erfahrene Mentorinnen und Mentoren mit Praxiswissen, Humor und pädagogischem Feingefühl.
  • Die Lernmethoden: Sie wecken deine Begeisterung und lassen dir das Wissen zufliegen.
  • Die perfekte Umgebung: Wilde Landschaften sind dein Trainingsraum und Klassenzimmer.

Vorweg: Ob du mit unserem eintägigen Survival-Kurs startest oder direkt eine Woche mit einer Expedition in eine Welt voller Eis und Schnee eintauchst, alle Angebote entfalten für sich alleine ihre volle Wildnis-Power. Wie sanft oder hart du in unsere Lernwelt eintauchen willst, entscheidest du. Denn ob du Anfänger*in, fortgeschritten oder schon ein halber Profi bist, du findest garantiert den Kurs, bei dem du etwas dazulernen kannst!

Der Trainingsindex: Das Leitsystem durch dein Holistic-Survival

Der Trainingsindex zeigt dir genau, welche deiner Eigenschaften wir in den jeweiligen Kursen und Ausbildungen verbessern. So kannst du entscheiden, wann und wo du was lernen und fördern willst.
Willst du in deinen Survival-Skills besser werden, dann komme in unsere knallharte Full-Survival-Ausbildung. Du willst fitter werden, dann steige direkt ein mit unserem Fitness- und Selbstverteidigungskurs. Nimm den Trainingsindex (siehe Abbildung oben) als Entscheidungshilfe für die Auswahl deiner passenden Outdoor-Kurse. So hast du den maximalen Überblick und lernst genau das, was du für die Verwirklichung deiner Vorhaben brauchst.

Zur besseren Übersicht: Diesen kleinen Trainingsindex findest du in den Kursbeschreibungen. Damit du, bevor du dich anmeldest, genau weißt, was dich in diesem Angebot erwartet.

Falls noch Fragen offen sind oder du nicht sicher bist, mit welchem Kurs oder welcher Ausbildung du in unsere Lernwelt einsteigen willst, kannst du uns jederzeit hier kontaktieren.

In Schweden trägt eine Survival-Experte Baumstämme durch den Wald für den Bau eines Survival-Camps zu den Teilnehmern des Kurses.

Deine körperlichen und geistigen Ressourcen 

Der Wildnispädagoge und Survival-Experte Maurice Ressel hat, zusammen mit dem Experten für Trauma-Therapie Tobias Lehmann und dem Physiotherapeuten Amadeus Ressel, zu jeder dieser wichtigen Eigenschaften deines Körpers und deiner Psyche effektive Survival-Trainingsmethoden entwickelt. Bei der Entwicklung der Kursinhalte war das Wissen um die einzelnen trainierbaren Eigenschaften und die dazugehörigen Trainingsmethoden der Schlüssel für ein effektives und spannendes Konzept.

Wenn du deine ganze Zeit darauf verwenden kannst, dich auf die Natur einzustellen, entwickelst du ein Gefühl dafür, wann die Dinge an einem bestimmten Tag nicht richtig sind. Es ist sehr schwer zu erklären. Manchmal hat man nur einen Instinkt – manche nennen es den sechsten Sinn -, aber man kann ihn in außergewöhnlichem Maße entwickeln. Ein Teil meines Trainings bestand darin, zu lernen, die Zeichen zu erkennen und mich auf den Fluss der Natur einzustellen, damit ich besser verstehe, was hier draußen vor sich geht. Es kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. – Ray Mears
In unserem Holistic-Survival-Kurs wird die körperliche und psychische Belastung getestet. Hier springt ein Teilnehmer ins kalte Wasser.

Entdecke hier die Elemente deiner Psyche

Willenskraft ist deine Beharrlichkeit, Zähigkeit, Entschlossenheit, Tatkraft und Zielstrebigkeit im Alltag, unter Stress oder in einer lebensbedrohlichen Situation.
Beispiel: Als angehende Überlebenskünstler*in ist Willenskraft ein zentraler Faktor, um eine extreme Situation, Schmerzen und negative Gedanken zu verdrängen und um handlungsfähig zu bleiben.

Aufmerksamkeit ist die Dauer und Intensität der Konzentrationsfähigkeit auf bestimmte Dinge – im Innen und Außen.
Beispiel: In Zusammenspiel mit deinen Sinnen ist die Aufmerksamkeit deine Alarmanlage und warnt dich vor Gefahren. Gleichzeitig brauchst du sie, um dich in der Wildnis zu orientieren und bei der Jagd zur Spurensuche und schnellen Reaktion.

Resilienz ist deine psychische Widerstandsfähigkeit, eine Ausnahmesituation zu bewältigen.
Beispiel: In einer lebensbedrohlichen Situation sind innere Balance, psychische Widerstandsfähigkeit und ein starker Selbsterhaltungstrieb deine Lebensversicherung, die dich mit Optimismus und Klarheit versorgt.

Intellekt bezeichnet deine Fähigkeit, etwas geistig zu erfassen und Lösungen zu erarbeiten.
Beispiel: Es wird derjenige überleben, der die effizientesten Lösungen und smartesten Ideen erdenken kann. Das Erkennen von Lösungswegen und die Bewusstwerdung von Situation und Kontext spielt im Holistic-Survival eine zentrale Rolle und entscheidet im Notfall über Leben und Tod.

Intuition ist die Gesamtheit deines Erfahrungsschatzes, den du direkt oder indirekt erworben hast und auf den du automatisiert zugreifen kannst.
Beispiel: Die Hauptaufgabe der Intuition im Holistic-Survival ist es, in lebenswichtigen Momenten in einem Bruchteil einer Sekunde auf unseren gesamten Erfahrungsschatz zurückgreifen zu können. So kannst du wertvolle Sekunden sparen, denn deine Intuition versorgt dich mit der Information, die du für die beste Entscheidung brauchst.

Motivation ist deine emotionale Kraft, ein Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Beispiel: Die Beweggründe, die dich immer weiter machen lassen, weil du ein Ziel hast und dieses erreichen willst. Dieses kann Verbesserung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten sein oder das pure Überleben bedeuten.

Empathie ist deine Fähigkeit, Empfindungen, Emotionen, Gedanken und Motive anderer zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden.
Beispiel: Diese Eigenschaft wird im Holistic-Survival oft vernachlässigt. Sie ist eine enorm wichtige soziale Komponente, um Gefahren durch andere Menschen zu erkennen oder in einer Notsituation als Gruppe effektiv  zu funktionieren.

 

 

Die Psyche als „Survival-Reflex-Maschine“

Das Training für deine psychische Belastbarkeit ist kein spirituelles Gehampel – es ist dein Handwerkszeug für die Wildnis dort draußen. Darauf zu achten, auf was du deine Gedanken und Gefühle fokussierst, hat viel damit zu tun, ob die Welt für dich feindlich oder freundlich ist und wie erfolgreich du in ihr agierst. Sei dir bewusst darüber, dass du deine Konzentrationsfähigkeit, das Reaktionsverhalten sowie deine Aufmerksamkeit bewusst verbessern und trainieren kannst.

In unseren Kursen und Ausbildungen zeigen wir dir Handlungen, die du immer und immer wiederholen kannst, um deine Willenskraft zu stärken. Wir zeigen dir, wie du deine Vorstellungskraft und Atmung einsetzt, um Kälte zu überstehen. Wir zeigen dir die Kraft der Imagination (mentales Training). Mit ihr kannst du Situationen vor deinem inneren Auge abspielen lassen und so immer und immer wieder trainieren. Das bereitet dich auf Situationen vor, ohne dass du sie vorher erlebt haben musst.

Das Schärfen deiner Intuition nimmt bei uns einen besonderen Platz ein. Sie ist eine wahre „Survival-Reflex-Maschine“. Du verbesserst sie durch neue Erfahrungen und das in unserer Schule vermittelte Wissen. Wie das funktioniert? Die Intuition ist eine Art Sammelbecken deiner Erfahrungen und Sinneseindrücke. In Bruchteilen von Sekunden wird auf dieses Wissen zurückgegriffen, um richtige Entscheidungen zu treffen. Diese Art „sechster Sinn“ informiert dich so über wichtige Dinge, die du weißt, ohne zu wissen, woher du sie kennst!

Unsere Vorfahren mussten sofort auf Bedrohungen reagieren, ohne sich Zeit zum Nachdenken zu nehmen, und so entwickelte unser Gehirn hyperschnelle Input-Output-Verknüpfungen.

Empfohlener Kurs:  Survival-Psychologie

Eine Frau zieht mit dem Rautekgriff einen anderen Teilnehmer in einer Outdoor-Erste-Hilfe Übung aus der Gefahrenzone.

Entdecke hier die Kerneigenschaften deines Körpers

Kraft: Beschreibt die maximale Kraft, welche du mit deinen Muskeln gegen einen Gegenstand ausüben kannst (Maximalkraft), aber auch die Dauer, mit der du gegen einen Widerstand ankommen kannst (Kraftausdauer).
Beispiel: Die Kraftausdauer wirst du im Extremfall für das Tragen einer verletzten Person benötigen, oder bei der Feuerentfachung mit dem Bow-Drill, wenn alles feucht ist und du es trocken reiben musst. Die Maximalkraft beispielsweise bei einer Befreiungsaktion, wenn du vielleicht eingeklemmt wurdest.

Koordination: Ist das Zusammenspiel deines Nervensystems und der Muskulatur, aber auch unterschiedlicher Muskeln untereinander, innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufs oder um Stabilität zu erzeugen.
Beispiel: Für das Begehen von schwierigem Untergrund, für die Jagd und Nahrungsbeschaffung, wirst du ein gutes Gleichgewicht in der Wildnis und beim Survival-Training benötigen.

Ausdauer: Bezeichnet die Widerstandsfähigkeit deines Körpers gegen Ermüdung und die schnelle Regenerationsfähigkeit nach einer Anstrengung.
Beispiel: Im Survival-Kontext ist eine schnelle, ausdauernde Flucht oder der lange Marsch mit Gepäck ein realistisches Szenario.

Schnelligkeit: Ist deine Fähigkeit, auf einen inneren oder äußeren Reiz in kürzester Zeit zu reagieren und Bewegungen mit hoher Geschwindigkeit auszuführen.
Beispiel: In einem Nahkampf, einer Flucht oder jagdlichen Situation entscheidet deine Reaktionsfähigkeit zwischen Erfolg und Misserfolg.

Flexibilität: Ist die Fähigkeit deines Körpers, unterschiedliche Stellungen und Haltungen einzunehmen.
Beispiel: Eine große Beweglichkeit lässt dich entfliehen, wenn du eingeklemmt bist, und minimiert erheblich das Verletzungsrisiko bei Stürzen.

 

 

Der Körper als Fundament

Für dein körperliches Training musst du wissen, wie du eine Belastung optimal anpasst und die effektivsten Übungen individuell auswählen kannst. Genau dieses Knowhow geben wir dir in den passenden Kursen an die Hand. Mit unserem Konzept wirst du zu deinem eigenen Trainer und selbst zum Experten in Sachen Kraft- und Ausdauertraining. Wie in anderen Bereichen des Holistic-Survival gilt auch hier: Wissen ist das wichtigste Werkzeug und dein bestes Trainingsgerät! Du bekommst die Kompetenz, für dich selbst Ziele zu setzen, die besten Übungen auszuwählen und Belastungen optimal zu dosieren!

Empfohlenes Survival-Training: Selbstverteidigung

In unserem Holistic-Survival-Kursen übt ein Teilnehmer mit einem Messer seine Schnitztechniken.

Entdecke hier deine Fähigkeiten

Fachliche Fähigkeit: ist deine Handlungskompetenz, die wichtigsten Überlebenstechniken (hard-skills) des Survival in der Natur selbständig und erfolgreich umzusetzen.
Beispiel: Dies umfasst alle handwerklichen und wissensbasierten Überlebenstechniken, wie die Wasseraufbereitung, Wassergewinnung, Feuerkunde, Zunderkunde und vieles mehr.

