Eine Detailaufnahme vom Überlebensmesser und besten Bushcraft Messer vom Experten Lars Fält

Was ist das beste Survival oder Bushcraft Messer? Am Ende dieses Artikels weißt du, welche Art von Outdoormesser zu dir passt! Du wirst eine Übersicht über die verschiedenen Arten haben und wirst wissen, welches Messer für welche Aufgabe geeignet ist. Im Verlaufe dieses Artikels werde ich dir einige Reflektionsfragen stellen, die dich zu deinem passenden Messertypen führen werden. Probier es aus!

Die ersten Faustkeile wurden vor mehr als zweieinhalb Millionen Jahren vom Homo habilis hergestellt, einem Urahnen des heutigen Menschen. Bis heute hat das Schneidewerkzeug seine Bedeutung nicht verloren. Im Gegenteil, das feststehende Messer ist ohne Frage dein wichtigster Begleiter in der Wildnis. Du solltest es immer am Gürtel tragen, so dass es nicht verloren geht. Im Notfall lassen sich mit einem Messer alle anderen Ausrüstungsgegenstände nachbauen. Das ist einer der Kernpunkte des Bushcraft.

Es gibt sehr viele Formen von feststehenden Outdoormesser. Sie unterscheiden sich durch die Größe der Klinge, die Klingenform und ihren Schliff, und zu guter Letzt durch den Stahl und das verarbeitete Griffmaterial. Wie du siehst, spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, ob ein Messer Anforderungen wie Robustheit, gutes Handling und Schnitthaltigkeit erfüllen kann.

Bitte arbeite in der Wildnis mit einer feststehenden Klinge und vermeide es, ein Klappmesser zu benutzen. Das Klappmesser hat nicht die nötige Stabilität und ist daher unsicher. Unabhängig von der Verwendung, sollte dein Messer eine Fulltang-Klinge besitzen, bei dem das Ende des Messers, auch Erl genannt, durch den gesamten Griff geht. Damit wird eine maximale Stabilität des Messers erreicht. Verzichtet auch auf Messer mit einem sogenannten Wellenschliff, der bei taktischen Messern für Behörden und Militär zum Durchtrennen von Sicherheitsgurten und Seilen dient, jedoch beim Schnitzen zu viel Reibung erzeugt und im Holz stecken bleibt.

Eine Detailaufnahme vom Überlebensmesser und besten Bushcraft Messer vom Experten Lars Fält

Das beste Bushcraft-Messer

Für deine Aktivitäten in der Wildnis kannst du zwei Arten von Outdoormesser unterscheiden. Das „Bushcraft-Messer“ (Handwerksmesser) und das „Survival-Messer“ (Überlebensmesser). Du kannst das Bushcraftmesser in erster Linie als Holzschneidewerkzeug ansehen. Man kann damit effektiv Kerben, Ösen, Feathersticks und sogar feine Dinge wie Löffel oder Tassen schnitzen.

Ein solches Outdoormesser hat eine mittlere Klingenlänge von 10 – 13 cm und einen dünnen Klingenrücken von 2 – 4 mm, sowie ein schmales Klingenprofil. Ein Anfänger-Bushcraft-Messer muss nicht zwingend eine Fulltang-Klinge besitzen, da es nicht so hart gebraucht wird wie ein Survival-Messer. Ein gutes Beispiel für ein hervorragendes und preisgünstiges Bushcraft- und Schnitzmesser ist das Mora Companion.

Kerneigenschaften des Bushcraft Messer

  • klassisches nordisches Handwerksmesser
  • mittlere Größe
  • für die Holzbearbeitung
  • für schwere Arbeiten nicht geeignet

Mit dem besten Bushcraft Messer sowie Outdoormesser und einem Feuerstahl wird ein Stück Birkenrinde entfacht.
Auch bei beschichteten Messern, wie dem ESEE 4 HM, ist es möglich einen Feuerstahl zur Funkenerzeugung zu benutzen. Mit einer Metallpfeile wird hierfür die Beschichtung am Klingenrücken teilweise entfernt. Du siehst, es funktioniert!

Das beste Survival-Messer

Das Survival-Messer hingegen ist als unzerstörbares Allroundmesser konzipiert, das bei einer Überlebenssituation in keinem Anwendungsbereich (Schneiden, Hacken, Graben, Hebeln etc.) versagen darf. Mit ihm lässt sich notfalls auch Glas brechen, eine Tür aufhebeln oder sehr dicke Materialien schneiden. Survival-Messer sind jedoch meist nicht die besten Schnitzmesser, denn eine im Querschnitt sehr dünne Klinge wie das Bushcraft Messer durchtrennt viele Materialien leichter als eine grundsätzlich ebenso scharfe, aber deutlich stärkere Klinge wie bei einem Survival-Messer. Erstere gleitet leicht durch das Schnittgut hindurch, während die andere stärker reibt, sich verkeilt und daher mehr Kraftaufwand erfordert.

Eine Klinge mit einem 6mm starken Rücken hat enorme Stabilität, büßt dabei aber erheblich an Schneideleistung ein. Die Balance zwischen Schneideleistung und Stabilität ist ein Kompromiss, den jeder für sich selber bestimmen muss. Ich empfehle bei einem Survival-Messer eine Klingenbreite zwischen 4-6 mm. Das Fällkniven A1 ist eines der beliebtesten Survival-Messer und seit mehr als 10 Jahren an meinem Gürtel.

Kerneigenschaften des Survival Messer

  • unzerstörbares Allround Messer
  • mittlere bis große Klingenlänge
  • muss im Feld leicht nachzuschärfen sein
  • muss auch für schwerste Arbeiten konzipiert sein

Das Outdoormesser Fällkniven A1 und das Bushcraft Messer mit dem Survival Kit am Gürtel des Wildnis Trainer Maurice Ressel
Das Standardset meines Bushcraft- und Survival- Gürtels ist die Survival-Tasche, ein Erste-Hilfe-Set und das Survival-Messer Fällkniven A1.

Welches ist das beste Survival oder Bushcraft Messer für mich?

Bevor du ein wirklich gutes Outdoormesser kaufst, solltest du zunächst über einige Jahre Erfahrungen sammeln und preiswerte Modelle testen, bis du genau weißt, welche Klingenproportion und welcher Griff für dich am besten sind. Günstige und gute Messer erhältst du zum Beispiel von den Marken: Mora – Helle – EKA – Condor  – Lindner.

Wenn du dann herausgefunden hast, welches Messer zu deinen Anforderungen passt, kannst du auch einen Messerschmied kontaktieren und dir ein Custom-Messer herstellen lassen.

Wenn du Glück hast, findest du ein gutes Serienmesser auf dem Markt, das deinen Anforderungen gerecht wird. Hier stelle ich dir einige Ja/Nein-Fragen, die zeigen, welchen Messertyp du für deine Aufgaben benötigst. Lese nach den Ja/Nein-Fragen weiter. Hier bekommst du wichtige Infos zu den Hauptelementen eines Messer, wie Anschliff, Klingenprofil und Stahl, sodass du dein Wissen erweitern kannst. Am Ende des Artikels findest du meine Zusammenfassung, an der du dich bei deinem Messerkauf final orientieren kannst.

Wenn du bei beiden Messertypen etwa gleich viele Fragen mit Ja beantwortet hast, dann mache es wie ich – trage zwei Messer an deinem Gürtel!

Ja/Nein Fragen

Tendenz Bushcraft

Mein Messer soll:

  • ein gutes Schnitzmesser sein?
  • gut Lebensmittel schneiden?
  • einen Holzgriff haben?
  • einen einfachen Schliff haben?
  • leicht sein?
  • eine Klingenlänge unter 13cm haben?
  • in Deutschland legal am Gürtel tragbar sein?

Tendenz Survival

Mein Messer soll:

  • gut Holz spalten können?
  • als Axtersatz (Hiebwerkzeug) dienen?
  • für die Jagd benutzt werden?
  • unzerstörbar sein?
  • ein Allrounder sein?
  • einen Kunststoffgriff haben?
  • eine Klingenlänge über 13cm haben?