Methodische Fähigkeit: deine Möglichkeiten Informationen einzuholen, um Probleme erfolgreich zu lösen.
Beispiel: Diese Fähigkeit beinhaltet die Methoden, wie du dich aus einer Extremsituation mit intelligenten Lösungen, wie z.B. die Erstellung eines Notfallplanes, herauskämpfst. Es beinhaltet die Problemlösungsfähigkeit, die Fähigkeit Prioritäten zu setzen, und unter Stress Wissen wirksam anzuwenden.

Persönliche Fähigkeit: dies umschreibt deine Persönlichkeit und deine Fähigkeit zur Selbstreflexion sowie die Palette deine Handlungsmöglichkeiten.
Beispiel: Für ein effektives Training, oder ein gutes Leben in der Natur, sind deine Haltung, Einstellung, deine Flexibilität und Kreativität, sowie deine Selbstständigkeit wichtige Charaktereigenschaften, bei denen du nicht müde werden solltest, sie Tag für Tag zu trainieren.

Soziale Fähigkeit: dies sind deine Ressourcen im Umgang mit anderen Menschen.
Beispiel: Die Ureinwohner wissen, dass das Leben in der Gruppe die Überlebenschance um ein Vielfaches erhöht – das gilt auch für uns. Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und  soziales Verhalten sind deine Ressourcen für ein gutes Miteinander.

 

 

Lernen bedeutet Entwicklung

Für ein effektives Lernen in der Praxis befolgen wir vier wichtige Regeln:

  • Lernen ist aktiv und braucht den passenden Kontext. Dein Geist ist besser gerüstet, Informationen über die Natur zu sammeln, wenn du in ihr agierst, als wenn du nur über sie liest oder Vorträge hörst – deswegen geht unser Wissen immer von der Hand in den Kopf!
  • Außerhalb deiner Komfortzone geschieht echtes Lernen und Wachstum. In der gewohnten Umgebung findet ein Lernprozess nur langsam bis gar nicht statt. Verlasse mit unseren Kursen und Ausbildungen deine Komfortzone und komme dorthin, wo echtes, intensives Lernen passiert, das dir für immer erhalten bleibt!
  • Lernen hängt von deiner Motivation ab. Um dich zu motivieren, wecken wir dein Interesse am Survival und an der Natur. Denn du erinnerst dich eher an etwas und verstehst es, wenn du davon fasziniert bist!
  • Neue Fähigkeiten zu erlernen ist eine soziale Aktivität. In unserer Entwicklungsgeschichte konnten wir trotz unserer physischen Verwundbarkeit überleben, indem wir als Gruppe zusammengearbeitet und Probleme gelöst haben. Durch Zusammenarbeit – nicht durch Wettbewerb – lernen wir am besten.

Empfohlene Ausbildung: Wildnispädagogik-Ausbildung

Ein Teilnehmer geht mit verbundenen Augen durch den Wald. Diese Sinnesschule ist ein besonderer Fokus in unsere Survivalschule.

Entdecke hier deine Sinne

Tasten: das aktive Erfühlen der Eigenschaften eines Objekts, wie Größe, die Konturen, Oberflächentextur, Gewicht usw.
Beispiel: Dein Tastsinn wird durch Millionen von Rezeptoren in der Haut möglich. Dein Tastsinn kommt im Training zum Einsatz, wenn dein Sehsinn wegen Dunkelheit oder Blindheit ausgeschaltet ist. So wirst du deine Umgebung ertasten, beurteilen und bei Kontakt schnell reagieren können.

Sehen: die Verarbeitung der optischen Reize durch deine Augen.
Beispiel: Dies ist unser Primärsinn. Lediglich Adler und andere Raubvögel sehen schärfer als wir. Nach einem Überlebenstraining entfaltet der Sehsinn durch ein weitwinkliges peripheres Sehen, mit einem Sehfeld von nahezu 180 Grad, seine volle Effektivität. Im Außenbereich werden eher Bewegungen von Tieren bei der Jagd und im Innenbereich eher Farben und Kontraste von zum Beispiel Spuren und Pflanzen wahrgenommen.

Hören: das Wahrnehmen von Schall durch deine Ohren.
Beispiel: Bei einem normalen Gehörsinn kannst du ca. 400.000 Töne wahrnehmen. Forschungen haben ergeben, dass sich das Hörzentrum bei Blindheit mit einer feineren Frequenzabstimmung anpasst. Wenn der Sehsinn ausgeschaltet wird, ist dies dein wichtigerer Sinn. Dein gut geschulter Hörsinn wird dich bei der Orientierung im Raum und der Abschätzung von Distanzen unterstützen können.

Riechen: deine Sinneswahrnehmung der eingeatmeten Duftstoffe durch deine Nase.
Beispiel: Der Geruchssinn ist für dich insbesondere bei der Auswahl von Notnahrung essenziell und entschiedet über genießbar oder ungenießbar. Aber du triffst auch andere Entscheidungen mit der Nase, denn das Riechen ist eng mit deinen Gefühlen gekoppelt. Gut ausgeprägt, kann er auch als eine Entscheidungshilfe für soziale Fragen oder die Marschrichtung dienen.

Schmecken: die Empfindung von Geschmack, welche durch Reizung der Geschmacksknospen hervorgerufen wird. Schmecken und Riechen sind eng miteinander verbunden.
Beispiel: Spielt eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung von Wasser und Nahrungsqualität und bewahrt uns vor Lebensmittelvergiftungen und Krankheiten.

Gleichgewichtssinn: dient zur Feststellung der Körperlage im Raum.
Beispiel: Das im Ohr befindliche Gleichgewichtsorgan ist wie eine Wasserwaage. So weiß dein Körper, wo oben und unten ist und in welcher relativen Position dazu du dich befindest. Es ermöglicht dir in Kombination mit deinem Sehsinn, dem Tastsinn und deiner Tiefenwahrnehmung dich zu orientieren und selbst bei komplexen Bewegungen (Klettern, Flucht vor gefährlichen Tieren) das Gleichgewicht halten zu können.

Temperatursinn: deine Fähigkeit, Unterschiede bzw. Änderungen der Umgebungstemperatur wahrzunehmen.
Beispiel: Ohne den Temperatursinn würdest du in der Natur entweder bei Temperaturen um null einen Kältetod oder bei Temperaturen über 45 einen Hitzetod erleiden. Doch auch in unseren Breitengraden kannst du im Winter, Sommer, Frühling oder Herbst an Unterkühlung und Überhitzung leiden und gefährlich an Energie verlieren.

Körperempfindung: deine bewusste Wahrnehmung von Körperempfindungen wie Berührung und Schmerz.
Beispiel: Hierdurch vermeidest du schädliche Bewegungen oder entscheidest nach einer Verletzung über Schweregrad und Behandlungsmethode. Der Schmerz kann durch einen hohen Grad an Willenskraft und Motivation für eine lebenswichtige Handlung sorgen.

 

 

Das Tor zu einer neunen Welt

Deine Sinne sind das Tor zur Welt. Sie verdienen deswegen eine besondere Aufmerksamkeit in unserem Holistic-Survival. Wie gut sie ausgeprägt sind, hängt maßgeblich davon ab, wie oft du sie in der Natur trainierst und vor allem, was du gerade denkst. Ein Beispiel: Dein Gehör kann noch so gut sein, wenn du gerade über eine Sache grübelst, wirst du das Geräusch „überhören“. Deine Gedanken vernebeln alle Sinne und geben dir einen Tunnelblick.

Um deine Survival-Sinne zu schulen, sollten deine Gedanken also still und urteilsfrei sein. Sie sollten an nichts mehr anhaften, um frei und unbefangen die Reize von außen durch deine Sinne optimal aufzunehmen. Nachdem durch diese Übungen die Gedanken mit der Zeit leiser geworden sind, sind Augenbinden in unseren Trainings beliebt, um dein Bewusstsein für Hören, Fühlen und Riechen zu verbessern. Lass dich in unseren Kursen- und Ausbildungen überraschen, was für Sinnesübungen auf dich warten!

Empfohlene Ausbildung: Full-Survival 

Im Holistic-Survival Kurs zeigt der Mentor Maurice Ressel einem Teilnehmer neben einer Laubhütte den Bau eins Bow-Drills.

Was zeichnet einen guten Survival-Mentor aus?

Was wäre eine Schule und ein Lernsystem ohne ihr erfahrenes und kompetentes Mentoren-Team. Sie sind das Herz und die Seele und vermitteln dir ihre Erfahrungen. Eine wesentliche Voraussetzung bei uns zu arbeiten sind Leidenschaft und Passion! So sind in unserem Team ausschließlich Outdoor-Begeisterte, die es lieben, ihre Skills und Lebenserfahrung mitreißend zu vermitteln.

Unsere Mentoren und Mentorinnen sind für dich:

  • informierend, denn sie stellen sicher, dass du möglichst viele Informationen an die Hand bekommst, um die besten Entscheidungen dort draußen zu treffen. Sie vermitteln dir Wissen aus einem reichhaltigen Erfahrungsschatz, das so ohne weiteres nicht in einschlägigen Ratgebern zu finden ist.
  • unterstützend, um dich zu ermutigen, vernünftige und notwendige Risiken einzugehen, um deine Lernziele zu erreichen.
  • ehrlich, denn sie wissen, dass es nicht sinnvoll ist, dich anzulügen, damit du dich besser fühlst. Das gilt vor allem, wenn es darum geht, dir ein Feedback zu geben. Nur ehrliche Rückmeldungen vermitteln dir einen Eindruck davon, wo deine Stärken liegen und wo es für dich lohnt, an dir zu arbeiten.
  • sich der Grenzen bewusst, denn sie sind sich darüber im Klaren, dass es im Holistic-Survival nicht darum geht, einen Klon von sich selbst zu erschaffen. Stattdessen ist es essenziell, die eigenen Grenzen zu kennen und dir Freiräume für die persönliche Entwicklung zu eröffnen.
  • schützend, um ein Umfeld für dich zu schaffen, in dem es möglich ist, alle deine Ideen, Gedanken, Träume, Herausforderungen und Schwächen anzusprechen.

Du denkst vielleicht, dass ein Survival-Kurs nur etwas für Hartgesottene ist und wir nur mit Eiswasser duschen. Das stimmt nur bedingt, denn ein guter Mentor*in braucht viele Eigenschaften außerhalb der „Hardskills“, um gut zu sein!
Ein erfahrener Mentor*in ist glaubwürdig, indem er oder sie das Ego im Mentoring hintenanstellt und Wissenslücken oder Schwächen zugibt. Ein Mentor*in ist verletzlich, denn Mentoring heißt, nicht nur über die eigenen Erfolge zu sprechen, sondern auch über das Scheitern. Und ein Mentor*in ist unabhängig, denn er oder sie fokussiert sich auf die Bedürfnisse der Schüler*innen und nicht auf die eigenen!

Darstellung der Komfortzone, Angstzone und Lernzone in unserem Holistic-Survival.

Verlasse deine Komfortzone

„Was, das war erst gestern? Ich dachte, das ist schon 2-3 Tage länger her!“ Diesen Satz hören wir oft von unseren Teilnehmer*innen. Er zeigt, dass die Kombination aus Natur, dem Verlassen der eigenen Komfortzone, Begeisterung und Lernerfolg, die Zeit stillstehen lässt. Und wir garantieren dir: Diese Erfahrung wirst auch du in unserer Wildnisschule machen.
Erfahrungen mit Veränderungspotenzial kannst du nur außerhalb deiner gewohnten Umgebung, deiner Komfortzone machen. Denn deine Komfortzone ist das Bekannte, das Alte und schon Dagewesene, sie ist das Gegenteil von Veränderung. Das Magische und die Veränderung beginnen außerhalb – dort draußen im Wald.