In einer Feuerstelle in Schweden liegt das beste Survival Messer Fallkniven A1

Outdoormesser Bestenliste

Die hier aufgeführten Outdoormesser sind industriell hergestellte Hochleistungswerkzeuge, die auf der ganzen Welt bei Bushcraftern und Survivalisten Zuspruch finden und von unserem Team auf Touren in In- und Ausland in Anwendung sind. Sei dir bewusst, dass es neben diesen 14 vorgestellten Messer dort draußen noch viele weitere gute Messer gibt. Mit den hier aufgelisteten Messern kannst du jedoch nicht viel falsch machen. Probiere sie aus und finde dein bestes Bushcraft- und Survival-Messer.

Folge den grün markierten Links um die Messer zu kaufen. Bitte lese nach den Empfehlungen weiter, um alle Infos über Klingenform, Stahlsorten und Schliffarten zu bekommen.

Meine besten Survival Messer*

das beste Überlebensmesser und Survival-Messer Fallkniven A1

Fallkniven – A1

Das legendäre schwedische Expeditions- und Überlebensmesser. Es ist zuverlässig und ideal zum Hacken und Spalten von Holz geeignet. Wenn du noch mehr Geld ausgeben willst, dann hole dir das Modell Fällkniven A1xb der neuen Generation. Hier sind die Griffschalen auswechselbar und der Stahl hat eine bessere Qualität. Stelle dich jedoch darauf ein, dass du mit der Messerhülle nicht zufrieden sein wirst. Ich habe mir eine Kydexhülle anfertigen lassen.
Kaufe hier das Fallkniven – A1
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Das beste Survival und Überlebensmesser ESEE 6

ESEE 6

Wenn du das absolute Allround-Survivalmesser suchst, was grobe Arbeiten bestens meistert und ebenfalls für feine Arbeiten gut geeignet ist – hier hast du es. Das Messer kommt mit einer lebenslangen Garantie, selbst wenn du es absichtlich zerstörst! Um mit einem Feuerstahl Funken schlagen zu können, musst du die Beschichtung am Klingenrücken mit einer Eisenfeile entfernen.
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das beste Überlebensmesser und Survival-Messer Ontario Black Bird SK-5

Ontario – Black Bird SK-5

Ein Klassiker unter den Survival-Messern und ebenfalls durch seinen Flachschliff und der wundervollen Spearpoint Klingenform für alle wichtigen Aufgaben in einer Survivalsituation einsetzbar. Mit diesem Messer kannst du Fische ausnehmen, Nahrung zubereiten und gleichzeitig dein Camp aufbauen. Nicht ohne Grund eines der berühmtesten Survivalmesser.
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das beste Überlebensmesser und Survival-Messer Cold Steel SRK VG10

Cold Steel – SRK VG 10 San Mai

Das amerikanische Gegenstück zum Fallkniven – A1. Entscheide selber welches Messer besser zu dir passt. Eines steht fest, die Messerhülle ist hier besser als beim A1. Die Version mit dem japanischen rostfreien VG10 Laminat Stahl ist der günstigeren Version meiner Meinung nach vorzuziehen.
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das beste Überlebensmesser und Survival-Messer Gerber Strongarm

Gerber – Strongarm

Ein weiteres geniales Allzweck-Messer. Es besticht durch eine geniale Messerhülle, Robustheit und der guten Klingengeometrie. Gerber hat hier einen absoluten Hit gelandet – und das zu einem extrem niedrigen Preis. Achte darauf, dass du die Version ohne Sägezahnschliff erwirbst.
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das beste Überlebensmesser und Survival-Messer KA-BAR Becker Campanion BK2

KA-BAR – Becker Campanion BK2

Dieses Beast kommt in einem klassischen Survival-Messer-Design daher. Mit einem 6.6 mm Klingenrücken und einer Klingenlänge von 13.2 cm wirst du es nicht kaputt bekommen. Dank dem verarbeiteten Kohlenstoffstahl kannst du es im Feld gut nachschärfen. Dazu bekommst du eine gute multifunktionale Messerhülle ab Werk geliefert.
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Meine besten Bushcraft Messer*