Das Leben ist letzten Endes eine Herausforderung, und wenn wir durch Technik und Bequemlichkeit all diese wunderbaren Herausforderungen ausschalten, wird unser Leben weniger lebenswert.

Bei uns wird die Wildnis zum Klassenzimmer und der Treibstoff ist deine Begeisterung. So wird das Lernen zum Flow, wie du es aus deiner Kindheit kennst. Und genau mit diesem spielerischen Flow arbeiten wir in unserem didaktischen System!

Darum ist das Lernen bei uns so effektiv 

Lernen mit Begeisterung & Neugierde

Mit einer Begeisterung, wie du sie aus deiner Kindheit kennst, wirst du alles aufsaugen, was du bei uns in der Schule lernst. Denn in unserer Wildnisschule funktioniert Lernen nur mit dem ganzen Körper, durch Emotion und Begeisterung. Laut Gerald Hüther (einem deutschen Neurobiologen, der sich intensiv mit den verschiedenen Mechanismen des Lernens beschäftigt) werden die wesentlichen Lernerfahrungen ganzkörperlich aufgenommen. Jede Erfahrung ist dabei mit Gefühlen verknüpft. Wir können nur dann etwas verinnerlichen, wenn die emotionalen Zentren im Gehirn aktiviert werden. Diese Zentren schütten die notwendigen Botenstoffe aus, aufgrund derer Gelerntes im Gehirn verankert werden kann.
Das heißt, es muss in jeder Lernsituation, wenn sie erfolgreich sein soll, eine emotionale Aktivierung stattfinden. Die schönste Aktivierung, die wir kennen, heißt »Begeisterung«.

Survival mit allen Sinnen

Deine Begeisterung ist die Basis für ein nachhaltiges Lernen mit Spaß und Erholung. Doch genauso wichtig ist, dass wir dafür sorgen, dass du die Inhalte in unserem Kurs- und Ausbildungsangebot mit all deinen Sinnen wahrnehmen kannst. Denn die Wissenschaft ist sich sicher – je abwechslungsreicher der Lernstoff präsentiert wird, desto einfacher kannst du ihn dir aneignen. Man geht heute von folgender Statistik aus:

  • Hören erreicht 20%
  • Sehen erreicht 30%
  • Sehen und Hören 50%
  • Sehen, Hören und Diskutieren 70%
  • Sehen, Hören, Diskutieren und eigenes Ausführen 90%

Das Fördern und Einbeziehen aller Fähigkeiten & Fertigkeiten

Der Kern unserer Schule ist die Vermittlung von Survival-Wissen und die Förderung von Charakter und Gemeinschaft. Um hierfür ein professionelles Schulungskonzept zu gestalten, haben wir uns die Mühe gemacht und uns einen Überblick über alle fachlichen, methodischen, persönlichen und sozialen Fähigkeiten verschafft, die du für ein Leben oder Überleben in der Natur und für ein funktionierendes Miteinander benötigst, um daraufhin die richtigen Übungen, Erfahrungen und Methoden zu definieren. All dieses Wissen nehmen wir als Grundlage für die Gestaltung unserer Kursinhalte.

 Ich habe eigentlich keine besondere Begabung. Ich bin nur leidenschaftlich neugierig. – Albert Einstein

Verschaffe dir selbst einen Überblick über all die Qualitäten und Fähigkeiten, die dich in der Summe zu der Person machen, die du bist!

Lernen mit den richtigen Methoden

Methoden sind der Werkzeugkoffer unserer erfahrenen Mentor*innen, dir die Welt des Survival, der Jagd und der Wildnispädagogik näher zu bringen. Nur so erweiterst du deinen Tellerrand und kannst in eine neue Welt blicken. Denn du siehst nur das, was du weißt!
Für die Auswahl unserer Methoden wissen wir, dass Lernen ein aktiver Vorgang ist, der von uns lediglich unterstützt werden kann. Die Methoden und Lernmaterialien wählen wir passend zu den jeweiligen Inhalten deines Kurses oder Ausbildung aus und wecken so immer eine unbändige Motivation bei dir. Erfahren und Verinnerlichen geschehen in unseren actiongeladenen Kurs- und Ausbildungsformaten spielerisch und natürlich – fast wie von selbst!

Hier ein paar Einblicke in unseren Methoden-Koffer:

  • Überlebenstechniken: von der Hand in den Kopf, durch handwerkliches und künstlerisch-kreatives Tun und damit verbundener Vermittlung der Survival-Skills
  • Naturkunde: Zusammenhänge verstehen durch naturkundliche Wissensvermittlung (Ökosystem Wald, Flora und Fauna).
  • Wandern: Erkundungen und Wanderungen als Selbstschulung und Gruppenarbeit
  • Sinnesschulung: zentrales Erfahrungselement unseres Kurs- und Ausbildungsangebotes
  • Innere Karte: Zeichnen einer inneren Karte, zum Erlernen der natürlichen Wildnis-Orientierung
  • Notizbuch: Das Führen eines Tagebuches ist bei unseren Ausbildungen obligatorisch
  • Imagination: durch Mentales-Training das richtige Verhalten in Notsituationen in Gedanken durchspielen, um im Fall des Falles richtig reagieren zu können
  • Sitzplatz: als Aufmerksamkeitsschule, um die Naturphänomene erfahrbar zu machen und Geduld zu schulen
  • Koordination und Fitness-Übungen: Bewegungskompetenz und Fitness fördern
  • Teamwork: gemeinschaftliches und konkurrenzbasiertes Lernen
  • Wettbewerb: durch Interaktionen lernen, um Persönlichkeit und Gemeinschaft zu stärken
  • Storytelling: die Reflexion von Erlerntem und Erlebtem in der Gruppe für einen kollektiven Lernprozess
  • Rollenspiele: Notsituationen oder Konflikte werden nachempfunden oder vorausschauend bearbeitet
  • Grenzerfahrung: das Leben in der Natur mit wenig Ausrüstung
  • Atemtechniken: als zentrales Element zur Überwindung von Schock und körperlichem Stress
  • Notnahrung: Nahrungs- und Heilmittel aus der Natur
  • Coyote-Teaching: durch Fragen, Geschichten und Rätsel die Neugier aufrecht erhalten

Du erlangst bei uns das Wissen mit rasanter Geschwindigkeit, weil du:

  • mit all deinen Sinnen lernst
  • deine Komfortzone verlässt und Grenzen neu steckst
  • von unseren Experten mitgerissen und begeistert wirst
  • das Wissen und handwerkliches Geschick nach dem Motto „learning by doing” von der Hand in den Kopf kommt
  • in jedem Kurs- und Ausbildungsangebot pfiffige Tipps und Eselsbrücken an die Hand bekommst, die sofort im Gedächtnis hängen bleiben
  • selbstständig lernen, ausprobieren und mit Materialien und Ausrüstung experimentieren kannst
  • selber Lösungen erarbeitest und dich dafür mit dem körpereigenen Opiat – Endorphine – belohnst
  • alle Survival-Skills vielfältig und praxisnah von Experten vermittelt bekommst
  • mit ausgewählten Lernmethoden arbeitest, die genau zu dir passen
  • lernst, Dinge in Achtsamkeit auszuführen – so lernst du schneller und effektiver
  • nach jedem Angebot erfolgreich eine Prüfung absolvierst und du dein Wissen auf die Probe stellen kannst
  • in einer Abschlussrunde das eigene Handeln reflektieren und verinnerlichen wirst

Die Teilnehmer unserer Wildnispädagogik-Ausbildung stehen dicht am Lagerfeuer und singen.

Tauche tiefer ein: Survival-Training, das verändert!

Survival ist so alt wie die Menschheit selbst. Es ist eine Geschichte, die von der unendlichen Motivation, der stetigen Weiterentwicklung und vom Kampf nach Raum und Nahrung geprägt ist. Um der großen Welt des Survival gerecht zu werden und dich an all seinen Facetten teilhaben zu lassen, gehen wir mit dir hier in die Tiefe. Nachfolgend stellen wir dir wertvolle Hintergrundinfos zur Geschichte des Survival zur Verfügung, geben dir die Möglichkeit, an unseren Ausbildungen oder Survival-Trainings teilzunehmen und mit unseren Trainingsplänen schon heute anzufangen, in deine eigene Wildnis zu gehen.

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Die Geschichte: So alt wie die Menschheit selbst

Jedes Lebewesen hat seine eigenen Überlebensstrategien, um in seinem Lebensraum den Kampf um Nahrung und Schutz zu bestehen. Die Evolution hat dabei den Pflanzen und Tieren die erstaunlichsten Werkzeuge und Erscheinungsformen mit auf den Weg geben, um den Schutz der eigenen Nachkommen zu gewährleisten. Komme in dem Kapitel „Die Geschichte des Survival und des Bushcraft“ mit auf die Reise zu den Wurzeln der Menschen und erhalte wertvolle Hintergrundinformationen.

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Die Praxis: Dein Holistic-Survival-Training

In der Wildnis leben zu können, bedeutet vielseitig zu sein. Vielseitig in seinen handwerklichen Fertigkeiten, in den Gedanken und Sinneseindrücken. In unseren Holistic-Survival-Kursen lernst du, vielfältig zu sein und erlangst damit eine nachhaltige Überlebenskompetenz.  Sie ermöglicht es dir, dich an eine Vielzahl von Situationen dort draußen in der Natur anzupassen und dein ganzes körperliches und geistiges Potenzial zu entfalten. Verschaffe dir hier einen Eindruck über unser gesamtes Kurs- und Ausbildungsangebot.

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Die Quelle: Hier beginnt dein Weg zur Meisterschaft

Holistic-Survival bedeutet eine lebenslange Lernreise. Um heute schon damit anzufangen, stellen wir dir vier kleine Handbücher im PDF-Format zum Download zur Verfügung. Mit ihnen kannst du zuhause starten und deine vier Kernressourcen verbessern. Stärke deinen Körper mit unserem Outdoor-Bodyweight-Training, deine Psyche mit Übungen für mehr Wahrnehmung und Resilienz und bekomme wertvolle Tipps zur Schärfung der Sinne und zum Erlernen neuer Fertigkeiten. Gleichzeitig kannst du dir einen ersten Eindruck von unseren Methoden verschaffen, die dich in unserer Schule erwarten.

Feder von Pfeilen für eine Survival-Speerschleuder stecken im Boden.

Die Wurzeln des Holistic-Survival

Survival ist ein enorm großer kultureller Schatz und hat eine Geschichte, die so alt ist wie die Menschheit selbst. Damit du dich sicher und selbstbewusst in der Natur bewegen kannst, haben wir Wissen aller Survival-Arten in unsere Schule einfließen lassen und eine einzigartige ganzheitliche Lernwelt für dich entwickelt.

 Dein Wissen und ein Messer sind die wichtigsten Werkzeuge. Im Notfall kannst du alles andere mit handwerklichem Geschick aus der Natur herstellen! – Maurice Ressel

Um dir einen Überblick zu verschaffen, was unser gesamtes Programm mit all seinen Outdoor-Kursen, Ausbildungen und Expert*innen, an Wissen und Weisheit für dich bereithält, laden wir dich ein, mit uns auf eine Reise zu kommen. In den nächsten Kapiteln erfährst du alles über die Fähigkeiten und Survival-Skills, die du erlernen kannst, bis hin zur Geschichte des modernen Holistic-Survival.

Es gibt drei Hauptströmungen, aus denen sich unser Holistic-Survival zusammensetzt:

  • indigenes & Archaic-Survival (Full-Survival)
  • militärisches-Survival (Bushcraft, Woodcraft)
  • ziviles Survival (alle heutigen, modernen Schulen, die keinen militärischen oder indigenen Hintergrund haben)

Die Grafik zeigt die historische Wurzel unseres heutigen modernen Holistic-Survival. Das indigene Survival, das zivile Survival und das militärischen Survival.