Das beste Bushcraft Messer Mora Garberg Carbon

Mora – Garberg Carbon

Mit seiner Full-Tan Bauweise und dem für Mora bekannten hochwertigen Stahl ist das Messer neben dem Benchmade 200 Puukko der Gewinner, wenn es um Preis – Leistung im Bereich Full-Tan Bushcraft Messer geht.
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das beste Bushcraft messer das benchmade 200 Puukko

Benchmade 200 Puuko

Ein Messer mit dem rostfreiem Hochleistungsstahl CPM 3V und einer Lederhülle inklusive Feuerstahlhalterung. Die traditionellen Messer der Samen aus Finnland sind die Namensgeber des Benchmade 200 Puukko. Ein top Messer, das für den verwendeten Stahl ein extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat.
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Das beste Bushcraft Messer Mora Companion MG

Morakniv- Companion MG

Das Companion hat durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis Weltruhm erlangt. Es kommt mit einem extrem starken Schliff, einem enorm guten Stahl und einem sehr ergonomischen Griff. Das alles bekommst du für unter 20 Euro. Dies ist das einzige Messer ohne Full-Tan Bauweise. Holzspalten und Hacken ist mit Messern mit einem Scandi-Grind und einer Klingenlänge unter 12cm so oder so keine gute Idee.
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Das beste Bushcraft Messer

EnZo – Trapper 95

Dies ist ebenfalls ein sehr schlichtes und klassisches Bushcraft- und Schnitzmesser mit einem tiefen Scandi-Grind. Das Messer wird mit Leinen Micarta Griffschalen und einer sehr gut verarbeiten Lederscheide inklusive Dangler ausgeliefert.
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Das beste Bushcraft Messer Tops Brother of Bushcraft

Tops – Brothers of Bushcraft

Ein Full-Tan Messer mit einem aggressiven Scandi-Grind. Die Micarda Griffschale hat eine Aushöhlung, so dass du dieses Messer als Griffstück für das Feuerbohren in Notsituationen benutzen kannst. Ein Messer, das auf der ganzen Welt höchste Bewertungen bekommen hat.
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Das beste Bushcraft Messer Casström Lars Fält Knife

Casström – Lars Fält Knife

Ein Bushcraftmesser, das sich sehr an dem „Bushcraft Knife“ von Ray Mears orientiert. Es wurde vom berühmten schwedischen Survival-Spezialisten Lars Fält entwickelt und kommt mit einem wunderschönen Holzgriff aus Birkenholz und einer edlen Lederscheide.
Kaufe hier das Casström – Lars Fält Knife

*) Hierbei handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Kaufst Du darüber etwas, wird der registrierte Partner am Umsatz beteiligt. Natürlich ohne Mehrkosten für Dich!

Der Trainer Maurice Ressel schnitzt mi t dem besten Bushcraft- und Survival Messer tief in einen Stock.
Immer wenn ich etwas aus Holz herstellen will, benutze ich mein Bushcraft-Messer. Mit dem Skandi-Schliff lässt sich enorm viel Material aus dem Holz abtragen. Wenn es gröber wird, kommt mein Survival-Messer Fällkniven A1 zum Einsatz.

Der Messerschliff

Der Schliff und die Dicke des Messerrückens bestimmen die Schnittleistung des Outdoormesser, sprich: wie ungehindert das Messer durch das Material gleitet. Ich rate dir, die drei hier beschriebenen Grundschliffarten auszuprobieren und die Vor- und Nachteile in der Praxis zu erleben. Die Sekundärphase ist dabei der letzte kleine Anschliff an der Klinge, ohne den ist die Schneide erheblich empfindlicher ist.

Eine Infografik zu den verschieden Outdoormesser, Bushcraft und Survival Messerschilfarten wie Flat Grind, Scandi Grind und Saber Grind

Flachschliff mit Sekundärphase ist ein guter Allrounder. Er ist ausreichend für die Holzbearbeitung, sowie für schwerere Arbeiten, wie das Spalten von Holz. Sehr gut lassen sich mit ihm Tiere nach der Jagd ausnehmen und Lebensmittel schneiden. Durch die Sekundärphase bekommt die Schneide eine gute Widerstandsfähigkeit. Dieser Schliff wird bei vielen Outdoor- und Survivalmessern verwendet.