Entdecke hier den Ursprung unseres heutigen Holistic-Survival

Wir starten unsere Reise bei den Ursprüngen des Survival in der Steinzeit, weiter zur Weisheit der heutigen Ureinwohner über das knallharte militärische Überlebenstraining bis hin zu unserem heutigen Holistic-Survival. Wir beschreiben es als ein effektives ziviles und modernes Überlebenstraining, bei dem das ganze Wissen der Vergangenheit und Gegenwart zusammenfließt. Komm mit uns!

Durch Flintknapping hergestellt Pfeilspitzen aus Feuerstein leiben in unserem Kurs auf einem Stück Holz zu Präsentation.

Das archaische Survival

Archaic-Survival, Primitive-Survival oder auch Ancient-Survival, ist das Überleben mit wenig Ausrüstung in der Natur. Alle Gegenstände, die du zum Leben in der Wildnis benötigst, kannst du aus Naturmaterialien selber herstellen. Dafür benötigst du nur dein Wissen. Dieses Survival-Basiswissen geben uns die alten Steinzeittechniken an die Hand.

Die Anfänge der Erfolgsgeschichte des Menschen stellen für uns den Beginn des heutigen Holistic-Survival da. Das älteste Werkzeug (grobes Steinwerkzeug), das gefunden wurde, ist mehr als 3,3 Millionen Jahre alt. Das zeigt uns, wie lange der Mensch schon Hilfsmittel zum Überleben benutzte, um sich den entscheidenden Vorteil gegenüber den anderen Nahrungskonkurrenten zu verschaffen.

Für uns ist die Full-Survival-Ausbildung die vollendete Kunst des Überlebens. Denn nur weil diese primitiven Überlebenstechniken uralt sind, sind sie alles andere als ineffektiv, im Gegenteil. Denn du brauchst eisernen Willen, Durchhaltevermögen und Passion, um diese Techniken zu lernen und in einer Wildnis-Situation anzuwenden.

 Da du alle Fähigkeiten, eine starke Psyche, einen fitten Körper, scharfe Sinne und jede Menge handwerkliches Geschick benötigst, um in der Wildnis ohne Ausrüstung die sechs Notwendigkeiten zu stillen, ist unsere Full-Survival-Ausbildung die Königsdisziplin unserer Schule. – Maurice Ressel

Nachfolgend beschreiben wir die wichtigsten Fähigkeiten unserer Vorfahren, die sie von den anderen Säugetieren unterschieden und sie zu ihrem atemberaubenden Erfolg innerhalb der Tierwelt verholfen hat.

Die Kern-Fähigkeiten unserer minimalistischen Full-Survival-Ausbildung:

  • Werkzeug aus Stein
  • Herr über das Feuer
  • Seilherstellung, Netze, Kleidung, Behälter
  • Natürliche Navigation
  • Tarnung
  • Jagen & Spurenlesen

Werkzeug aus Stein

Scharfkantige Steinwerkzeuge gelten mit rund 3,3 Millionen Jahren als das älteste Werkzeug der Menschheit. Der feingearbeitete Faustkeil ist ein birnenförmiges, zwischen 100 und 250 mm großes, beidseitig bearbeitetes Schneid- und Schlagwerkzeug, das meist aus Quarzit (Sandstein), Vulkanit oder Feuerstein und seltener aus Knochen hergestellt wurde. Die Herstellung wird heute  „Flintknapping“ genannt. Bei dieser Schlagtechnik werden mit einem Schlaggerät aus Stein gezielte Schläge direkt auf das Rohmaterial gebracht und dadurch in der Regel recht breite, dicke Abschläge abgetrennt. Die dadurch entstandenen scharfen Kanten lassen sich wie ein Messer als Survivalwerkzeug benutzen.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Das Messer als Faustkeil oder aus modernstem Stahl ist das Werkzeug Nummer eins. Im Notfall lassen sich damit nahezu alle anderen Gegenstände, die du benötigst, aus Naturmaterialien herstellen. Neben dem Grabstock für die Suche nach Notnahrung, ist der Faustkeil demnach das erste und zentrale Werkzeug, das wir in unserer Full-Survival-Ausbildung herstellen und nutzen lernen. In der Natur brauchst du das scharfe Schneidwerkzeug, um Tiere zu häuten, Holz zu bearbeiten und für die Herstellung von Speerschleudern, Fallen oder Seilen. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsangebot für dieses Wissen:

  • Full-Survival-Ausbildung

Herr über das Feuer

Vor ungefähr 700.000 Jahren haben die Menschen das Feuer zum ersten Mal nutzbar gemacht und genährt, nachdem es durch Blitzeinschläge entfacht worden war. Vor ungefähr 32.000 Jahren konnte schon gezielt Feuer erzeugt werden, indem spezielle Steine (z.B. Pyrit und Katzengold) gegeneinander geschlagen und die Funken mit einem Zunderschwamm (Pilz) aufgefangen wurden.
Die Fähigkeit des Menschen, seine Nahrung über dem Feuer zuzubereiten, ist wohl einer der bedeutendsten Entwicklungen der Menschheitsgeschichte. Die Möglichkeit unserer Vorfahren, das Essen zu erhitzen, hat vor allem dafür gesorgt hat, dass sie weniger Zeit mit der Nahrungsaufnahme verbringen mussten. Denn die meisten Tiere sind hauptsächlich mit Essen und Verdauen beschäftigt, weil ihr Körper die ganze Verdauungsarbeit leisten muss. Wir und auch unsere Vorfahren lassen das Feuer den ersten Teil des Verdauungsprozesses machen. Durch das Garen des Fleisches am Feuer werden die Nährstoffe im Essen besser verfügbar und viel leichter und schneller aufnehmbar. So wurde für unsere Vorfahren mehr Zeit für andere wertvolle Aktivitäten frei. So konnte sich auch die Kapazität des Gehirns weiter entwickeln.

Der Feuerbohrer oder Bow-Drill, wie wir ihn heute in unseren Kursen und Ausbildungen benutzen, wurde wohl in Mehrgarh, Südasien zwischen dem 4. und 5. Jahrtausend v. Chr. zum ersten Mal verwendet. Der Bow-Drill ist ein Rotationswerkzeug prähistorischen Ursprungs, das, bis auf die Schnur, vollständig aus Holz gefertigt wird. Es besteht aus einer Spindel (Bohrer), dem Bohrbrett, dem Bogen und dem Handstück. Der ganze Mechanismus wird von einer Person und mit Handkraft bedient. Dabei entsteht durch Reibung Hitze. Der glühende Holzstaub kann mit passendem Zunder zum Erzeugen einer offenen Flamme genutzt werden.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Die Fähigkeit des Feuermachens mit dem Feuerstahl, dem Feuerstein sowie mit dem Feuerbohren, ist ein klarer Fokus unseres Kurs-Angebotes. Nur wer in jeder erdenklichen Situation auch mit mangelhaften Materialien ein Feuer entzünden kann, wird in der Natur sauberes Trinkwasser und keimfreies Essen haben und nicht erfrieren. Deswegen trainieren wir das Entfachen eines Feuers mit unterschiedlichen Materialien und Techniken, so oft es geht. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsangebot für dieses Wissen:

Kleidung, Netze und Behälter herstellen

Der Fund von Ötzi in einem Gletscher in den österreichischen Alpen zeigt uns, wie handwerklich geschickt unsere Vorfahren waren. Ötzi wurde mit genähten Kleidungsstücken aus verschiedenen Ledern gefunden, von denen jede unterschiedliche Eigenschaften und Zwecke für sein Überleben hatten. Zum Beispiel bestanden die Sohlen seiner Schuhe aus dicker Bärenhaut, während die Oberseiten aus weicherem Hirschleder und die Innenseite aus einem Rindengewebe bestanden. Sein Umhang war aus gewebtem Gras, das wahrscheinlich wasserdicht war und ebenfalls als Unterlage oder Decke gedient haben könnte, um vor der Kälte zu schützen.
Wissenschaftler wissen, dass Menschen in der mittleren Altsteinzeit / Mittelsteinzeit auf der Jagd waren und wahrscheinlich Behälter und Tauwerk herstellen konnten. Das zeigt uns, dass sie eine breite Palette von handwerklichen Fähigkeiten besaßen, um sich Kleidung aus Tierhäuten zu nähen.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Die Fähigkeit Kleidung herzustellen oder aus Naturfasern Seile zu knüpfen, ist ebenfalls eine der wichtigsten Survival-Fertigkeiten. Die Herstellung von Kleidung ist oft mit der erfolgreichen Jagd auf Wildtiere verbunden, oder du hast Glück und findest verendetes Wild. In unserer Full-Survival-Ausbildung lernst du, aus Naturfasern Seile und Schnüre herzustellen, um damit z.B. einen Bow-Drill zu bauen oder eine Notunterkunft zu stabilisieren.

Natürliche Navigation

Wissenschaftler konnten die Entfernung messen, die unsere Vorfahren von ihrem ursprünglichen Schutzgebiet zurücklegten, indem sie die Quellen des Steins bestimmten, aus dem ihre Werkzeuge hergestellt wurden. Diese Daten zeigen, dass unsere Vorfahren erhebliche Entfernungen zurücklegen konnten, ohne uns heute zur Verfügung stehende Hilfsmittel. Die Archäologie schätzt aufgrund dieser Daten, dass der Mensch bereits vor 500.000 Jahren räumliches Vorstellungsvermögen hatte. Die Fähigkeit dieser natürlichen Lang-Distanz-Navigation war nicht nur bei der Jagd im eigenen Gebiet von Nutzen, sondern auch um weit entfernte Weideflächen von Großwild aufzusuchen und zu bejagen.

Die nordamerikanischen Indigenen benutzen für ihre Wegpunktmarkierungen Kunstwerke in der Landschaft, Steinhaufen, Stöcke mit Kerben und umgebogene Äste, die in eine bestimmte Richtung zeigen. Die indigenen Aborigines in Australien verwenden eine Kombination aus piktografischen Karten, Geschichten und Kunstwerken, um durch das riesige Outback zu navigieren. Die Karten und die Landschaft wurden mit dem Geschichtenerzählen (den Songlines) zu einem komplexen System verwoben, das der Landschaft nicht nur Bedeutung und Geschichte verlieh, sondern auch die Navigation unterstützte. In der Seefahrt benutzen die Seeleute Mikronesiens Seile und Schnüre und Karten im Stil von Fischernetzen. Sie geben die relative Entfernung zu verschiedenen Inseln sowie die Richtungen der sichersten Annäherung an jede Insel an, die durch eine Muschel dargestellt wird.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Während Naturvölker ein ausgezeichnetes und klar entwickeltes Gespür für räumliche Wahrnehmung und mentale Kartenherstellung haben, sind wir modernen Menschen immer noch auf Navigationshilfen angewiesen, wenn wir in der Wildnis oder in unbekanntem Gelände unterwegs sind. Die Navigation ist eine extrem wichtige Survival-Fertigkeit und wir vermitteln in der ganzen Breite unseres Survival-Kursangebots die Grundlagen der Orientierung mit und ohne Hilfsmittel. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsangebot für dieses Wissen:

Tarnung

Visuelle- und Geruchstarnung ist für die Naturvölker eine überlebenswichtige Fertigkeit, damit sie sich unbemerkt ihrer Beute nähern können. Das Verständnis für natürliche Pigmente und Muster helfen ihnen, mit der Natur zu verschmelzen. Das Wissen darüber unentdeckt zu bleiben, ist dabei sowohl Jagd- als auch Kriegshandwerk.