Skandischliff eignet sich hervorragend für das Bearbeiten von Holz. Die fehlende Sekundärphase macht die Schnittkante jedoch empfindlich. Daher solltest du mit diesem Messer nicht hacken.

Der Saber Grind ist im Grunde ein Skandischliff mit Sekundärphase. Dieser Schliff ist beliebt bei Survival-Messern, wie z.B. dem Fällkniven A1. Er gibt der Klinge eine hohe Stabilität und gute Spalteigenschaften bei akzeptabler Schnittleistung.

Mein Tipp:
Wenn du nur ein Messer tragen willst, dann empfehle ich den Flachschliff mit Sekundärphase.
Das Outdoormesser in dieser Nahaufnahme ist mit einer Drop-Point Klingenform und einem Skandi-Schliff versehen.
Das klassischen Bushcraft-Messer mit einem geölten Holzgriff. Das Messer ist mit einer Drop-Point Klingenform und einem Skandi-Schliff versehen.

Das Messerprofil

Es gibt viele verschiedene Formen von Klingen, jede hat ihre Vor- und Nachteile. Es gibt einen Spruch, der besagt, je einfacher die Klinge aussieht, desto besser kann sie schneiden. Die effektivsten Klingenformen im Outdoor- / Survival- / Bushcrafting sind die Drop Point-, Spear Point- und die Clip Point-Form.

Infografik der Outdoormesser Klingenformen und der Klingenprofile

Der Grund dafür ist, dass alle drei Klingenkonstruktionen die Spitze der Klinge näher an der Mittellinie positioniert haben, um dem Benutzer mehr Kontrolle zu geben, als es mit einer geraden Rückengestaltung der Fall wäre.

Mein Tipp:
Das Clip Point-Profil ist der Allrounder, den ich dir empfehlen kann.
Das Sekundärmesser IZULA II, Überlebensmesser ESEE 6 und ESEE 4 liegen als Produktaufnahme auf dem Waldboden.
Das Neckknife oder Sekundärmesser IZULA II mit einer Klingenlänge von 6,7cm, das mittelgroße ESEE 4 mit 11 cm Klingenlänge und unten das Survival Messer ESEE 6 mit 16,5cm. Alle Klingen haben eine Drop-Point-Klinge mit Flach-Schliff und Sekundärphase.

Die Klingenlänge

Egal ob Survival- oder Bushcraft-Messer: ein wichtiger Faktor für die Eigenschaften des Messers ist die Länge der Klinge. Ist sie zu klein, lässt sich mit ihr schwer Feuerholz bearbeiten. Mit einer zu großen Klinge wiederum lassen sich kleine Schnitzarbeiten nicht fein genug ausführen.

Klingenlängen von 9 bis 13 cm sind sehr gut geeignet für filigrane Aufgaben, wie das Schneiden von Kerben in Pfähle und Stäbe, um Fallen zu bauen, kleine Wildtiere zu enthäuten, Fische auszunehmen oder Wurzeln und Knollen zu schneiden.

Klingenlängen von 13 bis 15 cm stellen einen ausgezeichneten Kompromiss zwischen langen hochbelastbaren Klingen und kurzen gut kontrollierbaren Klingen dar.

Klingenlängen bis 20 cm sind lang genug und haben ein ausreichendes Gewicht, um sehr effektiv hacken und palten zu können. Es ist jedoch sehr schwierig, damit die Spitze der Klinge bei kleinen präzisen Arbeiten zu kontrollieren.