Die Naturvölker benutzen dabei Schlamm, Saft, Öle und mehr, um sich der Umgebung anzupassen und Muster zu durchbrechen. In kälteren Zonen werden und wurden Hüte und andere Materialien der Beute verwendet, um sich zu tarnen.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Für unsere Schule ist diese Fähigkeit der geruchlichen und visuellen Tarnung eine Spezialfertigkeit und wird hauptsächlich zur Jagd auf größere Säugetiere mit z.B. Speerschleuder und Bogen verwendet, oder wenn es darauf ankommt, an Beute mit Schleichtechniken nahe genug heranzukommen (Pirschen). Zusammen mit der Fähigkeit der lautlosen Fortbewegung ist das Jagen die absolute Königsdisziplin in unserer Full-Survival-Ausbildung. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsangebot für dieses Wissen:

Jagen & Spurenlesen

Das Jagdwissen und die Verfolgung von Tieren ist eine der bedeutendsten Fähigkeiten, die sich früh in unserer Geschichte entwickelt haben. Die Kunst des Spurenlesens und Jagens, benötigt eine intellektuelle und kreative Lesitung wie Kommunikation mit anderen und taktischen Herangehensweisen. Für uns ist das Jagen und Spurenlesen der Ursprung aller Wissenschaften. Die ältesten Funde von Speeren (Schöninger Speere) werden auf etwa 300.000 Jahre datiert. Schlingen wurden bereits vor 77.000 Jahren, Pfeil und Bogen vor ca. 60.000 Jahren verwendet.
Die meisten indigenen Jäger und Sammler wachsen heute von Geburt an mit der Jagd auf und werden durch ständige Praxis in der Natur zu scharfen Beobachtern. Sie nehmen die feinsten Nuancen des Tierverhaltens wahr, die von den meisten Menschen, die nicht auf diese Weise erzogen wurden, völlig übersehen werden. Der Teufel steckt bei der Jagd mit der Falle, dem Speer, Bogen oder Schleuder im Detail. Wenn die Indigenen die subtilen Nuancen, wie die Größe des Tieres, das Geschlecht und das Verhalten lesen, können sie daraus für eine erfolgreiche Jagd ein vollständigeres Bild ihrer Umgebung ableiten und eine erforderliche Jagdtaktik anwenden.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: In einer Notsituation wäre es falsch, gleich mit der Jagd auf Großsäuger zu starten. Dies kostet zu viel Energie und erfordert ein extrem großes Set an Fähigkeiten, um zum Erfolg zu kommen. Trotzdem gehört das Jagen, die sichere Zubereitung und die Konservierung des Fleisches fest zu unserem Repertoire als Survivalschule. Denn wer in Deutschland aktiv das Jagen erlernen will, braucht einen Jagdschein und die Erlaubnis des Jagdausübungsberechtigten (Grundeigentümer oder Pächter). Das aktive Jagen ohne Feuerwaffen mit primitiven Waffen (Bogen, Schleuder, Blasrohr, Speerschleuder) ist für uns in Deutschland grundsätzlich verboten. Wenn du keine Jagdausbildung machen willst, kannst du deine Tarnung und Schleichtechnik soweit verfeinern, dass du dich bei günstigem Wind selbst an Rehe anschleichen kannst – ohne ihnen zu schaden. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsangebot für dieses Wissen:

Zusatzinfos 

Um dir die Power des minimalistischen Survival in der Praxis zu zeigen, haben wir für dich die besten Videos und informationsreichsten Bücher und Handbücher im PDF-Format herausgesucht und dir hier zur Verfügung gestellt. Lass dich inspirieren!

Solo Survival: Wie man 1 Woche lang alleine in der Wildnis überlebt
Solo Survival: Wie man 1 Woche lang alleine in der Wildnis überlebt
Primitive Technology - archaisches Survival-Training
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300 Tage alleine - archaisches Survival-Training
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Unser Holistic-Survival-Trainer bei der Bogenjagd im Schnee.

Das indigene Survival

Das geistige Fundament unserer Schule ist das alte Survivalwissen unserer Vorfahren und anderer Naturvölker. Im brasilianischen Urwald konnte ich über ein halbes Jahr mit den Tieflandindianern, den Wayapi, leben und jagen und dabei viel über ihr Wissen und Verhalten lernen.
Die Fragestellung für ein Problem lautet bei ihnen und vielen anderen Naturvölkern: Was kann ich in der Natur finden, wie kann ich mich ändern oder was kann die Gemeinschaft tun, um eine Lösung zu finden? Die Überlebenstraining der Naturvölker unterscheidet sich somit wesentlich von einem militärischen Training. Denn das Wissen mit der Natur zu sein und zu leben, richtet sich bei den Indigenen mehr nach innen als nach außen. Es zeigt uns den Weg zu uns selbst, zur Gemeinschaft und zum nachhaltigen Handeln.

Die Fähigkeiten der Ureinwohner sind im Grunde keine „Überlebensfähigkeiten“, wie wir sie betrachten, sondern sind die Realität des Alltages. Sie haben vielmehr Möglichkeiten, die Welt zu betrachten und die Eigenschaften ihrer Umgebung zu lernen, die wir oft nicht haben.“ – Maurice Ressel 

Wir können so viel von ihrem Leben und ihrem Weg in der Natur übernehmen. Denn ihre Lernreise beginnt schon mit ihren ersten Schritten und zieht sich durch alle Altersstufen hindurch. Sie lernen nicht durch Bücher oder Videos, sondern im unmittelbaren Kontakt mit der Natur. So können sie das Wetter, das Verhalten der Tiere und das Aufblühen und Vergehen der Pflanzen im Verlauf der Jahreszeiten in sich aufsaugen! Ihr Survival-Wissen ist die Summe an Erfahrungen in der Natur.
Es ist wichtig zu verstehen, dass du Zeit draußen verbringen musst, um gut im Survival zu werden. Gehe vor die Tür, verlasse die Wege und lerne, indem du beobachtest. Der indigene Weg ist ein Blick nach innen und immer eine Selbsterfahrung (mehr zur Geschichte des Survival erfährst du in diesem Kapitel). Nachfolgend beschreiben wir die Kernelemente des indigenen Survival, die sich im wesentlich von denen des Militärs unterscheiden.

Das Survival der Indigenen:

  • Das Handwerk als Kunst
  • gesunder Menschenverstand
  • Beobachten und anpassen
  • Umgebung lesen lernen
  • Respekt
  • unbemerkt reisen
  • Gemeinschaft
  • Truthspeaking
  • nachhaltiges Handeln
  • Die Medizin der Natur

Die handwerkliche Kunst

Es gibt ein indigenes Sprichwort, das sagt: „Survival bringt Kunst hervor.“ Doch was hat Survival mit Kunst zu tun? Es bedeutet, dass viel Zeit, Energie und Sorgfalt in die Arbeit jedes Werkzeuges gesteckt wird, um dessen Wirksamkeit in der Wildnis sicherzustellen. Indem sie viel Übung und Sorgfalt in das investieren, was sie bauen, wird es zu einem Kunstwerk und erhöht gleichzeitig seinen praktischen Wert. So wird ein Bow-Drill, der von dir hastig gebaut worden ist, nicht die Effektivität haben wie jenes Gerät, bei dem du mit Sorgfalt das Material ausgewählt und jedem Arbeitsschritt besondere Aufmerksamkeit geschenkt hast. Auch die vielfältige Angelausrüstung mit filigran geschnitzten Hacken aus Holz zeigt, wie effektiv gut gemachtes Werkzeug aus Naturmaterialien für das Leben in der Natur sein kann.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Versuche in Zukunft das Konzept der „Kunst-Herstellung“ bei all deinen Outdoor-Aktivitäten zu befolgen. So werden deine Gegenstände besser funktionieren, und du wirst den Naturmaterialien und dem Leben in der Wildnis mehr Respekt gegenüber bringen. Eine Anleitung für ein effektives Lernen deiner Überlebensfähigkeiten haben wir dir HIER in unserem Trainingsplan zusammengestellt. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Der gesunde Menschenverstand

Der menschliche Geist ist in der Lage, großartige Dinge zu tun, und er ist das beste Survival-Tool, das wir haben. Jedes Jahr sterben viele Menschen unnötig in Überlebenssituationen, weil sie ihren gesunden Menschenverstand nicht benutzt haben.

Als ich im Amazonas mit den Ureinwohnern lebte, sagte mir ein Jäger, dass wir, die wir von außen kommen, den Kontakt zum Land (Natur) verloren haben. Wir haben das Wissen verloren, wie wir mit der Natur leben und nicht gegen sie arbeiten. Wenn wir Angst haben, geraten wir in Panik und verlieren unsere Fähigkeit objektiv zu denken und handeln.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Um in einer potenziell gefährlichen Situation zu überleben, musst du zuerst langsamer werden und nachdenken. Die meisten Situationen können mit Logik und gesundem Menschenverstand gelöst werden. Es gibt ein Sprichwort, das sagt: „Wissen negiert Angst“. In diesem Zusammenhang heißt es für uns, raus zu gehen, um unsere Natur und die Umgebung kennen zu lernen. Um genau zu wissen, wo Nahrung und Wasser ist. So kannst du in unserem oder später in deinem eigenen Training wieder Kontakt zu deinem eigenen „Land“ herstellen. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Anpassungsfähigkeit

Anpassungsfähigkeit ist für jede indigene Kultur auf der Welt einer der Schlüssel zum Überleben. Es kann nicht jede Situation vorhergesagt oder kontrolliert werden, aber die Naturvölker haben die Fähigkeit, sich anzupassen und schwierige Ereignisse zu überwinden. Ein großer Teil der Anpassungsfähigkeit besteht darin, in einem ständigen Training alles zu lernen, was nötig ist, um die Bedürfnisse nach Nahrung, Wasser, Medizin und Schutz zu gewährleisten. Es gibt dazu ein passendes Sprichwort: „Niemand weiß alles, aber jeder weiß etwas.“ Mit anderen Worten: Die Ureinwohner lernen, indem sie ihre Augen und Ohren offen und ihren Mund geschlossen halten.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Für deinen eigenen Weg ist es wichtig, dass du in einem Gespräch, dem du aufmerksam lauscht, wichtige Informationen bekommen kannst. Sie werden dir irgendwann in einer Überlebenssituation helfen. Unter vielen indigenen Kulturen gilt es als respektlos, außer der Reihe zu sprechen oder zu reden, während jemand anderes spricht. Die Fähigkeit zuzuhören und Ergebnisse aus den Worten anderer zu ziehen, ist eine große und machtvolle Fähigkeit. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Beobachten

Eines der Hauptprobleme, mit denen wir in der Natur konfrontiert sind, ist, dass wir nicht mehr genau wissen, wie wir all die Zeichen, die wir wahrnehmen, deuten sollen. Stell dir vor, dass du heute Abend in den Himmel schaust und mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen könntest, welche Wetterlage in den nächsten Tagen zu erwarten ist. Oder du würdest genau die Verhaltensweisen der Tiere kennen, sodass du bei den kleinsten Veränderungen in ihrem Verhalten auf die Ursachen aufmerksam wirst. Das könnten Wetterveränderungen, Raubtiere oder subtile Ereignisse sein, die überlebenswichtig für die Tiere und im Umkehrschluss auch für dich sein könnten. All dieses Wissen eignen sich die Naturvölker durch ihr ständiges Training an. Doch auch mit ihrem enormen Erfahrungsschatz wird es nicht leicht sein, das Wetter zuverlässig vorherzusagen. Doch es gibt unbestreitbare Zeichen in der Natur, die signalisieren, was kommen wird.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Diese Zeichen der Natur, ihre Sprache, verinnerlichen wir in unseren Kursen und Ausbildungen. Der Weg dorthin kann nicht einfacher sein – dafür musst du keine Bücher lesen, sondern nur rausgehen und beobachten! Uns ist klar, dass in unserer Kulturlandschaft die Beobachtung großer Zusammenhänge im Öko-System schwer ist. Doch auch das Verhalten der kleinen und großen Säugetiere sowie das Leben der Insekten und Vögel ist eine riesige Welt, um Muster in der Natur erkennen und interpretieren zu können. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Respekt

Für die Ureinwohner ist das Leben eine spirituelle Angelegenheit, und Respekt ist der Schlüssel zum Überleben. Respekt vor sich selbst und anderen; Respekt vor den Tieren, Fischen und Pflanzen, die uns mit Nahrung versorgen, und Respekt vor der Erde. Ohne den Respekt ist das ganze Survival mit all den Werkzeugen, dem Wissen um Feuer und Jagd nutzlos, es wird zum belanglosen Sport.