Mein Tipp:
Wenn dein Outdoormesser als Schnitzwerkzeug auch für feine Arbeiten dienen soll, wähle am besten kein Messer, das viel größer ist als deine eigene Handinnenfläche. Egal welches Messer du dir kaufen willst, gehe am besten nicht über eine Klingenlänge von 16 cm. Wenn du das Gefühl hast, du brauchst ein größeres Messer, dann nimm zusätzlich eine Axt oder ein Machetenmesser mit.
Das Fällkniven A1 wird als Axtersatz benutzt, um einen kleinen Baumstamm mit kräftigen Hieben zu fällen.
Ein Messerstahl kann als schnitthaltig angesehen werden, wenn er nach solchen Arbeiten im stehenden Totholz noch eine akzeptable Schärfe behält.

Der passende Messerstahl

Der beste Stahl ist so hart, dass er nicht verbiegt. Er ist so zäh, das er niemals bricht. Er ist so verschleißfest, dass er sich niemals abnutzt, immer scharf bleibt und niemals rostet. Doch diesen Stahl gibt es leider nicht.

Viele Anwender im Bushcrafting- und Survival-Bereich bevorzugen rostenden Carbon Stahl wie den 1095. Er ist einfach nachzuschärfen und auf eine sehr gute Endschärfe zu bringen. Laminat oder nichtrostende Stähle sind meist schnitthaltiger, behalten ihre Schneidekraft länger und müssen so im Feld weniger nachgeschärft werden. Wenn du sie jedoch auf einer Tour nachschärfen musst, benötigst du einen höheren Aufwand, als bei einem Kohlenstoffstahl. Wenn du einen Hochleistungsstahl suchst, der nicht rostet und sehr lange seine Schärfe behält, schau nach Messern mit dem Stahl CPM-30V.

Der Härtegrad von Messerstahl

Messerstähle werden in Härtegrade unterteilt. Je weicher, desto besser kannst du das Outdoormesser nachschärfen und umso schneller wird es wieder stumpf. Je härter, desto schwieriger ist es, das Messer nachzuschärfen, es behält jedoch länger seine Schärfe.

54-56 HRC: Messer mit dieser Härte sind meistens gut zu schleifen.
58-60 HRC: Diese Messer bleiben deutlich länger scharf als billigere Messer, aber sie sind bereits ein Stück schwieriger zu schleifen.
60-62 HRC: Messer mit dieser Härte bleiben lange scharf, aber sie können spröde werden, und die Messer sind oftmals schwierig zu schleifen.

Mein Tipp:
Das Thema Messerstahl ist eine Wissenschaft für sich, doch lass dich nicht von den Begrifflichkeiten und Zahlen verunsichern. Es ist wichtiger, sich am Anfang mit der Form und Größe des Messers wohlzufühlen und eine saubere Technik zu haben.
Die Kydex-Messerhülle meines Überlebensmesser liegt auf dem Boden.
An der handgefertigten Kydex-Messerhülle habe ich meinen Feuerstahl mit Torx Schrauben befestigt. Mit dem scharfen Klingenrücken kann ich so bei nassgewordener Ausrüstung noch ein Feuer entfachen.

Die Messerhülle

Zu einem guten Outdoormesser gehört eine gute Hülle, die das Messer in jeder Situation unfallsicher an der gewünschte Stelle fixiert. Bei der harten Beanspruchung in der Wildnis tendiere ich persönlich zur Verwendung von Kunststoffhüllen. Äußerliche Einwirkungen von Regen oder Stößen kann Kunststoff auf Dauer besser verkraften. Mit Schrauben lassen sich unterschiedliche Halterungen anbringen, die das Anklemmen des Messers an Rucksäcken, Westen etc. ermöglicht.

Oft ist das Messer gut, aber die mitgelieferte Leder- oder Kunststoffhülle lässt zu wünschen übrig. Lasse dir in diesem Fall eine Messerhülle aus Kydex nach deinen Wünschen anfertigen. Ich habe für mein Fällkniven A1 und mein ESEE 6 Kydexhüllen mit seitlicher Halterung anfertigen lassen. Dieses Setup ist ein Klassiker, den ich absolut empfehlen kann.

Mein Tipp:
Willst du bei Outdoormesser nicht auf eine Lederhülle verzichten, rate ich dir, Bienenwachs in einem Topf zu zerschmelzen und die Hülle dort hinein zu legen. Sie wird sich komplett vollsaugen und somit versiegeln.