 Wir unterscheiden uns im Wesentlichen von unseren Vorfahren nicht durch die moderne Technik, sondern in der Art und Weise, wie wir unsere Kinder erziehen und wie wir über die Dinge denken.“Maurice Ressel

Viele Naturvölker glauben, dass alle Lebewesen spirituell verbunden sind. Sie senden eine Danksagung an die Tiere und Fische, bevor sie hinausgehen, um sie zu jagen. Um ihr Leben zu erhalten, müssen sie ein anderes Leben beenden. Deswegen erweisen sie ihnen Respekt! Sie sagen damit aus, dass ein Leben nicht selbstverständlich ist.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Diese Idee des Respekts vor der Natur ist nicht mehr in unserer Kultur verankert und bei vielen verloren gegangen. Du kannst deinen eigenen Respekt jedoch wieder aktivieren, mit eigenen kleinen Ritualen oder simplen Gedanken. Es geht dabei nicht darum, gleich den großen spirituellen Zauber herauszuholen, denn Respekt bedeutet einfach nur langsamer und bewusster zu werden. So wirst du dich in der Natur sicherer bewegen und Dinge entdecken, die du vorher nicht wahrgenommen hast. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Lautlosigkeit

Eine der schwierigsten, aber effektivsten Disziplinen für das Leben in der Natur ist die Fertigkeit, sich so leise wie möglich fortzubewegen. Du magst dich fragen, warum das Schleichen so bedeutsam ist. Stell dir einmal vor, du hast nur eine Speerschleuder oder einen kleinen Bogen – beide sind nur auf ca. 30 Meter tödlich. Du hast dich vor Tagen auf die Suche nach Beute gemacht und sie endlich gefunden. Nun liegt es an dir, ob du es schaffst, dich unbemerkt anzunähern und einen gezielten Schuss anzutragen.

Indigene Kulturen auf der ganzen Welt haben für die Jagd gelernt, leise zu gehen und ihre Bewegungsgeräusche zu minimieren. Aber wo liegt das Geheimnis? Es gibt gleich zwei. Die Methode besteht darin, nur dünnes Schuhwerk zu verwenden, damit jede Form und jedes Merkmal des Bodens wahrgenommen und interpretiert werden kann. Das hilft, den Boden zu fühlen und Schritte zu vermeiden, die Rascheln oder Knacken verursachen, wenn das Gewicht für einen Schritt nach vorne verlagert wird. Des Weiteren gibt es spezielle Schleichmethoden. Sie werden von den nordamerikanischen Indigenen als „Fox Walk“ (Fuchsgang) bezeichnet. Diese Methode trägt maßgeblich dazu bei, den Lärm mithilfe einer bestimmten Bewegungsform zu reduzieren. Der Nutzen dieser Technik besteht darin, dass du dich deiner Beute nähern oder einfach nur besser die Tierwelt beobachten kannst.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Du kannst den Fuchsgang in dein Training einbauen und bei uns in der Wildnispädagogik-Ausbildung lernen. Eine erste Anleitung für das lautlose Bewegen findest du auch HIER in unserem Trainingsplan für mehr Sinnesschärfe. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Gemeinschaft

In der Natur zu leben ist eine Sache von Gemeinschaft. Ohne eine Gruppe, in der jeder seine Aufgabe kennt und zum Gemeinwohl beiträgt, wären wir nicht dort, wo wir heute sind. Dabei ist die Abhängigkeit voneinander dafür verantwortlich, dass ein tiefer Respekt untereinander herrscht.

Nichts wird dir mehr helfen zu überleben, als eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich um ihre Mitglieder kümmert. In dieser Community finden sich unterschiedliche Fähigkeiten, Zugang zu unterschiedlichen Ressourcen und eine Verbesserung der Moral. Die maximale Anzahl einer Gruppe, in der es dem Einzelnen möglich ist, eine emotionale Bindung zu jedem anderen aufrecht zu erhalten, liegt bei etwa 25 Personen. In unserer Gesellschaft wird eine Gemeinschaft nicht mehr benötigt, da wir zu viele geworden sind. Unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Wasser oder Kleidung werden von Dienstleistern anonym befriedigt. Eine direkte Abhängigkeit untereinander existiert somit nur noch selten.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Die Auflösung der Abhängigkeit voneinander bedeutet nicht, dass wir kollektiv unsere sozialen Fähigkeiten, Teamfähigkeit und respektvolle Kommunikation vernachlässigen sollten. Bei unserer Wildnispädagogik-Ausbildung legen wir wieder einen Fokus auf das Leben in der Gemeinschaft. Für dein eigenes Training zuhause ist es genial, eine Gruppe zu finden, mit der du effektiver und schneller lernen wirst. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Truthspeaking

Truthspeaking wird auch die Sprache des Herzens genannt. Sie ist eine Kommunikationsform der nordamerikanischen Indigenen. Im Vordergrund steht nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, die mehr Kooperation und gemeinsame Kreativität im Zusammenleben ermöglicht. Diese Umgangsform ist eine fast vergessene Kunst, konfliktfrei und voller Vertrauen und Nähe Probleme zu lösen. Der Frieden eines Stammes und einer ganzen Region hing früher wie heute davon ab, wie wir miteinander kommunizieren.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Der Begriff Truthspeaking hat Einzug in die Therapie, Politik und die Wirtschaft erhalten und wird hier als „gewaltfreie Kommunikation“ bezeichnet. Für dein gesamtes Leben ist es essenziell, deine sozialen Fähigkeiten zu trainieren, denn was ist dein Leben ohne Gemeinschaft und ohne Unterstützung durch andere – gerade, wenn es darauf ankommt? In unserer Wildnispädagogik-Ausbildung beispielsweise, haben wir das Ritual des Redekreises, in dem jeder seinen Platz findet und seine Gedanken frei äußern kann, ohne Angst haben zu müssen unterbrochen zu werden. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Nachhaltig handeln

Sich an die Gegebenheiten der Natur anzupassen bedeutet, mit den verfügbaren Materialien einfallsreich und nachhaltig umzugehen. Wenn die einheimischen Jäger losziehen, reisen sie leicht und tragen nur die Dinge, die sie auf ihrer Reise nicht selber herstellen können. Alles andere machen sie entweder aus dem Material, das sie auf ihrem Weg finden, oder sie verzichten darauf. Im Amazonas haben zum Beispiel die Wayapi-Indianer aus Palmblättern einen Rucksack hergestellt, um dann ihre Beute in die Dörfer zurückzutransportieren.

Behandele einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.“ – indigene Weisheit

Diese Lektion kann leicht auf unsere heutige Welt angewendet werden. Die moderne Gesellschaft ist eine Wegwerfgesellschaft. Viele der Dinge, die wir entsorgen, können noch verwendet werden. Wir nehmen fälschlicherweise an, dass die Ressourcen endlos sind. Doch wenn Material in der Wildnis nicht endlos ist, kann die Möglichkeit, verfügbares Material in einer Notsituation wieder zu verwenden, den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Wenn du auf deinem eigenen Wildnis-Weg mit Respekt und Verständnis für deine Umgebung agierst, kannst du alle Ressourcen finden, die du benötigst. Welche Pflanzen liefern das Material für ein Tauwerk? Welche Pflanzen sind essbar, giftig oder haben eine heilende Wirkung? Die Wildnis bietet eine Fülle von Ressourcen, wenn du weißt, wo du sie suchen musst. Und wenn du sie gefunden hast, wirst du sie nicht komplett abernten, sondern einige Pflanzen stehenlassen. So kannst du sie im nächsten Jahr wieder an dieser Stelle ernten. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Heilkräuter

Alle Ureinwohner kennen die Grundlagen der Ersten Hilfe und können leichte Verletzungen und Krankheiten mit Hilfe von Pflanzen behandeln. Kräuter, sowohl frisch als auch getrocknet, werden so zur Behandlung von allergischen Reaktionen, leichten Verbrennungen, Übelkeit, Schmerz oder bei leichten Verletzungen angewendet.

Dieser Vorrat an Kräutern kann mit einem modernen Medizinschrank verglichen werden. Zur richtigen Jahreszeit werden die entsprechenden Kräuter, Wurzeln, Blätter und Rinden gesammelt. Einige Heilpflanzen werden nur dann gesammelt, wenn sie gebraucht werden. Sie wirken nur im frischen Zustand, daher wäre ein frühes Sammeln  Verschwendung.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Das Wissen um die Heilwirkung der Pflanzen ist für das Leben und Überleben in der Natur von enormer Bedeutung. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die Wirkung der Heilkräuter Grenzen hat, und wann auf moderne Medikation und Behandlungstechniken zurückgegriffen werden muss. In unserem Kurs Pflanzenkunde & Notnahrung bekommst du all dieses Wissen an die Hand. Empfohlenes Kurs- und Ausbildungsprogramm für dieses Wissen:

Zusatzinfos 

Um dir einen tieferen Einblick in das Denken und das Survivalwissen der Indigenen zu verschaffen, haben wir dir hier einige wertvolle PDF-Dateien herausgesucht und zum Download bereitgestellt:

Ein historisches Schwarz-Weiß-Bild der berühmten Alamoscouts. Dies waren die Anfänge des modernen Holistic-Survival nach dem zweiten Weltkrieg.

Das militärische Survival

In unserer Survivalschule werden alle wichtigen Elemente des Survival in unser Training mit einbezogen. Zu unserem Programm gehört somit auch das Wissen des militärischen Survival, das wichtig für das Leben draußen in der Natur ist. Wir stellen fest, dass die meisten Ausrüstungsgegenstände, welche wir heute in unserem Survival-Kit verwenden und als Outdoor-Kleidung am Körper tragen, de facto vom Militär entwickelt und benutzt worden sind. Im Grunde jedoch sind militärische Ausbildungslehrgänge auf die Bedürfnisse des Militärs zugeschnitten und entsprechen nur bedingt einer zivilen Anwendung, da sie vor allem auf ein schnelles und unerkanntes Ausweichen abzielen, und durch hohe körperliche Belastung geprägt sind, um den Stress einer Gefechtshandlung zu simulieren.

Die größte Überschneidung zu unseren Trainingsinhalten gibt es beim Outdoor-Überlebenstraining (siehe Beschreibung weiter unten) und demnach bei der Verwendung moderner Survival-Ausrüstung. Das Ausweichen vor Feinden, Überstehen von Folter und Verhören, oder das Erlernen und Anwenden aktiver Kampftechniken in Kombination mit Schusswaffen sind ausdrücklich nicht Teil unseres Ausbildungsprogrammes!

 Mit Überlebenstraining, Ausrüstung und dem Willen zum Überleben kannst du jedes Hindernis überwinden, mit dem du konfrontiert wirst. Du wirst dann überleben! Verstehe die emotionalen Zustände, die mit dem Überleben verbunden sind. „Sich selbst kennen“ ist in einer Überlebenssituation extrem wichtig. Es hängt direkt davon ab, wie gut du mit ernsthaften Belastungen, Angstzuständen, Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten Kälte, Hitze, Durst, Hunger, Müdigkeit, Schlafentzug, Langeweile, Einsamkeit und Isolation umgehen kannst. – Ranger-Handbook

Als ideales Beispiel für ein militärisches Training haben wir uns nachfolgend die Mühe gemacht und das Original Trainingsprogramm des SERE-Überlebenstraining (Evasion, Resistance and Escape) für dich übersetzt.

Die Kerninhalte der militärischen Survival:

  • Unterschiede zum zivilen Überlebenstraining
  • das Combat Überlebenstraining
  • das Wildnis Überlebenstraining
  • das Evasion, Resistance, and Escape Überlebenstraining
  • das Extremklima & Extremsituation Überlebenstraining

Achtung: Nachfolgend bekommst du einen Einblick in die originalen Trainingsinhalte des legendären SERE Überlebenstraining (Evasion, Resistance, and Escape) der US-Armee. Die folgenden Trainingsinhalte des US-amerikanischen Militär sind weder Teil unseres Programms, noch entsprechen sie unserer Meinung. Sie dienen lediglich als Einblick in ein rein militärisches Überlebenstraining.

Das SERE-Trainingsprogramm hat sich von einem primären Fokus auf „Outdoor-Überlebenstraining“ zunehmend auf die Bereiche „Evasion (Ausweichen), Resistance (Widerstand) und (Escape) Flucht“ in feindlichem Gebiet konzentriert. Das militärische Training unterscheidet sich von typischen zivilen Programmen in mehreren Bereichen:

  1. Die erwartete militärische Überlebenssituation beginnt fast immer mit dem Verlassen eines Fahrzeugs, eines Flugzeugs oder Schiffes. Das Szenario beginnt mit Ausstiegsstrategien, -praktiken und -mitteln (taktischer Ausstieg, Fallschirmspringen, Unterwasserflucht usw.).
  2. Das militärische Überlebenstraining konzentriert sich stärker auf spezielle militärische Überlebensausrüstung und nutzt Survival-Kits, Signalgebung, Rettungstechniken und Rettungsmethoden.
  3. Soldaten sind aufgrund des offensichtlichen Risikos ihrer Aktivitäten (sowie ihrer Ausbildung und Ausrüstung) fast immer besser auf Überlebenssituationen vorbereitet. Umgekehrt sind Militärangehörige einer größeren Vielfalt wahrscheinlicher Szenarien ausgesetzt, da jede Mission sie einer Vielzahl von Risiken, Umgebungen und Verletzungen aussetzen kann.
  4. In fast allen militärischen Überlebenssituationen weiß jemand, wenn die Soldaten vermisst werden und sucht sie mit fortschrittlicher Ausrüstung und fest definierten Strategien (Rettungsmission, Suchmuster).
  5. Das militärische Überleben beinhaltet oft die gewaltvolle Auseinandersetzung mit einem Feind.

Zu den grundlegenden Überlebensfähigkeiten die im SERE-Training vermittelt werden, gehören allgemeine Survival-Skills im Freien / in der Wildnis wie Feuererzeugung, Bau einer Notunterkunft, Erste Hilfe, Wasserbeschaffung und -aufbereitung, Lebensmittelbeschaffung (Fallen, Schlingen und pflanzliche Notnahrung), improvisierte Ausrüstung und Selbstverteidigung (natürliche Gefahren, z.B. Raubtiere oder Schlangen) und Navigation (Karte und Kompass). Weiterführendes Training konzentriert sich auf mentale Elemente, den Überlebenswillen, Einstellung und „Survival-Mindset“ (Situationsbewusstsein, Bewertung, Priorisierung). Militärische Survivalschulen vermitteln Fähigkeiten wie Fallschirmlandungen, grundlegende und spezialisierte Signalgebung, Leitung eines Hubschraubers vom Boden, Einsatz von Rettungsgeräten, Reisen in schwierigem Gelände und Interaktion mit indigenen Völkern.

Anwendung in unserem Holistic-Survival: Du bekommst in vielen unserer Kursangebote das Wissen für die Auswahl einer funktionellen Grundausstattung für deine Outdoor-Touren und Survival-Trips. Wie oben erwähnt sind viele Ausrüstungsgegenstände vom Militär entwickelt worden, wie Marschkompass, Outdoor-Messer, Stirnlampe, Shelter (Unterkunft) Alternativen wie Trap, Biwaksack, wetterfeste Kleidung, haltbare Nahrung zur Krisenvorsorge und für Expeditionen. Unsere Survival-Experten sind mit jedem ihrer Ausrüstungsgegenstände über Jahre vertraut und können dir wertvolle Tipps und Tricks zur Auswahl, Anwendung und Reparatur geben.

Jedes Militär hat eine Verpflichtung gegenüber der Zivilbevölkerung dafür zu sorgen, dass seine Soldaten mit der Gewissheit über Erfolg und Überleben in den Kampf ziehen. Dies ist eine Verpflichtung, die nur ein rigoroses und realistisches Training erfüllen kann. In diesem Trainingsprogramm geht es hauptsächlich um das Überleben eines einzelnen Soldaten und nicht um den Fokus auf das Ausschalten des Feindes. „Survival“ als eigenständiger Bestandteil des modernen militärischen Trainings tritt größtenteils in speziellen Wildnis-Operationen (Regenwälder, Wüste, alpine Regionen) auf. Es wurden für das Trainingsprogramm bestimmte Fähigkeiten definiert, welche die Überlebenschancen jedes Soldaten verbessern (unabhängig davon, ob er sich in einer aktiven Kampfhandlung oder in der Wildnis befindet):

  1. Verwendung der Waffen in einer richtigen und effektiven Art und Weise
  2. sichere und effiziente Bewegungsarten durch verschiedene Gebiete
  3. sicheres Navigieren von Punkt zu Punkt (Bodennavigation)
  4. spezielle Kommunikationsformen (Morsezeichen, Geheimcodes)
  5. Erste Hilfe leisten (bewerten, stabilisieren und transportieren)
  6. das richtige Erkennen und Reagieren auf Gefahren
  7. wählen und nutzen von offensiven und defensiven Geländepositionen
  8. das Sicherstellen von persönlicher Gesundheit und Einsatzbereitschaft
  9. ausweichen, Widerstand leisten und entkommen
  10. Kenntnis und Einsatz von Notfallmaßnahmen, Überlebensausrüstung und Rettungssystemen

Alle US-Militärzweige sind sich den erhöhten Risiken für Spezialeinheiten und Besatzungspersonal bewusst. Sie können jederzeit von der Einheit getrennt oder nach einem Absturz in feindlichem Gebiet oder in der Wildnis auf sich allein gestellt sein. Über die grundlegenden Kampffertigkeiten und ihre Spezialfähigkeiten hinaus, sollten diese Soldaten über praktische Kenntnisse der Überlebensfähigkeiten verfügen, um am Leben zu bleiben und ihre Rettung im Ernstfall zu erleichtern. Daher absolvieren alle Angehörigen von Spezialkräften und Besatzungspersonal mit erhöhtem Risiko ein spezielles Wildnis-Training mit folgenden Inhalten:

  1. spezielle Ausrüstung und Verfahren zur Verbesserung der Überlebensfähigkeit (Schleudersitze, Fallschirme, Kommunikations- und Navigationsgeräte, Rettungsgeräte und -verfahren usw.)
  2. Vorbereitung auf das Überleben
  3. Situationsbewusstsein und Bewertung der eigenen psychischen Verfassung
  4. Umwelt verstehen: Gefahren und Chancen
  5. Priorisierung der Bedürfnisse und Planung von Maßnahmen für den persönlichen Schutz, Überleben und Genesung (Überlebensentscheidungen)
  6. Wenn ein Feind beteiligt ist: Ausweichen (Tarnung, Reisetechniken usw.).
  7. Schutz
  8. Feuer
  9. Wasser
  10. Rettungssignale und taktische Kommunikation (Radios, Spiegel, Feuer, Rauch, Fackeln, Markierungen)
  11. Rettungs- und Bergungstechniken
  12. Navigation (mit und ohne Hilfsmittel)
  13. Improvisation als wesentliche Überlebensfähigkeit
  14. Lebensmittelbeschaffung und -zubereitung

Einige Ausweichtechniken aus dem SERE-Überlebenstraining sind bekannt, doch möchte das Militär verhindern, dass die speziellen Techniken an die Öffentlichkeit gelangen. Das könnte dem Feind in die Karten spielen, um Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Es reicht zu sagen, dass viel Zeit und Geld aufgewendet wird, um sich mit einer umfassenden Taktik (Routen, Praktiken, Abholpunkte, Täuschungsmethoden, Waffen usw.) der Einwirkung des Feindes zu entziehen. Einige Elemente des Trainings für das Überstehen einer Geiselnahme sind streng geheim. Dies gilt insbesondere für „Widerstands-Training“, bei dem man diejenigen, die gefangengenommen werden könnten, auf Not, Stress, Missbrauch, Folter, Verhör, Indoktrination und Ausbeutung vorbereitet.

Die Grundlage für das „Aushalten und die Bereitschaft einer Gefangennahme“ liegen bei den Soldaten in dem Bewusstsein der eigenen Pflichten und Rechte. Für alle amerikanischen Soldaten ist der „Code der United States Fighting Force“ die Grundlage für das Aushalten von körperlicher und physischer Gewalteinwirkung durch den Feind.

Der „Code der United States Fighting Force“:

  1. Ich bin Amerikaner und kämpfe in den Streitkräften, die mein Land und unsere Lebensweise schützen. Ich bin bereit, mein Leben für ihre Verteidigung zu geben.
  2. Ich werde niemals aus freien Stücken aufgeben. Wenn ich das Kommando habe, werde ich die Mitglieder meines Kommandos niemals aufgeben, solange sie noch die Mittel haben sich zu widersetzen.
  3. Wenn ich gefangengenommen werde, werde ich weiterhin mit allen verfügbaren Mitteln Widerstand leisten. Ich werde alle Anstrengungen unternehmen, um zu entkommen und anderen bei der Flucht zu helfen. Ich werde weder Bewährung noch besondere Gefälligkeiten des Feindes akzeptieren.
  4. Wenn ich Kriegsgefangener bin, werde ich meinen Mitgefangenen treu bleiben. Ich werde keine Informationen preisgeben oder an Handlungen teilnehmen, die für meine Kameraden schädlich sein könnten. Wenn ich Dienstältester bin, werde ich das Kommando übernehmen. Wenn nicht, werde ich den Anweisungen der höherrangigen Personen gehorchen und sie in jeder Hinsicht unterstützen.
  5. Wenn ich gefragt werde, ob ich Kriegsgefangener werden will, muss ich Name, Rang, Dienstnummer und Geburtsdatum angeben. Ich werde es vermeiden weitere Fragen zu beantworten. Ich werde keine mündlichen oder schriftlichen Erklärungen abgeben, die meinem Land und seinen Verbündeten untreu sind oder deren Sache schädigen.
  6. Ich werde nie vergessen, dass ich Amerikaner bin, für die Freiheit kämpfe, für mein Handeln verantwortlich bin und mich den Prinzipien widme, die mein Land frei gemacht haben. Ich werde auf meinen Gott und auf die Vereinigten Staaten von Amerika vertrauen.