Messerpflege

Das Outdoormesser ist ein präzises Werkzeug, das die nötigen Aufgaben mit Zuverlässigkeit erledigen kann, von roher Gewalt jedoch kaputt gehen kann. Bitte verwende das Messer nicht zum Graben und hacke damit nicht in der Erde herum. Das Messer ist dafür konzipiert, vom Messerrücken zum Grad in einer Schnittbewegung benutzt zu werden.

Bitte hebelt nicht mit der Klinge, stoßt das Messer nicht einfach mit der Spitze in Holz oder schneidet auf harten Unterlagen! Mit einem Skandischliff bitte niemals auf Holz einhacken, die Schneide wird dadurch kaputtgehen und einkerben.

Ein absoluter Kardinalfehler ist das Herausfischen von Nahrung oder Gegenständen aus dem Feuer. Der Schneidegrad verglüht und die Stahlmatrix wird nachhaltig zerstört. Das Outdoormesser wird „angelassen“, wie es in der Fachsprache der Schmiede heißt.

Bitte putze die Klinge nach Benutzung immer sauber, bevor du es wieder in die Hülle zurücksteckst. Wenn du ein Messer in feuchter Umgebung verwendest, dann versuche immer, einen dünnen Ölfilm auf der Klinge zu haben. Das beste Öl, das nicht verklebt und mit der Zeit dickflüssig wird, ist japanisches Kamillenöl.

Mein Tipp:
Wenn du auf deiner Tour kein Öl zur Pflege dabei hast, reicht das Fett an deine Haaren oft aus, um kohlenstoffhaltigen Stahl, wie den 1095, vor Rost zu schützen.

Waffenrecht

In Deutschland ist das Führen eines feststehendes Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm verboten und kann strafrechtliche Folgen haben. Dabei ist es für die Behörden ein großer Unterschied, ob sie dich mit deinem 16 cm Survival-Messer an der Supermarktkasse oder im Wald antreffen. Für uns Bushcrafter ist das sogenannte „berechtigte Interesse“ (englisch: legal reason) von besonderer Bedeutung, wenn wir Outdoormesser über 12 cm Klingenlänge im Wald führen wollen. Du solltest dich also etwas genauer mit deinen Rechten und den Verboten in Bezug auf Blankwaffen beschäftigen, damit du bei einem Zusammentreffen mit dem Förster oder der Polizei deine Argumente parat hast.

Zusammenfassung

Aus den Ausführungen fasse ich zwei Messer-Archetypen in jeweils 7 Stichpunkten zusammen. Du kannst die Archetypen auch für die oben gestellten Ja/Nein Fragen nehmen und dich bei deiner Messerwahl an den Punkten orientieren. Bitte nehme die Information jedoch nur als Richtwert für die  Entscheidung, welches für dich das beste Bushcraft und Survival Messer ist. Du kommst nicht daran vorbei, deine eigenen Erfahrungen zu machen.

Der Bushcraft-Messer-Archetyp

  • Skandischliff
  • Drop Point oder normale Klingenform
  • nicht mehr als 2-3 mm Klingenstärke
  • bis 13 cm Klingenlänge
  • Holzgriff möglich
  • beliebiger Stahl
  • Leder- oder Kunststoffhülle


Meine Bushcraft-Masser Empfehlung:
Mora – Garberg Carbon, Benchmade 200 Puuko, Morakniv- Companion MG, EnZo – Trapper 95, Tops – Brothers of Bushcraft, Casström – Lars Fält Knife

Der Survival-Messer-Archetyp

  • Flachschliff mit Sekundärphase oder Saber Grind
  • Drop Point oder Clip Point
  • 4-6 mm Klingenstärke
  • bis 16 cm Klingenlänge
  • Griffmaterial aus Kunststoff
  • leicht zu schärfender Stahl
  • Messerhülle aus Kunststoff


Meine Survival-Messer Empfehlung:
Fallkniven – A1, ESEE – 6, Ontario – Black Bird SK-5, Cold Steel – SRK VG, Gerber – Strongarm, KA-BAR – Becker Campanion BK2

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