Die Inhalte des Trainings, wie man im Falle einer Gefangennahme überlebt und einem Feind widersteht, basieren im Allgemeinen auf früheren Erfahrungen von Gefangenen und Kriegsgefangenen. Es ist extrem wichtig zu wissen, wer die eigenen Entführer sind und was sie von dir erwarten werden, um die Ausbildung so effektiv wie möglich zu gestalten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Behandlung der Soldaten verschlechtert. Heutzutage kann kein Soldat mehr eine Behandlung nach der Genfer Konventionen erwarten. Den amerikanischen Soldaten werden immer noch die Standards des Völkerrechts für die humanitäre Behandlung im Krieg beigebracht, aber es ist weitaus weniger wahrscheinlich, dass sie diesen Schutz genießen, wenn sie selber gefangengenommen werden. Details über den Inhalt des SERE-Überlebenstrainings werden nicht angeboten, aber einige bekannte Widerstandsmethoden liefern Hinweise auf die Art der Techniken:

  1. Verwendung eines Tap-Codes (Serie an Klopfzeichen zur geheimen Kommunikation zwischen Gefangenen)
  2. Als der Befehlshaber der US-Marine, Jeremiah Denton, gezwungen war, während seiner Gefangenschaft im Vietnam-Krieg auf einer Pressekonferenz im Fernsehen zu erscheinen, blinzelte er wiederholt das Wort „T-O-R-T-U-R-E“ mit Morsecode.
  3. Der „Verhaltenskodex“ der Gefangenen im Hỏa Lò-Gefängnis „Hanoi Hilton“: „Nehme körperliche Folter auf dich, bis du kurz davorstehst deine Fähigkeit zu verlieren, rational zu sein. An diesem Punkt lügst du, tust oder sagst was notwendig ist, um zu überleben. Aber bevor es soweit kommt, musst du erst gefoltert werden!“
  4. Ein Kriegsgefangener, der die Namen von Comic-Helden angab, als seine Entführer die Namen seiner Mitpiloten verlangten.
  5. Viele Informationen kann man dem Buch The Great Escape entnehmen.

Das Unterrichten der „Widerstandstechniken“ erfolgt normalerweise in einer Simulation, in der Ausbilder als feindliche Entführer fungieren und die Schüler so realistisch wie möglich wie Gefangene in Isolation behandelt werden. In Rollenspielen werden die Soldaten so harten Bedingungen, Haft, Stress, Scheinverhören und Foltersimulationen ausgesetzt.

Auch wenn es praktisch unmöglich ist, die harte Realität feindlicher Gefangenschaft zu simulieren, hat sich ein solches Training sehr wohl als effektiv erwiesen. Diese Simulation hilft den Soldaten, die in Gefangenschaft geraten, denn sie wissen danach, was sie unter solchen Bedingungen von ihrer Gefangenschaft und sich selbst erwarten können.

Nach der aktuellen öffentlichen Politik des Verteidigungsministeriums besteht die Schulung zum SERE-Verhaltenskodex (auch als „Widerstands-Training“ bezeichnet) aus drei Ebenen:

  • Stufe A: Basis Überlebenstraining. Dies sind die Verhaltenskodex-Klassen (die heute allgemein online einzusehen sind), die für alle Militärangehörigen bindend sind.
  • Stufe B: Für diejenigen, die vor der hinteren Grenze der Division und bis zur vorderen Linie der eigenen Truppen operieren oder operieren sollen. Normalerweise beschränkt auf Besatzungsmitglieder der Armee, des Marine Corps, der Marine und der Luftwaffe. Stufe B konzentriert sich auf Überleben und Ausweichen, mit Widerstand.
  • Stufe C: Für Truppen mit einem hohen Risiko gefangen genommen zu werden, deren Position, Rang oder Dienstalter sie für überdurchschnittliche Folter- und Verhör-Methoden eines Entführers anfällig machen. Das Training der Stufe C konzentriert sich auf den Widerstand gegen Folter und Befragung, das Überleben während der Isolation und Gefangenschaft sowie die Flucht vor dem Feind.

Das „Escape-Überlebenstraining“ enthält ähnliche Elemente wie die das „Evasion and Resistance Training“. Ein Großteil dieser Schulung hat mit Beobachtung, Planung, Vorbereitung und Eventualitäten zu tun und stammt aus historischen Erfahrungen.

Überleben im Wasser (Ozean, Fluss, Küste): Militärpersonal befindet sich häufiger in einer Überlebenssituation im Wasser. Wie man im Wasser überlebt, wird im Navy Recruit Survival-Training, im Navy SUBSCOL Submarine Escape Survival-Training, im Air Force Water Survival-Training und in einem separaten PME-Survival-Training (SoF Special Forces Professional Military Education) unterrichtet. In solchen Ausbildungen werden Themen und Übungen vorgestellt wie:

  1. Unterwasserflucht vor einem Vehikel
  2. Fallschirmlandung im Wasser
  3. spezielle Schwimmtechniken (unter einem Fallschirm hervorschwimmen)
  4. Umgang mit „Wildwasser“
  5. Einsteigen und Aussteigen aus einem Rettungsfloß
  6. Leben und Navigieren auf einem Rettungsfloß
  7. Verwendung von aquatischer Überlebensausrüstung
  8. Gefahren der aquatischen Umwelt
  9. Erste Hilfe in Gewässern (Seekrankheit, Immersionsverletzungen, Verletzungen von Tierangriffen)
  10. Beschaffung und Zubereitung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser
  11. Maßnahmen gegen das Ertrinken, Schwimmtechniken
  12. Besondere psychologische Bedenken
  13. Ozeanökologie

Überleben in der Arktis (Meereis, Tundra): Luftwaffenbesatzungen fliegen oft über Polarrouten in arktischen Regionen. Moderne Überlebenssituationen in der Arktis sind zwar selten, das arktische Survival-Training lässt sich jedoch hervorragend auf Überlebenssituationen im Winter übertragen.

Alle US-Militärzweige verfügen über eine Art Survival-Training für Kälte, Winter und Berge, das aus hart erlernten Lektionen während des Koreakrieges stammt. Die Trainingsinhalte für polare Regionen bieten mehrere einzigartige Inhaltsbereiche:

  1. Kälteschäden: Erfrierungen, Unterkühlung, Frostbeulen
  2. Schnee / Eis / Kälte Probleme: Schneeblindheit, Lawinen / Eiszapfen-Fall, Eisberge, Windkälte
  3. Körperwärme regulieren
  4. Warum ein Iglu oder eine Schneehöhle weitaus besser ist als ein Zelt
  5. Not-Signalgebung
  6. Kalorien sparen, Kalorien verbrennen und Kalorien finden
  7. Reisen
  8. Wasser
  9. Feuchtigkeitsgefahren / Trocken halten

Überleben in der Wüste: Während das Survival-Training in der Wüste seit ihrer Gründung Teil des Trainings des US-Militärs war, ging der Schwerpunkt 1990 mit der Operation Desert Shield – Gulf War (1990) verstärkt in diese Richtung. Das Survival-Training in der Wüste dürfte auf absehbare Zeit ein wichtiger Schwerpunkt bleiben. Während es ein häufiger Fehler ist, Wüsten nur als heiß zu betrachten, ist ein Großteil der Arktis (und Antarktis) ebenfalls eine Wüste (Polarwüste). Unter der Definition des Wüstenklimas (ein Klima, in dem die Verdunstung über dem Niederschlag liegt) werden einige Wüsten als „Wüsten mit kaltem Wetter“ betrachtet (wie die Wüste Gobi). Denn das verbindende Merkmal aller Wüsten ist der Wassermangel. Der Fokus des Survival-Trainings in der Wüste:

  1. Wasserrationierung: Wenn es heiß ist, vermeide zu schwitzen; wenn es kalt ist, vermeide durch die Atmung zu dehydrieren.
  2. Dehydration verstehen
  3. Wasserquellen in ariden (trocken, dürren) Regionen
  4. Heiße Wüste – Schutz bei Tag, Bewegung / Handeln bei Nacht
  5. Kalte Wüste – Atemfeuchtigkeit einfangen
  6. Wüstenunterstände (über oder unter der Oberfläche)
  7. Wüstenkleidung
  8. Wüstengefahren und Behandlungen
  9. Wüstensignalisierung
  10. Wüstenreise

Überleben im Dschungel / in den Tropen: Aufgrund der vielfältigen Ressourcen ist es relativ einfach, im Dschungel am Leben zu bleiben, aber es kann schwierig sein, eine relativ bequeme Zeit dabei zu haben. Es gibt gute Gründe, warum Soldaten die JWS (Jungle Warfare School) in Panama als „Grüne Hölle“ bezeichnen:

  1. Die Dschungelumgebung: Bedingungen (feucht) und Hitzeindex
  2. Dschungelgefahren
  3. Dschungelkrankheiten: Grabenfuß (Kälte-Nässe-Schäden an Händen oder Füßen), Insektenstiche, schlechtes Essen, schlechtes Wasser, Parasiten, Schlangenbisse
  4. Nahrung
  5. Wasseraufbereitung
  6. Dschungelunterstand
  7. Taktisches Schießen
  8. Signalisierung und Rettung
  9. Dschungel Improvisationstechniken

Überleben von Isolation: Isolation ist nicht nur allein sein, sondern auch das fern sein vom Vertrauten und Tröstenden. Das Überleben in der Isolation ist seit langem Teil vom SERE-Survival-Training im Bereich „Widerstand“ und wurde in jüngerer Zeit erst in der Öffentlichkeit anerkannt und gewürdigt. Die psychologischen Auswirkungen, wenn die Soldaten sich plötzlich alleine und verloren fühlen, können schwächend, ernsthaft deprimierend und sogar lebensbedrohlich sein, z.B. durch Panikreaktionen. Das Survival-Training deckt alle möglichen Szenarien in der Gefangenschaft ab, einschließlich Entführung und Gefangenschaft ohne Kameraden. Das Isolations-Survival-Training konzentriert sich auf die Förderung der psychologischen Widerstandsfähigkeit.

  1. Panik verstehen und vermeiden
  2. psychisch widerstandsfähig bleiben
  3. Fokussieren, Beobachten, Planen und Vorstellen („FOPE“)
  4. Stress-Bewältigungsreaktion, „Kampf oder Flucht“, Stresszyklus und Dinge, die dir helfen, ruhig zu bleiben.
  5. Die Psychologie der Gefangenschaft

Zusatzinfos

Es gibt eine Fülle von militärischen Trainingsvideos, die einen detaillierten Aufschluss über die Methoden und Inhalt der Survival-Trainings geben. Das Militär benutzt viel indigenes Survivalwissen und somit kannst du dir von den Videos viele Infos und Techniken für dein Survival-Training abgucken.

SAS Überlebenstraining

SAS - Survival – The Sabre Squadron Scenario
SAS - Survival – The Sabre Squadron Scenario
SAS Überlebenstraining - Escape & Evasion - Folge 1
SAS Überlebenstraining - Escape & Evasion - Folge 1
SAS Überlebenstraining - Escape & Evasion - Folge 2
USAF Arctic Survival-School
USAF Arctic Survival-School

Survival-Training der US-Luftstreitkräfte

Teilnehmer der Ausbildung und Weiterbildung lernen mit dem Bow-Drill umzugehen.

Unser heutiges Survival

Vielleicht findest du es befremdlich, dass einige Elemente unseres Survivalprogramms aus dem Militär stammen. Es war eine lange Entwicklung vom indigenen Wissen hin zu einer ganzheitlichen Lebenseinstellung, die unser Holistic-Survival für uns heute bedeutet.

Obwohl das Wildniswissen von den Indigenen über den Umweg des Militärs zu uns gefunden hat, setzen wir nicht die militärische Tradition fort, sondern sehen in unserer Schule ein Forum für die Wiedererlangung unserer Überlebensfähigkeit in der Natur, die wir aufgrund des technologischen Fortschrittes über Bord geworfen haben.

So unterscheidet sich unser Survival vom Militärischen im Wesentlichen nicht in dem „Wie“, sondern im „Warum“. So will das Militär raus aus der Situation, wir wollen rein in die Natur!

Autor und Survival-Experte Maurice Ressel

Über den Autor

Maurice Ressel

Hi, ich bin Maurice, der Gründer und Trainer der Survival- & Wildnischule Lupus. Mein Ziel ist es, dir handfeste Überlebenstechiken zu vermitteln und dich für die Natur zu begeistern.

Hier erfährst du mehr über mich.

Text aktualisiert am 04.02.2021